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Gedenkstätte Breitenau
Brückenstraße 12 | D 34302 Guxhagen

Die Gedenkstätte Breitenau ist die erste ihrer Art zur Erinnerung an die NS-Zeit auf hessischem Boden. Sie wurde im Sommer 1984 eröffnet, nachdem Historiker der Universität Kassel im Oktober 1979 auf umfangreiche Akten von sogenannten NS-»Schutzhäftlingen« gestoßen waren und beschlossen, diese öffentlich zu machen. Unter dem Titel »Erinnern an Breitenau 1933–1945« wurde sie im Herbst 1982 von der »Projektgruppe Breitenau« in Kassel gezeigt. Andere Studenten begannen, sich in Examensarbeiten mit Einzelfragen der Geschichte Breitenaus zu befassen.

Seit 1847 war das Areal des ehemaligen Benediktinerklosters Breitenau als »Besserungsanstalt« für Menschen genutzt worden, die als »arbeitsscheu« bezeichnet wurden, Bettler, Landstreicher und Prostituierte. Dort wurden  auch Jugendliche eingewiesen, die als »verwahrlost« galten. Schließlich gab es noch ein Altersheim. Die Einrichtung nannte sich »Landesarbeitsanstalt und Landesfürsorgeheim Breitenau« und bestand bis 1949, also bis nach dem Zweiten Weltkrieg.

Während des Deutschen Faschismus wurde im Mittelschiff der ehemaligen Klosterkirche ein »frühes Konzentrationslager« zwischen Juni 1933 bis März 1934 unterhalten. Nachweislich waren dort 470 politische Gefangene inhaftiert. Breitenau war kein Vernichtungslager, sondern ein Lager, in dem politische Gegner gedemütigt, gequält und eingeschüchtert wurden. Durch hartes Arbeiten, Essensentzug, Schikanen und Misshandlungen sollten die Gefangenen dahin gebracht werden, sich nach der Entlassung aus dem Lager bedingungslos unterzuordnen. Ihnen sollte jegliche Kraft und jeglicher Mut genommen werden, sich weiterhin gegen das Nazi-Regime aufzulehnen.

  • Wir fahren mit dem ÖPNV mit Umstiegen in Gießen, Kassel-Wilhelmshöhe zum Bahnhof Guxhagen. Die Gedenkstätte ist per Fuß in 15 Minuten erreichbar.
  • Die Fahrt wird voraussichtlich um 8:30 Uhr am Bahnhof Wetzlar beginnen und dort spätestens gegen 19:00 Uhr beendet sein. Für die An- und Abreise muss mit jeweils knapp drei Stunden gerechnet werden.
  • Das Programm in Breitenau wird mit der dortigen Gedenkstättenleitung bis Sommer 2020 abgestimmt und hier veröffentlicht werden.