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EINLADUNG
zur Mahnung und Erinnerung
an die Gestapo-Verhörstelle in Wetzlar

Di., 27.10.2021
Haarbach- / Ecke Hausertorstraße | D 35578 Wetzlar

Klicken Sie nachfolgende Details an:

für die Feierstunde zur Tafelenthüllung:

Eröffnung und Begrüßung:    
Ernst Richter (Vorsitzender von Wetzlar erinnert e.V.)

Für die Tafelstifter sprechen:

  • Oberbürgermeister Manfred Wagner
  • Harald Seipp (Geschäftsführer der WWG)
  • Dr. Oliver Nass (Vorsitzender der Ernst Leitz Stiftung)

Ab 12:00 bis 13:30 Uhr
besteht die Möglichkeit zu Gesprächen bei Getränken und Gebäck vom »Café am Rosengärtchen« auf dem Vorplatz des Aldefeld‘schen Hauses. Um 12.30 Uhr beginnt die offizielle Feier zur Gedenktafelenthüllung. Bitte denken Sie an Ihre Maske und halten Sie Abstand. Danke! 

Wir freuen uns über Ihre Teilnahme
Um eine kurze Rückmeldung wird bis zum 22. Oktober gebeten an ernst.richter@t-online.de

Die Gestapo
Die Geheime Staatspolizei (Gestapo) war eines der wichtigsten Herrschaftsinstrumente des NS-Staates. Wesentliche Aufgaben der Gestapo waren die Überwachung der Gesellschaft und ihr oblag die Verfolgung der politischen Gegner*innen des NS-Regimes sowie die aus rassistischen Motiven verfolgten Menschen, insbesondere Jüdinnen und Juden, darüber hinaus als rassistisch definierte »Gemeinschaftsfremde« und »Asoziale« wie Sinti und Roma.
Die Gestapo verfügte über ein flächendeckendes Netz an Gefängnissen, Verhörstellen und Spitzeln. Kein öffentlicher und kein privater Lebensbereich war vor ihr sicher.

Verhörstelle in Wetzlar
In Wetzlar verfügte die Gestapo während der 12-jährigen faschistischen Herrschaft über mehrere Anlaufstellen, die in der Regel aber nur temporär besetzt waren und der Gestapo in Frankfurt unterstanden. In den Kriegsjahren richtete sich die Gestapo im Aldefeld‘schen Haus ein und nutzte das Gebäude als Verhörstelle.
Es ist wenig über die Ereignisse bekannt. Welche Menschen wurden hier verhört und der Folter ausgesetzt? Wer wurde hier verhaftet und in das berüchtigte Polizeigefängnis Klapperfeldstraße nach Frankfurt oder gar direkt in ein Konzentrationslager überstellt?

Verhaftung von Elsie Kühn-Leitz
Dr. Elsie Kühn-Leitz wurde am 10. September 1943 gemeinsam mit ihrem Vater Ernst Leitz II zum Verhör in das Aldefeld‘sche Haus vorgeladen. Beiden warf die Gestapo »Fluchthilfe für eine Jüdin« vor. Es handelte sich um Hedwig Palm. Elsie Kühn-Leitz wurde verhaftet und in das Frankfurter Gefängnis in der Klapperfeldstraße verschleppt. Ihr warfen die Nazis zudem »übertriebene Humanität gegenüber den Ostarbeiterinnen« vor. Sie war von ihrem Vater beauftragt worden, sich um die Zwangsarbeiterlager der Fa. Leitz auf dem Gebiet des heutigen Stadions auf der Lahninsel zu kümmern.
Elsie Kühn-Leitz hat ihre Gefangenschaft überlebt. Ihr haben wir unsere heutigen Kenntnisse über diese Verhörstelle zu verdanken, weil sie nach dem Krieg ihre Erinnerungen niederschrieb und veröffentlichte.

zu Ereignissen der NS-Zeit in Wetzlar:
Die 90 x 70 cm großen Tafeln sollen auf öffentlichem bzw. öffentlich begehbarem Gelände in der Stadt Wetzlar an Ereignisse aus der Zeit des deutschen Faschismus erinnern. Zwanzig derartige Tafeln sind geplant.

Das Konzept:
Die Tafeln werden mit ihrer farblichen Gestaltung, ihrer Platzierung und Aufmachung als Blickfang wirken und Passanten ermöglichen, in kürzester Zeit beim Vorbeigehen das jeweilige Ereignis aus der NS-Zeit zu erfassen. Durch einen QR-Code erhalten Interessierte Hintergrundinformationen zur jeweiligen Tafel:

Download des Einladungsflyers

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