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SUMMARY:85. Jahrestag des Hilter-Attentats in München
DESCRIPTION:Allein gegen Hitler.\nLesung und Gespräch mit Wolfgang Benz\nam 85. Jahrestag des Hilter-Attentats im Bürgerbräukeller\n\nFr.\, den 8.November | Beginn 19:00 Uhr\nHermann-Levi-Saal (Konzertsaal im Rathaus Gießen)\nBerliner Platz 1 | D 35390 Gießen \nEintritt frei\, Reservierung möglich \n\nZum Thema\nEigentlich hätte die Bombe\, die am 8. November 1939 im Münchener Bürgerbräukeller explodierte\, Adolf Hitler töten sollen\, als dieser eine Rede hielt. Doch der Attentäter scheiterte\, weil Hitler vorzeitig den Keller verließ. Wäre der Plan aufgegangen\, hätte die Weltgeschichte einen anderen Verlauf genommen. Allein gegen Hitler erzählt die Geschichte des Mannes\, der die Tat ganz allein plante und ausführte: \nJohann Georg Elser. Früher als die meisten Deutschen erkannte er\, dass Hitlers Regime Krieg und Verderben bedeutete. Um das zu verhindern\, fasste er den Entschluss zum Attentat\, konstruierte eine Bombe samt Zündmechanismus und versteckte sie unbemerkt in einer Säule des Bürgerbräukellers. \nBiographie eines einfachen Mannes aus dem Volk\nDer Historiker Wolfgang Benz holt mit seinem Werk nach\, was längst überfällig ist: die Biographie eines einfachen Mannes aus dem Volk\, der zur Einsicht in die verbrecherische Natur des NS-Regimes gelangte und sich zum Widerstand entschloss. Damit setzt Benz dem Hitler-Attentäter Johann Georg Elser ein würdiges Denkmal. \nDer Autor der Biografie\nWolfgang Benz\nist emeritierter Professor für Zeitgeschichte und ein international anerkannter Vertreter der Vorurteils-\, Antisemitismus- und NS-Forschung. Er ist Gründer des Berliner Zentrums für Antisemitismusforschung und erhielt neben zahlreichen anderen Würdigungen 1992 den Geschwister-Scholl-Preis. \n\nDer Historiker Wolfgang Benz © Dirk Vogel \nDie Veranstalter\nDas Literarische Zentrum Gießen e.V.\nin Kooperation mit: \n\nder Hessischen Landeszentrale für politische Bildung (HLZ)\nder Arbeitsstelle Holocaustliteratur der Justus-Liebig-Universität Gießen\n\nWebsite des Veranstalters
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SUMMARY:Vernissage zur Ausstellung Kriegsgefangene
DESCRIPTION:WANDERAUSSTELLUNG:\n»Französische Kriegsgefangene im STALAG IX A Ziegenhain«\nist noch bis zum Freitag (29.11.2024) im Neuen Rathaus zu sehen\nDer Einladung zur Ausstellungseröffnung folgten am 25. November rund 50 Personen. Das Programm wurde als kurzweilig und vielfältig wahrgenommen. Eine Dokumentation im Einzelnen können sie den nachfolgenden Aufklappfeldern entnehmen. \nAm Montag\, dem 25. November\, wurde im Rathaus Wetzlar eine deutsch-französische Wanderausstellung vorgestellt\, die sich mit dem Schicksal französischer Kriegsgefangener während des Zweiten Weltkriegs auseinandersetzt. Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt des französischen Vereins (ADAPG)\, einem Zusammenschluss von Angehörigen ehemaliger französischer Kriegsgefangener\, und der Gedenkstätte und Museum Trutzhain. \nDer Magistrat der Stadt Wetzlar\, die Deutsch-Französische Freundschaftsgesellschaft und Wetzlar erinnert e.V. ermöglichten gemeinsam\, dass diese Ausstellung bis zum 29.11.2024 auf der Galerie im Obergeschoss des Neuen Rathauses Wetzlar zu sehen ist. Bürgermeister Dr. Andreas Viertelhausen wies zu Beginn der Eröffnungsveranstaltung darauf hin\, dass die Zeit eben nicht alle Wunden verheile und wir gerade heute wieder wachsam sein müssen\, um unsere demokratischen Grundwerte zu verteidigen. \nDie Ausstellung beleuchtet anhand zahlreicher Dokumente\, historischen Fotos und biografischen Zeugnissen in 20 Kapiteln den Weg der Kriegsgefangenen von ihrer Gefangennahme über den flächendeckenden Arbeitseinsatz in der deutschen Kriegsindustrie bis hin zur Befreiung und Rückkehr nach Frankreich. In einer Vitrine werden zudem Originaldokumente und Exponate aus dem Lagerleben gezeigt\, die die Mitglieder des ADAPG von ihren Vätern geerbt haben. Der Leiter der Schwalmstädter Gedenkstätte und Museum Trutzhain\, Sebastian Sakautzki\, wies darauf hin\, dass bis heute das Thema Kriegsgefangenschaft im NS-Staat öffentlich wenig präsent ist\, obwohl es nach wie vor an vielen Orten Deutschlands Hinweise auf die Internierung und den erzwungenen Arbeitseinsatz von Kriegsgefangenen während des Zweiten Weltkriegs gibt. So auch in Wetzlar. Wetzlar erinnert dokumentiert gerade auch deshalb an fünf Beispielen und auf zwei großen Stadtplänen von Wetzlar aus dem Jahre 1940\, wie viel das Ganze mit den damaligen Ereignissen in der Stadt Wetzlar zusammenhängt. \nInsgesamt wurden ca. 1\,6 Millionen französische Kriegsgefangene in Gefangenenlager ins Deutsche Reich verbracht. Dafür wurden 47 Offizierslager und 80 Stamm-Mannschafts-Lager (Stalags) für Unteroffiziere und Mannschaften errichtet. Eines dieser Lager war das Stalag IX A Ziegenhain. Mit seinen zeitweise über 53.000 registrierten Kriegsgefangenen\, davon etwa 30.000 Franzosen\, war es das größte Stammlager auf dem Gebiet des heutigen Bundeslands Hessen. Und die\, die den Krieg und die Gefangenschaft überlebt haben\, kamen nach mehr als fünf Jahren oft als »fremde und gebrochene Männer« nach Hause\, die von Ihren Kindern nicht erkannt wurden. Aus Scham schwiegen sie meistens über das\, was man ihnen angetan hatte\, schilderte der ADAPG-Vorsitzende Paul Raveaud in einer emotionalen und beeindruckenden Rede. Raveaud war eigens aus Lyon angereist\, um der Ausstellungseröffnung beiwohnen zu können. \nDas NS-Regime wollte die Arbeitskraft der Franzosen -und Kriegsgefangener zahlreicher anderer Nationen- ausbeuten und setzte sie in nahezu allen Wirtschaftsbereichen ein. Auch in und um Wetzlar mussten Kriegsgefangene u.a. in der Industrie\, der Stadtverwaltung und der Ortsbauernschaft arbeiten. Es waren alleine 19 sogenannte »Arbeitskommandos« mit französischen Kriegsgefangenen\, die in der Wetzlarer Rüstungsindustrie\, aber auch bei der Stadtverwaltung oder der Reichsbahn als Zwangsarbeiter eingesetzt worden waren. Die große Mehrheit der französischen Gefangenen blieb fünf Jahre in deutschem Gewahrsam. \nDie Ausstellung ist noch bis zum Freitag zu den Öffnungszeiten im Rathaus zu sehen. \nBilder und Reden zur Ausstellungseröffnung in nachfolgenden Aufklappmenüs:\n \nProgramm am Mo.\, 25.11.2024 zur Eröffnung\nAusstellungseröffnung\nMo.\, 25. November\,\nBeginn 17.00 Uhr \nIm Neuen Rathaus\nFoyer 1. Obergeschoss \nEs sprachen: \nBürgermeister Dr. Andreas Viertelhausen \n\nDr. Andreas Viertelhausen\nBürgermeister der Stadt Wetzlar\n\nIngolf Hoefer\nVorsitzender der Deutsch-französischen Gesellschaft Wetzlar e.V.\nSebastian Sakautzki\nLeiter Gedenkstätte und Museum Trutzhain in Schwalmstadt-Trutzhain\nPaul Raveaud\nSprecher der ADAPG\, dem Verein der Nachfahren französischer Kriegsgefangener des Wehrkreises IX\nModeration:\nErnst Richter\nVorsitzender von Wetzlar erinnert e.V.\n\nAnschließend folgte eine \nFührung durch die Ausstellung\nmit Sonja Klinke\nMitarbeiterin der Gedenkstätte und Museum Trutzhain\nund Paul Raveaud\nSprecher der ADAPG\nErgänzungen über den Arbeitskommandos französischer Kriegsgefangener in Wetzlar\ndurch Ernst Richter \nAbschließend zum Ausklang: \nUmtrunk und Gespräche\nVeranstaltungsende gegen 18:30 Uhr \nAnsprache von Sebastian Sakautzki (Museum Trutzhain)\nes gilt das gesprochene Wort: \nSehr geehrter Herr Bürgermeister Dr. Viertelhausen\,\nsehr geehrte Stadtverordnete\,\nsehr geehrter Herr Richter\,\nsehr geehrter Herr Hoefer\,\nliebe Damen und Herren\, \nWährend des Zweiten Weltkriegs wurden 1\,6 Millionen französische Kriegsgefangene in Gefangenenlager ins Deutsche Reich verbracht. Die große Mehrheit von ihnen blieb fünf Jahre in deutschem Gewahrsam. Eines dieser Lager für französische Kriegsgefangene war das STALAG IX A Ziegenhain\, gelegen im heutigen Schwalm-Eder-Kreis. Mit seinen zeitweilig über 50.000 registrierten Kriegsgefangenen\, davon etwa 30.000 Franzosen war es das größte Stammlager auf dem Gebiet des heutigen Hessen. Mehr als 80% der Gefangenen lebten außerhalb des Lagers und arbeiteten zusammengefasst in Arbeitskommandos für die deutsche Kriegswirtschaft. \nDer Arbeitseinsatz der Kriegsgefangenen beschränkte sich dabei nicht nur auf den nordhessischen Raum\, vielmehr waren beispielsweise auch hier in Wetzlar Kriegsgefangene zur Arbeit eingesetzt. \nWährend des Zweiten Weltkriegs basierte die deutsche Wirtschaft zu einem großen Teil auf Zwangsarbeit. 13 Millionen Menschen mussten in Deutschland Zwangsarbeit leisten – darunter u.a. KZ-Häftlinge\, zivile Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene. Die Fortführung des Krieges und auch die Versorgung der deutschen Bevölkerung waren abhängig von Zwangsarbeiter:innen und deren rücksichtloser Ausbeutung. Alle Bereiche der deutschen Wirtschaft waren von Zwangsarbeit geprägt: Bergbau\, (Rüstungs-)Industrie\, die Baubranche\, Land- und Forstwirtschaft\, kommunale Betriebe\, Verwaltung und Handwerk\, Kirchen\, Nahrungsmittelindustrie bis hin zu kleinen Bäckereien und Privathaushalten. \nTrotz dieser Dimensionen sind die Themen Zwangsarbeit und Kriegsgefangenschaft in der breiteren Öffentlichkeit wenig präsent – obgleich es bis heute an vielen Orten Hinweise auf den erzwungenen Arbeitseinsatz von Kriegsgefangenen und damit verbundene »Familienerinnerungen« gibt. Die Anwesenheit von Kriegsgefangenen auf den Straßen und am Arbeitsplatz gehörte zum Kriegsalltag der deutschen Bevölkerung und wurde – und wird oftmals auch heute noch – nicht als Verbrechen des NS-Regimes wahrgenommen. \nDie hier gezeigte Ausstellung widmet sich aus diesem Anlass dem Schicksal französischer Kriegsgefangener unter dem NS-Regime. Am Beispiel der Geschichte des STALAG IX A Ziegenhain und der beiden weiteren Lager des Wehrkreises IX in Bad Orb und Bad Sulza soll deren Häftlingsalltag beleuchtet und in den historischen Kontext eingeordnet werden. Im Fokus der Darstellung steht die von Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Lagern und den Arbeitskommandos. \nDie Ausstellung wurde gefördert durch die Hessische Landeszentrale für politische Bildung und den Deutsch-Französischen Bürgerfonds. \nSie ist eine ist ein Kooperationsprojekt der Gedenkstätte und Museum Trutzhain und der »Association des Descendants des Anciens Prisonniers de Guerre des STALAGS IX A\, IX B\, IX C«\, kurz ADAPG\, einem Zusammenschluss von Angehörigen ehemaliger französischer Kriegsgefangener. Für diese Zusammenarbeit bin ich unendlich dankbar – sie belebt und bereichert die Arbeit der Gedenkstätte auch über diese Ausstellung hinaus maßgeblich mit neuen Impulsen und neuen Erkenntnissen. Bedanken möchte ich mich bei allen Mitgliedern des ADAPG\, die mit Dokumenten\, Fotos und Erinnerungen zu dieser Ausstellung beigetragen haben. V.a. aber bei Paul Raveaud und Vincent Peton\, die im letzten Jahr unermüdlich an dieser Ausstellung gearbeitet haben. Bedanken möchte ich mich auch bei Sonja Klinke und Werner Schwalm\, die von Seiten der Gedenkstätte Recherchen\, Koordination und Layout übernommen haben. \nEin herzlicher Dank auch an die Stadt Wetzlar\, den Deutsch-französischen Partnerschaftsverein Wetzlar und an „Wetzlar erinnert“\, das wir die Ausstellung in dieser Woche hier im Rathaus zeigen dürfen. Besonders freut mich\, dass durch zahlreiche zusätzliche Poster zur Situation der Kriegsgefangenen in Wetzlar\, eines der wesentlichen Ziele unserer Ausstellung bereits jetzt sichtbar wird: Die Ausstellung soll dazu einladen lokale Recherchen und Gespräche anzustoßen\, damit das Thema Kriegsgefangenschaft aus dem Erinnerungsschatten geholt wird. \nVielen Dank! \n  \nAnsprache von Paul Raveaud\nEs gilt das gesprochene Wort \nHerr Bürgermeister\,\nHerr Hoefer\,\nHerr Richter\,\nsehr geehrte Damen und Herren! \nVor sechs Jahren\, am 9. April 2018\, war ich hier in der schönen Stadt Wetzlar. Zusammen mit Werner Schwalm\, ehrenamtlicher Mitarbeiter der Gedenkstätte und des Museums Trutzhain\, suchten wir nach den Spuren eines alten Flugplatzes\, der während des Zweiten Weltkriegs existierte. \nIch hatte nämlich in den Nationalarchiven in Paris den Beweis gefunden\, dass mein Vater im April 1945 mit einem Flugzeug der amerikanischen Luftwaffe nach Frankreich zurückgebracht worden war. Dieses Flugzeug\, eine Dakota\, startete von dem kleinen Flugplatz in Wetzlar. Wie Werner Schwalm nachweisen konnte\, befand sich dieser Flugplatz neben der Spilburg-Kaserne. \nWährend meiner Recherchen über die Gefangenschaft meines Vaters wurde mir klar\, dass viele Episoden der Gefangenschaft\, wie die Rückführung von Gefangenen mit Flugzeugen\, unbekannt waren und vor allem\, dass die Gefangenschaft von 1\,6 Mio. französischen Soldaten in Deutschland während des Zweiten Weltkriegs in Frankreich und auch in Deutschland bis heute unbekannt ist. \nAus diesem Grund hat unser Verein der Nachkommen ehemaliger Kriegsgefangener der Gedenkstätte und dem Museum Trutzhain vorgeschlagen\, eine Ausstellung zusammen zu realisieren\, um die Realität des Alltagslebens der französischen Kriegsgefangenen in Deutschland während des Zweiten Weltkriegs zu vermitteln. \nDiese Ausstellung ist eine deutsch-französische Ausstellung. Die Texte und Illustrationen stammen aus den Archiven der Gedenkstätte und des Museums Trutzhain und aus den Archiven unserer Familien. Vor allem aber ist sie deutsch-französisch\, weil sie dazu beiträgt\, eine gemeinsame Erinnerung an die Gefangenschaft\, diese wichtige Tatsache des Zweiten Weltkriegs\, zu schreiben. \nHeute ziehen\, wie in den 1930er Jahren\, dunkle Wolken über den Himmel unserer Länder. Antisemitismus\, Rassismus und Leugnung der Shoah werden von populistischen und nationalistischen politischen Kräften getragen. Wir wissen\, wohin das führen kann. \nGemeinsam müssen wir gegen dieses gefährliche Gedankengut ankämpfen und dafür immer wieder an die Geschichte erinnern\, unsere gemeinsame\, so schmerzhafte Geschichte. \nDie Realisierung dieser Ausstellung hat eine sehr starke Verbindung zwischen unserem Verein und der Gedenkstätte und dem Museum Trutzhain geschaffen. Heute kann diese Ausstellung als Wanderausstellung dazu beitragen\, neue Bande zwischen uns\, den deutschen und französischen Bürgern\, zu knüpfen. \nDiese Verbindungen sind unerlässlich\, um unsere Demokratien zu stärken und ein Europa des Friedens\, der Brüderlichkeit und der Freiheit aufzubauen. \nIch danke Ihnen sehr\, dass Sie unsere Ausstellung hier in Wetzlar\, wo mein Vater an einem Tag im April 1945 seine Freiheit wiedererlangt hat\, willkommen heißen. \nBilderstrecke von der Eröffnungsveranstaltung\n\nBilder © Stefan Lerach und Ernst Richter \nHintergründe und Einzelheiten zur AustellungÖffnungszeiten vom 26.11. bis 29.11.2024 im Rathausfoyer
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DESCRIPTION:»Französische Kriegsgefangene im STALAG IX A Ziegenhain«\nWanderausstellung war vom 25.-29.11.2024 im Neuen Rathaus zu sehen\n\nAusstellungseröffnung war am Mo.\, 25. November 2024\, 17:00 Uhr\nauf der Galerie des Neuen Rathaus Wetzlar\n1. Obergeschoss \nSonstige Öffnungszeiten: Di.\, 26. bis Fr. 29. November 2024\nDi.-Do.: 8:00 Uhr – 18:00 Uhr\, Fr.\, 8:00 – 15:00 Uhr \nDie Gedenkstätte Trutzhain hat in Kooperation mit dem Nachkommenverein ADAPG aus Frankreich eine Wanderausstellung über die Erfahrungen französischer Kriegsgefangener im Zweiten Weltkrieg erstellt. Die Mitglieder des Vereins ADAPG teilen darin Teile der Geschichten ihrer Väter und die Gedenkstätte rahmt diese erläuternd mit den historischen Hintergründen. Ziel der Ausstellung ist es über die Umstände und Erfahrungen der Soldaten in deutscher Gefangenschaft zu informieren. \nDa die ganze Region Hessen mit seinen Unternehmen von der Ausbeutung der Kriegsgefangenen in Zwangsarbeit profitierte\, ist es der Gedenkstätte es wichtig\, diese Ausstellung nicht nur in Frankreich zu zeigen\, sondern auch in Hessen ein Bewusstsein für diesen Teil der Geschichte zu schaffen. \nDeshalb hatte WETZLAR ERINNERT e.V. gemeinsam mit dem Magistrat der Stadt Wetzlar\, der Deutsch-Französischen Gesellschaft Wetzlar e.V. und der Gedenkstätte Trutzhain es interessierten Bürgerinnen und Bürgern in Wetzlar ermöglicht\, die Ausstellung auf der Galerie im 1. OG über dem Haupteingang anzuschauen. \nDokumentation der Ausstellungseröffnung\nBei der Wanderausstellung handelt es sich um ca. 20 Roll-Ups zu Themen wie: Arbeitskommandos in Firmen und der Landwirtschaft\, Briefwechsel mit den Familien\, Leben im STALAG\, Kunst und Kultur als Überlebensstrategie\, Flucht\, Erinnerungskultur etc. Zusätzlich gab es eine Vitrine mit Ausstellungsexponaten aus dem Lagerleben in Trutzhain. \nDie Ausstellung wurde erstmals am 7. Oktober im Lycée Frankfurt gezeigt. Direkt danach ging sie auf Wanderschaft\, erste Station: Wetzlar. \nProgramm am Mo.\, 25.11.2024 zur Eröffnung\nAusstellungseröffnung\nMo.\, 25. November\,\nBeginn 17.00 Uhr \nIm Neuen Rathaus\nFoyer 1. Obergeschoss \nEs sprachen: \nBürgermeister Dr. Andreas Viertelhausen \n\nDr. Andreas Viertelhausen\nBürgermeister der Stadt Wetzlar\n\nIngolf Hoefer\nVorsitzender der Deutsch-französischen Gesellschaft Wetzlar e.V.\nSebastian Sakautzki\nLeiter Gedenkstätte und Museum Trutzhain in Schwalmstadt-Trutzhain\nPaul Raveaud\nSprecher der ADAPG\, dem Verein der Nachfahren französischer Kriegsgefangener des Wehrkreises IX\nModeration:\nErnst Richter\nVorsitzender von Wetzlar erinnert e.V.\n\nAnschließend folgte eine \nFührung durch die Ausstellung\nmit Sonja Klinke\nMitarbeiterin der Gedenkstätte und Museum Trutzhain\nund Paul Raveaud\nSprecher der ADAPG\nErgänzungen über den Arbeitskommandos französischer Kriegsgefangener in Wetzlar\ndurch Ernst Richter \nAbschließend zum Ausklang: \nUmtrunk und Gespräche\nVeranstaltungsende gegen 18:30 Uhr \nAnsprache von Sebastian Sakautzki (Museum Trutzhain)\nes gilt das gesprochene Wort: \nSehr geehrter Herr Bürgermeister Dr. Viertelhausen\,\nsehr geehrte Stadtverordnete\,\nsehr geehrter Herr Richter\,\nsehr geehrter Herr Hoefer\,\nliebe Damen und Herren\, \nWährend des Zweiten Weltkriegs wurden 1\,6 Millionen französische Kriegsgefangene in Gefangenenlager ins Deutsche Reich verbracht. Die große Mehrheit von ihnen blieb fünf Jahre in deutschem Gewahrsam. Eines dieser Lager für französische Kriegsgefangene war das STALAG IX A Ziegenhain\, gelegen im heutigen Schwalm-Eder-Kreis. Mit seinen zeitweilig über 50.000 registrierten Kriegsgefangenen\, davon etwa 30.000 Franzosen war es das größte Stammlager auf dem Gebiet des heutigen Hessen. Mehr als 80% der Gefangenen lebten außerhalb des Lagers und arbeiteten zusammengefasst in Arbeitskommandos für die deutsche Kriegswirtschaft. \nDer Arbeitseinsatz der Kriegsgefangenen beschränkte sich dabei nicht nur auf den nordhessischen Raum\, vielmehr waren beispielsweise auch hier in Wetzlar Kriegsgefangene zur Arbeit eingesetzt. \nWährend des Zweiten Weltkriegs basierte die deutsche Wirtschaft zu einem großen Teil auf Zwangsarbeit. 13 Millionen Menschen mussten in Deutschland Zwangsarbeit leisten – darunter u.a. KZ-Häftlinge\, zivile Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene. Die Fortführung des Krieges und auch die Versorgung der deutschen Bevölkerung waren abhängig von Zwangsarbeiter:innen und deren rücksichtloser Ausbeutung. Alle Bereiche der deutschen Wirtschaft waren von Zwangsarbeit geprägt: Bergbau\, (Rüstungs-)Industrie\, die Baubranche\, Land- und Forstwirtschaft\, kommunale Betriebe\, Verwaltung und Handwerk\, Kirchen\, Nahrungsmittelindustrie bis hin zu kleinen Bäckereien und Privathaushalten. \nTrotz dieser Dimensionen sind die Themen Zwangsarbeit und Kriegsgefangenschaft in der breiteren Öffentlichkeit wenig präsent – obgleich es bis heute an vielen Orten Hinweise auf den erzwungenen Arbeitseinsatz von Kriegsgefangenen und damit verbundene »Familienerinnerungen« gibt. Die Anwesenheit von Kriegsgefangenen auf den Straßen und am Arbeitsplatz gehörte zum Kriegsalltag der deutschen Bevölkerung und wurde – und wird oftmals auch heute noch – nicht als Verbrechen des NS-Regimes wahrgenommen. \nDie hier gezeigte Ausstellung widmet sich aus diesem Anlass dem Schicksal französischer Kriegsgefangener unter dem NS-Regime. Am Beispiel der Geschichte des STALAG IX A Ziegenhain und der beiden weiteren Lager des Wehrkreises IX in Bad Orb und Bad Sulza soll deren Häftlingsalltag beleuchtet und in den historischen Kontext eingeordnet werden. Im Fokus der Darstellung steht die von Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Lagern und den Arbeitskommandos. \nDie Ausstellung wurde gefördert durch die Hessische Landeszentrale für politische Bildung und den Deutsch-Französischen Bürgerfonds. \nSie ist eine ist ein Kooperationsprojekt der Gedenkstätte und Museum Trutzhain und der »Association des Descendants des Anciens Prisonniers de Guerre des STALAGS IX A\, IX B\, IX C«\, kurz ADAPG\, einem Zusammenschluss von Angehörigen ehemaliger französischer Kriegsgefangener. Für diese Zusammenarbeit bin ich unendlich dankbar – sie belebt und bereichert die Arbeit der Gedenkstätte auch über diese Ausstellung hinaus maßgeblich mit neuen Impulsen und neuen Erkenntnissen. Bedanken möchte ich mich bei allen Mitgliedern des ADAPG\, die mit Dokumenten\, Fotos und Erinnerungen zu dieser Ausstellung beigetragen haben. V.a. aber bei Paul Raveaud und Vincent Peton\, die im letzten Jahr unermüdlich an dieser Ausstellung gearbeitet haben. Bedanken möchte ich mich auch bei Sonja Klinke und Werner Schwalm\, die von Seiten der Gedenkstätte Recherchen\, Koordination und Layout übernommen haben. \nEin herzlicher Dank auch an die Stadt Wetzlar\, den Deutsch-französischen Partnerschaftsverein Wetzlar und an „Wetzlar erinnert“\, das wir die Ausstellung in dieser Woche hier im Rathaus zeigen dürfen. Besonders freut mich\, dass durch zahlreiche zusätzliche Poster zur Situation der Kriegsgefangenen in Wetzlar\, eines der wesentlichen Ziele unserer Ausstellung bereits jetzt sichtbar wird: Die Ausstellung soll dazu einladen lokale Recherchen und Gespräche anzustoßen\, damit das Thema Kriegsgefangenschaft aus dem Erinnerungsschatten geholt wird. \nVielen Dank! \n  \nAnsprache von Paul Raveaud\nEs gilt das gesprochene Wort \nHerr Bürgermeister\,\nHerr Hoefer\,\nHerr Richter\,\nsehr geehrte Damen und Herren! \nVor sechs Jahren\, am 9. April 2018\, war ich hier in der schönen Stadt Wetzlar. Zusammen mit Werner Schwalm\, ehrenamtlicher Mitarbeiter der Gedenkstätte und des Museums Trutzhain\, suchten wir nach den Spuren eines alten Flugplatzes\, der während des Zweiten Weltkriegs existierte. \nIch hatte nämlich in den Nationalarchiven in Paris den Beweis gefunden\, dass mein Vater im April 1945 mit einem Flugzeug der amerikanischen Luftwaffe nach Frankreich zurückgebracht worden war. Dieses Flugzeug\, eine Dakota\, startete von dem kleinen Flugplatz in Wetzlar. Wie Werner Schwalm nachweisen konnte\, befand sich dieser Flugplatz neben der Spilburg-Kaserne. \nWährend meiner Recherchen über die Gefangenschaft meines Vaters wurde mir klar\, dass viele Episoden der Gefangenschaft\, wie die Rückführung von Gefangenen mit Flugzeugen\, unbekannt waren und vor allem\, dass die Gefangenschaft von 1\,6 Mio. französischen Soldaten in Deutschland während des Zweiten Weltkriegs in Frankreich und auch in Deutschland bis heute unbekannt ist. \nAus diesem Grund hat unser Verein der Nachkommen ehemaliger Kriegsgefangener der Gedenkstätte und dem Museum Trutzhain vorgeschlagen\, eine Ausstellung zusammen zu realisieren\, um die Realität des Alltagslebens der französischen Kriegsgefangenen in Deutschland während des Zweiten Weltkriegs zu vermitteln. \nDiese Ausstellung ist eine deutsch-französische Ausstellung. Die Texte und Illustrationen stammen aus den Archiven der Gedenkstätte und des Museums Trutzhain und aus den Archiven unserer Familien. Vor allem aber ist sie deutsch-französisch\, weil sie dazu beiträgt\, eine gemeinsame Erinnerung an die Gefangenschaft\, diese wichtige Tatsache des Zweiten Weltkriegs\, zu schreiben. \nHeute ziehen\, wie in den 1930er Jahren\, dunkle Wolken über den Himmel unserer Länder. Antisemitismus\, Rassismus und Leugnung der Shoah werden von populistischen und nationalistischen politischen Kräften getragen. Wir wissen\, wohin das führen kann. \nGemeinsam müssen wir gegen dieses gefährliche Gedankengut ankämpfen und dafür immer wieder an die Geschichte erinnern\, unsere gemeinsame\, so schmerzhafte Geschichte. \nDie Realisierung dieser Ausstellung hat eine sehr starke Verbindung zwischen unserem Verein und der Gedenkstätte und dem Museum Trutzhain geschaffen. Heute kann diese Ausstellung als Wanderausstellung dazu beitragen\, neue Bande zwischen uns\, den deutschen und französischen Bürgern\, zu knüpfen. \nDiese Verbindungen sind unerlässlich\, um unsere Demokratien zu stärken und ein Europa des Friedens\, der Brüderlichkeit und der Freiheit aufzubauen. \nIch danke Ihnen sehr\, dass Sie unsere Ausstellung hier in Wetzlar\, wo mein Vater an einem Tag im April 1945 seine Freiheit wiedererlangt hat\, willkommen heißen. \nBilderstrecke von der Eröffnungsveranstaltung\n\nBilder © Stefan Lerach und Ernst Richter \nHintergründe und Einzelheiten zur AustellungDetails zur Ausstellungseröffnung
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SUMMARY:Gisela Mai: »Es wechseln die Zeiten«
DESCRIPTION:Eine Hommage auf Gisela May\n(1924-2016)\nIn WETZLAR geboren… in der WELT zuhause\nFr.\, 29.11.2024\, Beginn: 18:30 Uhr\nStadtbibliothek Wetzlar\nBahnhofstraße 6 | D 35576 Wetzlar\nEine Hommage auf 100 Jahre Gisela May: \n\nInformationen zur Biografie und Kindheit in Wetzlar\nGisela Mays künstlerisches Schaffen \nSzene aus Brechts »Mutter Courage und ihre Kinder«\nRezitation und musikalische Interpretation Gesang/Klavier \n\nMitwirkende: \n\nElisabeth Grotmann \nSavas Demirci\nMichaela Brozda \nSigrid Kirdorf \nErich Schaffner & Georg Klemp\nSamira Janzen\nKlaus Petri\n\nEintritt frei \nVeranstaltungsflyer (DIN A 4)WNZ-Bericht über die Veranstaltung am 29.11.2024
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SUMMARY:Sasha Colby: »Matryoshka Memoirs«
DESCRIPTION:Die kanadische Autorin Sasha Colby las aus ihrem Roman über die Lebensgeschichte ihrer Großmutter – eng verbunden mit dem Schiksal von Elsie Kühn-Leitz – am Sa.\, 30.11.2024 im Haus Friedwart. \nSie ist etwas Besonderes gewesen\, die Veranstaltung\, zu der die Ernst Leitz Stiftung in Kooperation mit dem Wetzlarer Geschichtsverein und „Wetzlar erinnert“ für Samstag ins Haus Friedwart eingeladen hatte. Dort\, an historischer Stätte\, stellte Professor Sasha Colby in einer Lesung in englischer Sprache ihr Buch „Matryoshka Memoirs“ vor. Bevor die etwa 50 Gäste ihr im Musikzimmer\nzuhören konnten\, war Zeit für ein Gespräch mit der Autorin. \nZur Geschichte: Irina Nikifortchuk war 19 und ukrainische Lehrerin\, als sie bei einem Nazi-Überfall auf ihr Dorf gefangen genommen und nach Wetzlar deportiert wurde\, wo sie zuerst für die Leitz-Fabriken arbeitete. Elsie Kühn-Leitz\, die von der Gestapo unter dem Vorwurf „übermäßiger Menschlichkeit“ verhaftet und ins Gefängnis nach Frankfurt kam\, zog die junge Frau aus dem Arbeitslager ab und holte sie als Hausangestellte in die Villa. \nWeitere Einzelheiten zu der Veranstaltung können Sie dem Bericht von Gert Heiland entnehmen\, der am 05.12.2024 in der WNZ veröffentlicht wurde. \nSasha Colby ist Professorin an der Simon Fraser University im kanadischen Vancouver. Sie schrieb die Lebensgeschichte ihrer ukrainischen Großmutter Irina Kylynych nieder\, die im Zweiten Weltkrieg als Zwangsarbeiterin nach Wetzlar verschleppt worden war. Im September 2023 ist das Buch »The Matryoshka Memoirs« der kanadischen Professorin Sasha Colby erschienen. Es sind Erinnerungen ihrer Großmutter Irina Kylynych aus Stanyzja in der Ukraine\, die als 19-jährige im Juni 1942 zur Zwangsarbeit nach Wetzlar verschleppt wurde\, gesammelt und aufgezeichnet über Jahre von der Enkelin. \nEine Veranstaltung der Ernst Leitz Stiftung\, des Wetzlarer Geschichtsvereins und von Wetzlar erinnert e.V. \nWNZ-Bericht von der VeranstaltungWNZ-Seite »Irina Kylynychs Erinnerungen an Elsie Kühn Leitz« (B. Lindenthal)\nSpecial-Führung auf dem »Weg der Erinnerung« für Sacha Coly
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