Feldpostbriefe:
Friedrich Wilhelm Donsbach

Wer war Friedrich Wilhelm Donsbach

Fritz Donsbach (geboren am 01.02.1919) war Wehrmachtssoldat in der 52. Infanteriedivision, die zunächst in den von Frankreich besetzten Gebieten eingesetzt war, die im Juni 1941 für den Russlandfeldzug an die Ostfront verlagert wurde. Donsbach ist somit von Anfang an bei dem Angriff auf die Sowjetunion dabei, wird 1945 von der Roten Armee gefangen genommen und von dort erst 1949 wieder frei gelassen. Durch den Krieg hat er 10 Jahre seines Lebens verloren.

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  1. ausgewählte Briefe 1941
  2. ausgewählte Briefe 1942
  3. ausgewählte Briefe 1943
  4. ausgewählte Briefe 1944
  5. ausgewählte Briefe 1945
  6. ausgewählte Briefe 1945
  7. ausgewählte Korrespondenz ab 1950 mit Kameraden

Weitere Informationen zu seiner Person

Fakten und Interpretationsversuche von Ursula Fokken

Ein Foto zeigt ihn vor dem Krieg am Zeichenbrett. Aus einer Urkunde zum 25jährigen Dienstjubiläum bei der Fa. Haas und Sohn vom 03.07.1958 kann man schließen, dass er dort im Alter von 14 Jahren eine Lehre als technischer Zeichner begann.

Fotos aus seinem gut bestückten Album zeigen ihn in Gruppen wie Fußballverein, Turngruppe und bei Zusammenkünften und Fahrten der HJ.

Aus seinen Briefen geht hervor, dass die Familie Landwirtschaft zur Selbstversorgung betrieb und einige Kühe und andere Nutztiere hielt. Hierbei war die Hilfe aller Familienmitglieder erforderlich. In sehr vielen Briefen kann man lesen, dass „Fritz“ im wahrsten Sinn der „Scholle“ verhaftet war. Er hatte Erfahrung und Kenntnisse bezüglich der Bodenbeschaffenheit, des Bestellens der Felder, der Pflege und Versorgung der Tiere, kümmerte sich mit um die Obsternte und hatte sich offensichtlich vor dem Krieg einen eigenen Weinstock gepflanzt.

Am 01.12.1939 trat er seinen Wehrdienst in der Sixt von Arnim Kaserne in Wetzlar an.

Er gehörte dem dritten Artillerieregiment 152, später dem neunten Artillerieregiment 195 an. Beide waren Einheiten der 52. Infanteriedivision (Quellen: Verleihung des Eisernen Kreuzes im März 1945 habe ich eine Kopie gefunden nach der mein Vater im 9/Art. Reg. 195 war (Quelle: Besitzerzeugnis Verwundetenabzeichen vom 19.10.1943; das ihm verliehene Eiserne Kreuz vom März 45). Er hatte die Feldpostnummer: 29267 D.

Donsbach war zunächst in Frankreich und Luxemburg stationiert. Im Juni 1941 wurden die Truppe an die Grenze zu Russland verlegt.

Ab dem 22.06.1941 beteiligt am Russlandfeldzug, 1945 kommt er in sowjetische Gefangenschaft, ab 1947 im Lager Saporochje (heute Ukraine) bis 24.11.1949

Er hat in der Familie viel über seine Kriegserlebnisse geredet. Später fuhr er mit seiner Familie auch dort hin und zeigte, wo ihn überall der Krieg hin verschlagen hatte.

Sein Briefwechsel ist akkurat in Leitzordnern gegliedert. Zudem gibt es eine Fotosammlung mit detaillierten Beschreibungen. Er besaß eine eigene Kamera und schickte die Filmrollen zur Belichtung an einen befreundeten Fotografen nach Dillenburg. Deshalb sind seine Fotografien in einem sehr guten Zustand.

—› Eine Auswahl seiner Fotos (Link)

Und er hat seine Erinnerungen in dem Buch »Hügel im Schnee« veröffentlicht.

Intensiver Briefkontakt mit seinen Eltern
Während seiner Kriegsjahre und der Jahre der Gefangenschaft pflegte er intensiven Briefkontakt mit seinen Eltern, häufig auch mit einer seiner Schwestern sowie seinem Schwager Albert und Freunden, die auch an der Front waren.

Weiterhin gab es Briefwechsel bzw. Karten zu Feiertagen an Freunde und Freundinnen aus dem Herborner Raum aus der Zeit vor dem Krieg.

Während der Jahre an der Ostfront ändern sich Form und Umfang der Briefe. Anfänglich besteht ein Hauptteil aus der akribischen Auflistung (Nummerierung) erhaltener Briefe und Päckchen sowie deren Inhalt, wofür er sich immer höflich bedankt.

Weiterhin »bestellt« er regelmäßig Tabak, Zigaretten, Rasierklingen, Streichhölzer und besonders Filmmaterial, da er ein eifriger Fotograf der Situation an der Front ist. Die belichteten Filme schickt er wiederum nach Hause und lässt sich dann meistens die Abzüge zusenden.

Kameradschaft scheint für ihn eine sehr große Rolle zu spielen. So wünscht er sich in einem Brief an die Eltern mehrfach eine Pfeife und bittet auch um eine zweite für einen Kameraden, der elternlos sei. Teile seines Soldes schickt er regelmäßig nach Hause, um für seine Wünsche auch zu bezahlen

Im Jahr 1941 berichtet er in knappen Worten vom Geschehen vor Ort. Seine Berichte klingen mehr wie Erlebnisberichte im Stil eines Schulaufsatzes. Die Weite des Landes versetzt ihn in Erstaunen. Dennoch äußert er die feste Überzeugung, dass der „Russe“ schnell besiegt sein wird.

Er ist ein aufmerksamer Beobachter und beschreibt seinen Eltern die Straßenzustände, die Landschaft, die Art der Bewirtschaftung der Felder, die Lebensverhältnisse und Behausungen sowie die sichtbare Armut der Menschen.

Zu den schwierigen Zuständen an der Front macht er zunächst nur vage Aussagen. Er schreibt von vielen Stunden des Marschierens, wenigen Stunden Schlafes und schlechten Wetterbedingungen sehr sachlich.

Dass die Versorgung mit Lebensmitteln oft knapp ist, beschreibt er zwar, nimmt es aber als gegeben hin.

Wichtig ist es ihm, dass er sich immer waschen und seine Kleidung in Ordnung halten kann. Einmal schreibt er, dass ihm Schlamm und Dreck mehr zu schaffen machen als die Russen.

»Soldat sein heißt auf Draht sein.«

»So dumm bin ich nicht, dass ich mich gleich von den Russen fangen lasse«.

»Wenn doch einmal eine (Bombe) trifft, dann hat man halt einmal Pech gehabt.«

Er stellt aber auch an sich selbst offensichtlich eine Abstumpfung fest:

»Ich muss mich manchmal selber wundern, wie man sich an das Kriegsleben gewöhnt. Aus nichts macht man sich mehr was. Es fällt einem nicht schwerer, als wenn man auch auf die Arbeit ginge.« Diese Haltung zeigt sich auch im Einsatz beim Partisanenkommando: »Ab und zu einige tausend Partisanen wollen wir noch erledigen.« Das hieß erschießen und am Straßenrand aufhängen.

Wenn die Front zum Stehen gekommen ist und die Soldaten in Dörfern unterkommen, bewertet er die Menschen anders. Er schätzt das Zusammenleben mit den »Zivilisten«. »Wenn die Partisanen nicht wären, könnte man meinen, es wäre Frieden.«

Im Verlauf des Jahres zeigt sich die immer stärker werdende Sehnsucht nach der Heimat und der Familie. Er fragt jetzt häufiger nach dem Befinden verschiedener Familienmitglieder, nach dem Stand der Ernte. Mehrfach beschwichtigt er die Eltern, wenn sie offensichtlich Verlustängste in ihren Briefen äußern.

Nachdem er erfährt, dass einer seiner Bekannten gefallen ist, zweifelt er in einem Brief vom September 42 an der veröffentlichten Zahl der Verluste, sie erscheint ihm zu gering. »Fast an jeder Straße und in jedem Dorf liegen welche.«

Nach der Rückkehr aus dem Urlaub vor Weihnachten 1943 gerät er gleich wieder in ein Kampfgeschehen.

Das kommentiert er im Brief an seine Eltern, die offensichtlich diesbezügliche Äußerungen gemacht hatten, so: »Warum soll ich erschrecken? Tote Russen ist etwas Alltägliches. Schrecken kann mich überhaupt nichts mehr.«

Dagegen schreibt er einen Monat später, Empathie für die russische Bevölkerung zeigend: »Wir wohnen allein im Dorf. Die Zivilisten sind alle evakuiert. Das Elend hättet ihr wieder einmal sehen müssen.«

Zum Verlauf des Krieges äußert er in fast jedem Brief seine Gedanken. Er zweifelt immer mehr an einem »guten« Ausgang des Krieges: »Wie wird der Krieg noch einmal hier ausgehen? Es gibt ein ständiges Hin und Her, ein Erobern und Wiederaufgeben und Wiedererobern bis einem der Atem ausgeht.«

Zunehmend bedrückt ihn auch die Sorge um seine Lieben zu Hause. Die Mutter und ein Kind erkranken an Lungenentzündung. Die Schwester hat eine oder mehrere OPs, der Vater verunglückt bei der Arbeit. Das Kind der Schwester, sein Patenkind, verstirbt plötzlich. Er hatte es nicht einmal persönlich kennengelernt.

Im Verlauf des Jahres 1943 werden die Briefe auch ausführlicher und emotionaler.
Er empfindet den Verlust eines normalen Lebens als zunehmend bedrückender und äußert dies häufiger. So schreibt er nach dem Kampf um Stalingrad: »[…] die einzigen Sorgen sind bei mir, dass es vielleicht noch einige Jahre dauern könnte und die schönsten Jahre gehen durch den Krieg zum Teufel.« Und: »Dieser Krieg verpfuscht einem das ganze Leben. Die 4 Jahre, vielleicht werden es auch 5, sind nicht mehr aufzuholen.«

Nachdem er 1944 überglücklich seinen Urlaub im Sommer antreten darf, kommt er nach der Rückkehr gleich wieder in ein schweres, lang andauerndes Gefecht. Er kommentiert dies: »Diesmal hat man uns die Urlaubsgedanken schnell aus dem Kopf getrieben«.

Seine Einschätzungen schwanken nun immer regelmäßiger zwischen Verzweiflung, Hoffnung und Überdruss.

»Es wird allmählich Zeit, dass man mal wieder unter vernünftige Menschen kommt. Mit den Jahren wird man ja blöde beim Militär.«

»Wenn der Krieg wirklich gewonnen werden sollte, wir haben ja doch nichts davon. So wie es war wird es ja doch nicht mehr.«

Beim Marschieren an der litauischen Grenze: »Wer hätte je gedacht, dass wir uns noch einmal auf deutschem Boden unserer Haut wehren müssten.«

Wann immer die Rede auf die Engländer kommt, schreibt er in unverhohlenem Hass:

»Wenn es einmal soweit sein sollte, dass wir auf England Fuß fassen können, dann darf aber auch auf niemand Rücksicht genommen werden. Dann sollte man jedem Soldaten freie Hand lassen.«

Die Briefe aus dem Jahr 1944 werden immer ausführlicher und zeigen seine Stimmungslage immer deutlicher. Er beschreibt die Landschaft und die Bevölkerung Litauens mit sehr viel Empathie. »Es wäre schade für das Land und auch die Menschen hier, wenn der Russe auch hierherkommen sollte.«

Trotz der grausamen Erlebnisse hat er sich ein Gefühl für die Schönheit vieler Dinge bewahrt und versucht, wenn es geht, den Krieg auszublenden.

»Eben läuten die Glocken im benachbarten Städtchen Feierabend. Es wird einem ganz komisch, wenn man wieder einmal Glocken hört.«

Als seine Einheit über die Ostsee von Königsberg nach Memel verschifft wird, verbringt er die Nacht der Überfahrt fast komplett an Deck. Er schreibt begeistert an seine Eltern:

»Die Überfahrt war herrlich …Der helle Mondschein, die weißen Wellenkämme und rechts und links die Schatten der Torpedoboote und Zerstörer. Einfach herrlich sage ich euch.«

Fritz Donsbach hat feste Grundsätze und eine fast fatalistisch zu nennende Haltung
gegenüber den Erlebnissen und Schicksalsschlägen, die ihm widerfahren. Trotz aller Ängste und Bedenken richtet er sich und seine Familie immer wieder auf mit Sätzen wie: »Es ist nun einmal Krieg, damit müssen wir uns abfinden.«

Als er sein 5. Weihnachtsfest bei der Truppe verbringen muss, schreibt er: »Zu Hause wäre es freilich schöner gewesen. Es ist nun einmal nicht zu ändern. Es werden auch wieder einmal bessere Zeiten kommen.«

Hin und wieder rettet er sich auch ins Ironische oder fast Zynische. In seinem vorletzten Brief vom 04.01.1945 berichtet er von der gemeinschaftlichen Silvesterfeier: »Nach der Rede des Führers haben wir ja alle Aussichten im Kriege noch alte Männer zu werden. Ganz so schlimm wird es wohl nicht werden.« Und mildert das Gesagte durch eine für ihn typische Redewendung wieder ab.

In seinem letzten Brief an die Eltern vom 06.01.1945 berichtet er nochmals vom Jahreswechsel: »Dass wir es die beiden Festtage so ruhig hatten, haben wir ja eigentlich unserem Freund da drüben zu verdanken, der uns so schön in Ruhe gelassen hat. Zum Dank dafür wurden dann auch Punkt zwölf Uhr zum Anfang des neuen Jahres einige Dutzend Granaten mit den besten Wünschen hinübergeschossen. Wir sind doch undankbare Menschen.«

Auf die von ihm oft beschworenen besseren Zeiten sollte er noch lange warten müssen. Am 27.10.1945 schickt er den ersten Brief aus der Gefangenschaft an seine Eltern.

Erst am 24.11.1949 kann er in die Heimat zurückkehren.

Ursula Fokken

Ausgewählte Feldpostbriefe 1941

Die Texte aus den ausgewählten Briefen wurden in heutiger Schreibweise übernommen und Fehler teilweise korregiert.

Ursula und Heiko Fokken

(letzter Brief aus Frankreich)

Liebe Eltern!

Teile euch mit, dass ich euer Päckchen mit Kuchen heute erhalten habe. Er war noch vollkommen ganz, was ziemlich selten vorkommt. Ich schicke in diesem Brief verschiedene Negative mit. Da ich hier keine Gelegenheit mehr habe, sie entwickeln zu lassen, müsst ihr mir die Bilder dort machen lassen. Sie sind alle nummeriert und die Stückzahl habe ich auf einen Zettel geschrieben. Schreibt den Preis aber bitte dabei, damit ich weiß, was ein Abzug kostet. Johanna hat mir die vergangene Woche geschrieben. Sie wollte euch in Kürze mit ihrem Bräutigam besuchen.

Für heute recht herzliche Grüße

Fritz

Liebe Schwester!

Deine Päckchen mit Plätzchen und Kuchen habe ich heute erhalten. Beide waren noch gut erhalten. Hast du eigentlich die Uhr erhalten und wie gefällt sie dir? Es war gerade höchste Zeit. Drei Tage später sind wir von Frankreich weg und hier gibt es sowas nicht. Was macht Walter und Hans noch. Für das Päckchen Tabak danke ich Albert ganz besonders da wir fast nichts zu rauchen hatten.

Für heute recht herzliche Grüße

Dein Bruder Fritz

Liebe Eltern,

heute nach 14-tägigem andauerndem Marschieren komme ich endlich einmal dazu, euch zu schreiben. Da wir ziemlich früh Halt gemacht haben, habe ich nun Zeit dazu. Auf unserer Herfahrt nach Russland habe ich euch doch von Kuomi(?) aus einmal geschrieben. Habt ihr den Brief erhalten? Hat [ … ]. seine Uhr erhalten. Wenn ja, dann schickt das Geld bitte nicht. Heute habe ich drei Päckchen von euch erhalten, eins mit Butter, Wurst, Zucker und eins mit Plätzchen und Tabak, das andere mit Kuchen. Es war alles noch ganz gut erhalten. Trotzdem dass das Essen ziemlich knapp ist, weil [ … ].. Tagen keine Verpflegung nachkommt. Schickt keine Butter und Wurst mehr. Am eiligsten ist jetzt eine Pfeife. Meine jetzige ist kaputt.

Polen und Russland sind doch die schmutzigsten Länder, die es gibt. Solche Verhältnisse könnt ihr euch einfach nicht vorstellen. Strassen in unserem Sinne gibt es hier überhaupt nicht. Nichts wie Sand wo man geht und steht. Auf den Strassen liegt er 25-30 cm dick. Wie man aussieht wenn man 40-45 km geritten ist könnt ihr euch denken. Wie ein Schornsteinfeger. Wenn ihr einmal einige Tage keine Post bekommt, dann habe ich bestimmt keine Zeit gehabt. Wir marschieren ungefähr von morgens halb vier bis abends neun bis zehn. Das Schlafen gewöhnt man sich schon ganz ab. Mehr wie drei Stunden gibt es nicht. Bei der Tur habe ich schon ganz schön abgenommen. Wenn ihr einen Film haben könnt, so schickt ihn bitte. Ihr hättet wohl auch nicht gedacht, dass es in Russland so rasch vorwärts geht.

Für heute recht herzliche Grüße

Euer Fritz

Die Kordel kann ich leider nicht schicken, da wir jetzt keine Päckchen schicken können.

Liebe Eltern!

Herzliche Grüße von hier sendet euch Fritz.

Wir sind immer weiter auf dem Vormarsch durch Russland. Allzulange können wir wohl nicht mehr marschieren, sonst gehen die Pferde allmählich ein, oder man müsste uns neue geben. Russland ist doch unheimlich groß. In meinem vorigen Brief habe ich doch von einer Pfeife für mich geschrieben. Seit bitte so gut und schickt doch 2. Mein Kamerad ist elternlos und möchte doch auch gerne eine haben. Jetzt gibt es auch alle 10 Tage wieder 20 Mark Löhnung. Kaufen können wir ja hier nichts. Die Leute haben ja selber nichts. Seid bitte so gut und schickt mir die Pfeifen so schnell wie möglich. Im übrigen geht es mir noch gut was hoffentlich bei euch auch der Fall ist

Für heute herzlichen Gruß

Euer Fritz

Anrede – Austausch/Dank über/für erhaltene/gesendete Briefe/Päckchen („Stereotype“) – Grußformel – nicht als/als weniger relevant beurteilter Text

Liebe Eltern,

nach langer Zeit komme ich endlich wieder einmal dazu, euch einige Worte zu schreiben. Ihr werdet Euch doch hoffentlich keine unnötigen Sorgen gemacht haben. Ich bekomme wirklich fast keine Zeit zum Schreiben. In Frankreich hatten wir wenig Ruhe, aber hier in Russland überhaupt keine. Seit einigen Tagen sind wir wieder eingesetzt. Vor ungefähr 14 Tagen habe ich auch Adolf Franz getroffen. Sonst bis jetzt noch niemand Bekanntes. Post geht ganz selten von hier ab. Aber noch seltener bekommen wir welche. Von euch habe ich seit meinem letzten Brief keine mehr erhalten. Hoffentlich habt ihr die Pfeifen weggeschickt. Wenn keine Päckchen geschickt werden dürfen, dann könnt ihr sie doch in einem Beutel schicken. Wenn das auch nicht geht, dann Zigarettenpapier. Hoffentlich geht es euch noch gut, was Gottseidank bis jetzt auch noch bei mir der Fall ist.

Es grüßt euch vielmals aus weiter Ferne

Fritz

Liebe Eltern,

da ich gerade etwas Zeit habe, will ich es nicht versäumen, wieder mal an euch zu schreiben. Bei uns ist fast jeden Tag dasselbe. Einmal vor, dann wieder zurück. Im allgemeinen geht es doch langsam, aber sicher vorwärts.

Der Russe verteidigt sich hier in unserem Abschnitt bis aufs letzte.

Was man so früher im allgemeinen über Rußland gelesen hat, stimmte doch zum großen Teil. Bauern wie bei uns gibt es hier nicht. Das Land gehört alles dem Staat. Die Leute müssen es nur bearbeiten. Es wird alles gemeinschaftlich gearbeitet. Das Vieh steht in großen Gemeinschaftsställen. Das Getreide in großen Scheunen. Alle 2 bis 3 Dörfer ist ein roter Kommissar eingesetzt, der die Arbeiten überwacht. Die Einwohner bekommen pro Tag ein Pfund Korn und dann sonst noch einige Kleinigkeiten. Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel. Geld ausgeben kann man hier überhaupt nicht. Wir sind bis jetzt schon durch viele Dörfer gekommen, aber ein Geschäft haben wir bis jetzt noch nie angetroffen. Die Leute müssen sich alles selber machen können. Ihre Sandalen müssen sie sich selber flechten oder barfuß laufen, was ja auch die meisten machen. Schade, dass ich keine Filme mehr habe. Dieses Land und dieser Krieg ist es bestimmt wert, festgehalten zu werden

Für heute viele Grüße

Fritz

Wer ist eigentlich aus Merkenbach hier in Russland?

Liebe Eltern,

euren Brief vom 11. habe ich heute erhalten. Ebenso die Päckchen mit Obst und Tabak. Ich hatte bestimmt damit gerechnet, dass die beiden Pfeifen dabei wären. Leider war dies nicht der Fall. Wie ihr schreibt, habt ihr bis zum 11. noch keine Post von mir erhalten. Sie wird wohl alle auf einmal ankommen. Ich habe doch mindestens jede Woche 2mal geschrieben. Mir geht es sonst noch gut. Vergesst bitte die Pfeifen nicht. Das Zigarettenpapier kam gerade wie gerufen.

Alles Gute und herzliche Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

Heute habe ich einen guten Tag. Es hat nämlich wieder einmal Post gegeben. 2 Briefe vom 15. Und 17. habe ich erhalten. Ebenso das Päckchen mit Zigaretten (Eckstein) und das Päckchen mit der Pfeife und [ … ].. R6. Der Film kam gerade wie gerufen. Da habe ich schon lange darauf gewartet. Die zweite Pfeife wird wohl bei der nächsten Sendung eintreffen. Bei euch muss es wohl ziemlich warm gewesen sein. In dieser Zeit war es hier auch ziemlich warm, aber doch lange nicht so wie in Frankreich. Augenblicklich ist es ziemlich regnerisch. Da muss man froh sein, wenn die Sonne einen halben Tag lang scheint, dass man seine Sachen wieder einmal trocknen kann. Sonst geht es mir noch gut, was ich auch von euch hoffe. Hoffentlich wird es bis Weihnachten einmal Urlaub geben. Habt ihr eigentlich die anderen Bilder, die ich von Frankreich aus noch geschickt hatte, entwickeln lassen? Ich hatte doch einen Zettel beigelegt, wo alles genau draufstand. Wenn nicht, dann lasst sie gleich machen und schickt sie mir. Rasierklingen könnte ich bald einmal brauchen. Hier gibt es aber auch rein gar nichts zu kaufen. Die Leute leben wie auf dem Mond. Man hat einen Haufen Geld und kann nichts damit anfangen.

Für heute herzliche Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

Eure beiden Päckchen mit Dörrobst und der Pfeife habe ich soeben erhalten. Auch das Päckchen mit Zucker von Minna war dabei. Über die Pfeife hat sich mein Kamerad sehr gefreut. Er bedankt sich hiermit recht herzlich. Wir liegen immer noch an derselben Stelle, wie ich euch am vorigen Mal mitgeteilt habe. Wenn dieser Ring vollständig geschlossen ist, werden wohl die Hauptkampfhandlungen in Russland ihrem Ende zugehen. Hier in der Nähe sind sehr große Sümpfe, die Prypjatsümpfe, wenn ihr vielleicht schon etwas davon gelesen habt. Abends ist es ganz schlimm mit Schnaken und Mücken. Der Russe versucht fast jeden Tag an irgendeiner Stelle durchzubrechen. Es ist zwecklos. Wir haben jetzt Verteidigungsstellungen bezogen, und werden auch wohl noch einige Tage hier liegen. Vielleicht auch noch länger. Wie es hier ist und zugeht, kann man schlecht schreiben. Ich erzähle es euch später. Ich muss aufhören denn es wird dunkel.

Also für heute viele Grüße und alles Gute

Fritz

Lieber Albert!

Dein Päckchen Nr. 3 mit Tabak und Zuckersteinen habe ich heute erhalten. Ebenso deinen Brief. Den Film den du geschickt hast habe ich eingelegt und auch schon einige Bilder gemacht. Wenn er voll ist schicke ich alle 2 nach Hause. Du meinst ob ich sie nicht hier entwickeln lassen könnte. Russland ist kein Frankreich. In den russischen Dörfern und Kleinstädten gibt es nicht einmal Geschäfte viel weniger einen Fotografen. Ich muss doch einmal ein Bild von einem Dorf hier machen damit ihr einmal seht wie es hier aussieht. Das einzige Baumaterial ist Holz. Steine findet man überhaupt keine. Der Boden ist meist nur Sand schon auf 20 cm Tiefe und Sumpf. Hier liegen wir dicht vor Rogatschew. Es wird wohl der einzige Ort sein den du auf der Karte findest. Das Städtchen selbst ist noch in russischer Hand. Wir liegen nun bald 14 Tage hier in Verteidigung. Heute soll ja Sonntag sein? Man wird bald allmählich irre in den Wochentagen. Heute haben wir wieder von früh bis abends geschanzt. Wenn die anderen Bilder fertig sind schick sie doch bitte.

Für heute viele Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

Euren Brief vom 20.7. habe ich gestern erhalten. Auch das Päckchen von Hans mit dem Lebkuchen ist gestern angekommen. Es ist wenigstens einmal etwas anderes als das ewige Feldküchenessen. Und trotzdem ist man froh wenn man satt bekommt. Fleisch haben wir genug das einzige ist Wasser und dann könnte es etwas mehr Brot geben. Aber im allgemeinen langt es. Wir liegen immer noch hier an dem selben Ort wie ich euch am vorigen Mal geschrieben habe. Der Russe greift fast jeden Tag an, aber immer vergebens. Er kommt nie durch. Sonst bringt fast jeder Tag dasselbe.

Für heute viele Grüße und alles Gute

Fritz

Streichhölzer könntet ihr übrigens einmal welche schicken.

Liebe Eltern!

Da wir gerade Feierabend haben, will ich euch wieder einmal schreiben. Post habe ich in den letzten Tagen keine von euch erhalten. Viel Neues gibt es übrigens hier auch nicht. Es ist immer dasselbe Lied. Fast jede Nacht greift der Russe an, aber immer vergebens. Der Ring um Rogatief ist jetzt fast vollständig geschlossen. Wenn er geschlossen ist, wird sich die Sache wohl bald entscheiden. Ich bin doch einmal gespannt wie lange der Rummel hier noch dauert. Ich denke doch, dass es bis Ende dieses Monats aber bis Mitte September bestimmt fertig sein. Habt ihr eigentlich meine schwarze Jacke kürzer machen lassen? Ich hatte doch schon einmal darum geschrieben.

Für heute herzliche Grüße

Fritz

Gruß an Walter, Hans und Eberhard.

Liebe Eltern!

[ … ]

Vor einigen Tagen habe ich auch Adolf Schneider getroffen, konnte aber leider nicht viel mit ihm sprechen da er nur vorbeifuhr.

[ … ]

Augenblicklich sind wir wieder auf dem Vormarsch weiter nach Osten. Die Hauptsache ist ja geschlagen.

[ … ]

Heute soll Sonntag sein. Wir merken nichts davon. An den Kuchen, den ihr für heute gebacken habt, darf man gar nicht denken, sonst bekommt man Hunger darauf. Filme könnt ihr alle 14 Tage ungefähr einen schicken.

[ … ]

Gruß

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Seit 14 Tagen sind wir wieder ständig unterwegs. Tag für Tag wird marschiert. Bis jetzt haben wir ja noch einigermaßen Glück mit dem Wetter gehabt. Nachts ist es ja schon ziemlich kühl. Die Russen sind jetzt beim Korn abmachen. Wie weit seid Ihr eigentlich? Wir befinden uns jetzt ungefähr 250 km östlich von Rogatschew. Bis jetzt hat sich kein Widerstand der Russen mehr gezeigt. Es ist fast unglaublich, was die armen Pferde leisten müssen. [ … ]

Was macht eigentlich Eberhard? Er kann doch sicherlich jetzt schon einige Worte sprechen? Wie wird es uns so komisch vorkommen, wenn es einmal vorbei ist und wir wieder nach Deutschland oder ganz nach Hause kommen. Man kann sich das gar nicht richtig vorstellen. In Frankreich konnte man sich ganz gut mit den Leuten verständigen. Aber hier versteht man aber auch kein Wort.

Für heute herzliche Grüße auch an alle Nachbarn.

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Plätzchen und Tropfen für Insektenstiche. Das letztere kann man gut gebrauchen. Es kommt manchmal vor, dass man morgens beim Aufwachen die Augen fast nicht aufbringt. So stechen die Schnaken hier. Seit 3 Tagen liegen wir nun in einem russischen Dorf und warten auf das, was noch kommen soll. Allzuviel wird das wohl nicht mehr werden. Die eigentliche Front ist jetzt so weit entfernt, dass wir sie so gut wie nicht mehr einholen können.

sind wir wieder ständig unterwegs. Tag für Tag wird marschiert. Bis jetzt haben wir ja noch einigermaßen Glück mit dem Wetter gehabt. Nachts ist es ja schon ziemlich kühl. Die Russen sind jetzt beim Korn abmachen. Wie weit seid Ihr eigentlich? Wir befinden uns jetzt ungefähr 250 km östlich von Rogatschew. Bis jetzt hat sich kein Widerstand der Russen mehr gezeigt. Es ist fast unglaublich, was die armen Pferde leisten müssen.

Was macht eigentlich Eberhard? Er kann doch sicherlich jetzt schon einige Worte sprechen? Wie wird es uns so komisch vorkommen, wenn es einmal vorbei ist und wir wieder nach Deutschland oder ganz nach Hause kommen. Man kann sich das gar nicht richtig vorstellen. In Frankreich konnte man sich ganz gut mit den Leuten verständigen. Aber hier versteht man aber auch kein Wort.

Für heute also alles Gute und herzliche Grüße.

Fritz

Weiter danke ich ganz besonders für die Zigaretten

Liebe Eltern!

[ … ]

Seit zwei Tagen sind wir nun unterwegs, und wissen überhaupt nicht wo unser Truppenteil ist. Wir werden ihn wohl wiederfinden. Es regnet schon fast 8 Tage lang. Wenn man meint, die Kleider wären einmal trocken dann fängt es wieder von vorne an.

[ … ]

Seid für heute recht herzlich gegrüßt.

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Ich würde ja ganz gerne etwas an Geld nach Hause schicken, aber bei der schlechten Postverbindung traue ich dem Laden nicht richtig. Ich trage mich ja auch nicht tot daran. Ich habe bis jetzt ungefähr etwas über 200 Mark zusammen. Gestern hatten wir einen schönen Spass. Es kommen nämlich fast jeden Tag eine Menge russische Flieger und werfen ihre Eier hier ab. Gestern warfen sie nun Flugblätter. Da stand drauf Deutsche Soldaten gebt euch gefangen und ihr schlaft in weiss überzogenen Betten bei guter Behandlung und Verpflegung. Die 52. Div. (unsere) ist vernichtet und gefangen. Wir haben uns fast totgelacht als wir das gelesen haben

[ … ]

Für heute recht herzliche Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Vor einigen Tagen haben wir wieder einmal Stellungswechsel gemacht und jetzt bei dem Ort Obonhoff(?) in Stellung. Hier geht es nur langsam vorwärts. Der Russe sitzt sehr fest hier. Bis der seine Stellungen aufgibt, wird noch einige Zeit vergehen. Dass die Russen noch Flugzeuge trotz den ungeheueren Verlusten besitzen merken wir jeden Tag. Sie kommen jeden Tag paar mal. Dann heisst es natürlich so rasch wie möglich in Deckung. Hier ist es Gottseidank nicht so sumpfig. Das Land ist etwas hügelig. Gebirge wie bei uns habe ich bis jetzt noch nicht hier angetroffen. Es ist ein Glück dass es nicht so übermäßig viel regnet.

[ … ]

Nachts ist es jetzt schon etwas kalt um im Freien zu schlafen. Aber trotzdem lieber noch im Freien schlafen, als in den Häusern Läuse und Flöhe holen. Zum Erkälten und Kranksein kommt man hier gar nicht. Man gewöhnt sich an alles. Wenn es aber wieder einmal Urlaub gibt, dann werden bestimmt die meisten krank.

[ … ]

Für heute seid also recht herzlich gegrüßt von Eurem

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Augenblicklich befinden wir uns wieder auf dem Vormarsch. Seit zwei Tagen. Wir marschieren komischerweise nur nachts. Morgens gegen 2 wird es bitter kalt.

[ … ]

Für heute herzliche Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

Heute habe ich endlich das Päckchen mit den Bildern erhalten. Ebenso zwei Päckchen mit Plätzchen und eins mit Lebkuchen. Wo bekommt ihr eigentlich den vielen Lebkuchen und die Plätzchen her? Augenblicklich sind wir wieder eingesetzt. Ich glaube es dauert hier in der Ecke wieder eine ganze Zeitlang. Es wird wieder so ähnlich wie bei Rogatieff. Nachts wird es jetzt schon ganz anständig kühl. Wir schlafen immer noch in Zelten. Die Russenwohnungen dürfen wir noch nicht einmal betreten viel weniger darin schlafen. Die Häuser sind nämlich verlaust und verwanzt. Läuse und Flöhe haben wir zum Glück bis jetzt noch keine. Wenn wir aber den Winter über hierbleiben sollten dann wird wohl auch das nicht ausbleiben.

Brief unvollständig (abgerissen)

Liebe Eltern!

[ … ]

Wir liegen jetzt direkt an der Desna (Dnepr) in Stellung. Morgen früh am 2.10. soll ein Großangriff auf der gesamten mittleren Front stattfinden. Eine Unmenge Truppen sind hier zusammengezogen. Anschließend an den Angriff soll dann der große Vormarsch beginnen. In diesem Kessel sogar Moskau mit einbegriffen sein. Hoffentlich ist dies der letzte Einsatz in Russland. Winterbekleidung bekommen wir keine. Etwas Hoffnung ist also immer noch, dass wir vor Winter noch hier herauskommen. Hoffen kann man es ja noch, aber glauben tue ich es noch nicht.

[ … ]

Also nochmals herzliche Grüße, auf ein baldiges Wiedersehen

Fritz

Eben habe ich W. Dietrich getroffen. Wir liegen zusammen in einem Dorf

Liebe Eltern!

[ … ]

In den letzten Tagen habe ich viele Bekannte getroffen. Walter Dietrich, Adolf Schneider, Paul Groos. Wenn es nicht gar zu schnell Winter wird, glaube ich, daß der Feldzug doch noch zu Ende geht. Es geht mit Gewalt auf Moskau zu. Wir sind ungefähr noch 160 km vor Moskau. Wenns so weitergeht könnten wir in 8 Tagen dort sein.

Viele Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Augenblicklich haben wir ja genug zu essen. Wir liegen wieder für einige Tage in einem Dorf.

[ … ]

Ab und zu bekommt mal auch ein Brot von den Russen. Die Bevölkerung ist im Großen und Ganzen sehr gut. Aber eine Angst haben die nicht vor uns, sondern vor ihren Kommissaren. Vorige Woche haben wir wieder einen geschnappt. Wenn ein Kommissar in einem Dorf angetroffen wird, der wird sofort erschossen

(„Kommissarbefehl“)

[ … ]

Mit herzlichen Grüßen aus weiter Ferne

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Nachdem wir 2 Tage in Kaluga waren sind wir jetzt ungefähr 20 km weiter östlich in Richtung Tula(?). Der Dreck macht mir mehr zu schaffen als die Russen.

[ … ]

Ich glaube trotzdem, dass der Krieg in diesem Jahr mit Rußland noch zu Ende geht.

[ … ]

Für heute recht herzliche Grüße und auf ein baldiges Wiedersehen.

Fritz

Anrede – Austausch/Dank über/für erhaltene/gesendete Briefe/Päckchen („Stereotype“) – Grußformel – nicht als/als weniger relevant beurteilter Text

Liebe Eltern!

[ … ]

Augenblicklich sind wir in Kaluga, einer mittleren Stadt. Seit 8 Tagen liegt jetzt schon Schnee.

[ … ]

Wie das in Zukunft noch mit uns werden soll weiß ich nicht. Allmählich geht alles entzwei. Die Stiefel halten schon lange kein Wasser mehr ab. Jetzt bei dem Sauwetter sieht man wirklich aus wie ein Schwein. Verdreckt und verschlammt von oben bis unten.

[ … ]

Herzliche Grüße

Fritz

Bis Moskau 110 km

Liebe Eltern!

[ … ]

Von 12 Geschützen haben wir jetzt glücklich 4 zum Einsatz gebracht. Alles übrige ist zurückgeblieben. Auch ein Teil der Mannschaften. Jetzt sind wir mit 4 kleinen Russenwagen 50 km zurückgefahren um Verpflegung und Hafer zu holen. Heute sind wir den 5. Tag unterwegs. In 3 bis 4 Tagen werden wir vielleicht bei unserer Einheit sein.

[ … ]

Mit 4 Pferden und einem ganz leichten Wägelchen fahren wir 6 Zentner Hafer

Seid nun recht herzlich gegrüßt

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Wir stehen jetzt ungefähr 15 km vor Serpuchow an der Oka. Serpuchow werdet ihr wohl auf der Karte finden. Seit 8 Tagen liegt nun endgültig Schnee.

[ … ]

Ob der Krieg mit Rußland dieses Jahr noch fertig wird?? Ich glaube nicht.

[ … ]

Für heute viele Grüße

Fritz

Lieber Albert!

[ … ]

Wir liegen immer noch vor Serpuchow. Der Russe hat sich hier verdammt gut eingeschanzt. Es wird eine harte Nuss werden. Wie Vater schreibt, ist H. Pfaff ja auch gefallen. Hoffentlich war er der letzte von Merkenbach. Du fragst wie es mit Urlaub sei? Den können sich nur die leisten, die weiter zurück sind und nicht eingesetzt sind. Bei uns gibt es so etwas nicht.

[ … ]

Und nun sei recht herzlich gegrüßt

Fritz

Anrede – Austausch/Dank über/für erhaltene/gesendete Briefe/Päckchen („Stereotype“) – Grußformel – nicht als/als weniger relevant beurteilter Text

Anrede – Austausch/Dank über/für erhaltene/gesendete Briefe/Päckchen („Stereotype“) – Grußformel – nicht als/als weniger relevant beurteilter Text

Liebe Eltern!

[ … ]

Wir liegen immer noch vor Serpuchow am Ufer der Oka. Seit ein paar Tagen haben wir ein ganz gutes Quartier was man hier in Rußland gut nennen kann. Es ist wenigstens warm hier und das ist ja mal die Hauptsache.

[ … ]

In den nächsten Tagen werde ich Geld nach Hause schicken. Wenn es vor Weihnachten noch ankommt, dann könnt ihr ein Teil davon nehmen und könnt den Kindern zu Weihnachten etwas kaufen. Das übrige lasst in mein Sparkassenbuch eintragen.

Für heute also alles Gute und ein recht frohes Weihnachtsfest wünscht euch allen

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Warum schickt ihr eigentlich so viele Wurst jetzt. Wurst sollt ihr nicht mehr schicken, wie ihr übrig habt. Ihr seid doch sicher auch froh, wenn ihr Wurst habt. Ab und zu ein Stückchen ist ja ganz gut. Ihr seid doch so viel Leute und die Kinder essen doch auch ganz gern ein Stück.

[ … ]

Wie ihr schreibt ist R. König(?) nun auch noch gefallen. Schade um ihn. Daß er nun gleich am ersten Tag fiel war ja Pech. Vielleicht ist es besser so als wenn er noch am Schluss gefallen wäre. Es ist ihm auf alle Fälle vieles erspart geblieben. Sonst geht es mir noch gut was ich euch ebenfalls von Herzen wünsche.

Seid für heute vielmals gegrüßt und ein fröhliches Neues Jahr

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Augenblicklich haben wir ein gutes Quartier. Mit 5 Mann in einem Haus. Können uns wenigstens jeden Morgen waschen und können auch frische Wäsche anziehen. An Bekleidungsstücken braucht ihr nichts mehr zu schicken. Den Pullover, Handschuhe und Ohrenschützer habe ich ja erhalten.

[ … ]

Viele Grüße und auf ein baldiges Wiedersehen

Fritz

Liebe Schwester!

Anrede – Austausch/Dank über/für erhaltene/gesendete Briefe/Päckchen („Stereotype“) – Grußformel – nicht als/als weniger relevant beurteilter Text

Ausgewählte Feldpostbriefe 1942

Liebe Eltern!

Endlich nach langer Zeit komme ich endlich wieder einmal dazu euch zu schreiben. Ihr werdet wohl schon allerhand im Radio gehört haben, was hier an der mittleren Ostfront vorgekommen ist. Die volle Wahrheit wisst ihr ja doch nicht. Ich selber kann euch jetzt auch nicht viel davon schreiben. Sorgen braucht ihr euch keine mehr zu machen, wir sind wieder soweit in Sicherheit. Wir waren über Weihnachten eingekesselt. Die Stimmung könnt ihr euch ja da vorstellen. Weihnachtspost haben wir keine erhalten, bis jetzt seit dem 16.12. überhaupt noch keine. Bis ich jetzt wieder einmal schreiben kann, das kann vielleicht wieder eine Zeitlang dauern. Was wir in den letzten drei Wochen erlebt haben übertrifft alles vorherige. Auf diesem Rückzug haben wir ein Elend gesehen, wie es viel schlimmer Napoleon nicht ergangen sein kann. In den nächsten Tagen gehen wir wohl wieder zurück. Wie weit noch? Die Hauptsache ist, der Rücken ist wenigstens frei. Und das ist was wert. Also keine weiteren Gedanken machen es wird schon wieder werden.

Also viele Grüße und alles Gute

Fritz

Liebe Eltern!

Nach langer Zeit komme ich endlich wieder einmal dazu eine Nachricht zu schreiben. Seit dem 15.12. war es leider nur einmal möglich einen Brief zu schreiben. Regt euch nicht weiter auf die Umstände sind nun einmal augenblicklich so dass wir ganz selten einmal schreiben können. Vielmehr dass Post abgeht. Es kommt oft anders als man denkt.

[ … ]

Viele Grüße und alles Gute

Fritz

Liebe Eltern!

Schicke euch hiermit heute am 21.02. 2 Päckchen mit je einem Schuh. Hoffentlich kommen beide gut und recht schnell an.

Viele Grüße

Fritz

Er hatte am 01.02. Geburtstag und dankt allen für die Glückwünsche

Anrede – Information/Dank über/für erhaltene/gesendete Briefe/Päckchen („Stereotype“) – Grußformel – nicht als/als weniger relevant beurteilter Text

Liebe Eltern!

[ … ]

Wir liegen jetzt zwischen Roslowal (?) und Lichnow(?). Es scheint so als wenn wir für längere Zeit liegen bleiben sollten. Die Lage ist ziemlich günstig. Die Verpflegung kommt ganz gut nach. Die Russen versuchen zwar dauernd durchzubrechen und die Zufahrtswege abzuschneiden. Aber die Zeit vom Dezember und Januar ist vorüber.

[ … ]

Es grüßt euch nun recht herzlich und wünscht euch nochmals alles Gute

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Geschrieben habe ich sobald es wieder möglich war genug. Macht also keine Sachen und schreibt womöglich noch an die Einheit oder sonstwo in der Welt herum. Ich war es doch nicht allein der nicht schreiben konnte. So dumm bin ich nun doch nicht dass ich mich gleich von den Russen fangen lasse. So leicht fängt sich das nicht. Passiert ist mir bis jetzt gar nichts. Wenn das der Fall ist dann bekommt ihr doch sofort Nachricht. Also Kopf hoch wenns auch schwerfällt.

Viele Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Die 350 Mark sind ja angekommen wie ihr schreibt. Die nächsten 200 sind unterwegs. Ebenso ein Päckchen mit Leder. Morgen schicke ich zwei Päckchen mit je einem Schuh ab im Ganzen also ein Paar. Ich habe 3 Paare und brauche sie nicht. Wenn möglich schicke ich noch mehr.

[ … ]

Viele Grüße und alles Gute wünscht euch euer

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Wie ihr schreibt ist Otto gefallen. Das hatte ich natürlich nicht erwartet. Es ist ja schwer für Johanna, wo sie kurz vorm Heiraten stand. In ihrem letzten Brief schrieb sie noch, dass sie voraussichtlich im Mai oder Juni heiraten wollte.

[ … ]

Hoffentlich gibt es bald einmal Urlaub. Aus Russland heraus kommen wir ja doch noch nicht. Wie Albert schreibt soll er ja auch nach Russland. Da kann er sich einmal auslassen. Hier hat er die beste Gelegenheit seine [ … ] .meisterprüfung abzulegen. Dann lernt er ja auch einmal die Verhältnisse Arbeiterparadies kennen.

Also viele Grüße und alles Gute

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Hoffentlich lässt man uns über Ostern in Ruhe. Seit 1. März bin ich Obergefreiter geworden. Damit fällt jetzt die Unterstützung automatisch fort. Dafür bekommt ihr aber monatlich 75 Mark zugeschickt.

[ … ]

Zum Schluss wünscht euch noch ein recht frohes Osterfest und grüßt euch alle vielmals

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Bei den Russen ist aber auch gar nichts mehr zu holen. Noch nicht einmal einen Esslöffel voll Salz. Aber „Kohldampf“ habe ich bis jetzt noch nicht viel geschoben. Soldat sein heißt auf Draht sein.

[ … ]

Viele Grüße und auf ein baldiges Wiedersehen

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Wie ich sehe geht es euch ja noch allen gut, bis auf die Flieger die euch nun besuchen. Wenn sie nicht besser werfen wie die Russen es hier machen dann könnt ihr noch zufrieden sein. Hauptsache ist gut verdunkeln. Wenn dann doch einmal eine trifft dann hat man halt einmal Pech gehabt. Machen kann man da nichts. Bei Tage lässt sich überhaupt kein russischer Flieger sehen. Sowie es dunkel wird, kommen sie mit ihren Kaffeemühlen an und schmeissen ihre Eier wahllos in die Gegend. Sonst ist es ziemlich ruhig hier. Der Schnee ist Gottseidank jetzt verschwunden.

Für heute viele Grüße und alles Gute

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Paar Tage ist es mal warm, dann fängt es wieder an und friert. Die Bäume bleiben einen Tag wie den anderen. Tagsüber machen wir aus Zeitvertreib Gartenzäune um unser Haus. Im Winter haben wir sie abgerissen und verbrannt.

Und jetzt machen wir wieder neue aus schönem weißen Birkenholz. Hier gibt es ja fast nur Birkenholz. Die Russen werden staunen wenn sie mal wieder nach Hause kommen. So schön ist ihr Häuschen noch nie gewesen. Sonst geht noch alles in Ordnung.

Viele Grüße und alles Gute

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Dann ist ja also R. Decker auch gefallen. Also schon der 11.

[ … ]

Nun wünsche ich euch noch ein frohes Pfingstfest

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Heute abend gibt es wieder einmal ein prima Essen. Brot, selbstgemachte Pferdefrikadellen und Pudding. Sonst ist noch alles beim Alten. Es wird allmählich Zeit, dass die Bäume endlich grün werden. Es ist noch alles so kahl und leer man meint man wäre auf dem Mond daheim.

Ich wünsche euch nun alles Gute und ein recht frohes Pfingstfest.

Liebe Eltern!

[ … ]

Wir sind über 5 Wochen fast nur mit Flugzeugen verpflegt worden Hafer, Heu, Brot und alles was man so braucht wurde von Flugzeugen abgeworfen. Da könnt ihr einmal sehen, was der Nachschub schon allein für Arbeit kostet.

[ … ]

Liebe Eltern jetzt passt einmal auf. Gestern habe ich mit einem Schlag 30 Päckchen erhalten. Das ist etwas zu viel. Ihr macht euch bestimmt mehr Arbeit und Sorgen wie nötig ist. Wenn ihr für jeden Tag 1 100gr-Päckchen abschickt ist vollkommen genug was ihr schickt da kann man ja vollkommen von leben.

[ … ]

Ich weiß ja, dass ihr es nur gut meint, schickt aber bitte nicht mehr wie 1 pro Tag. Tut mir den Gefallen.

Es grüßt euch vielmals

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Vorige Woche sind wir nun wieder in den Wald gezogen. Waldstellungen sind ganz schön und gut solange es nicht regnet. Leider fing es am 2. Tage schon wieder an, und regnet jetzt schon den 4. Tag. Dass da die besten Holzbunker ersaufen könnt ihr euch ja vorstellen. In allen Luken kommt es herein. Von oben läuft es durch die Decke und von unten drückt es den Fußboden hoch. Wir schöpfen morgens 300 Eimer und abends wieder 300 Eimer Wasser.

[ … ]

Viele Grüße und alles Gute

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Die beiden Halstücher hättet ihr eigentlich nicht zu schicken brauchen da wir ja Moskitonetze empfangen haben. Die Schnaken sind aber auch ganz schlimm hier.

[ … ]

In den nächsten Tagen werden wir neue Pferde bekommen dann geht der Zirkus wieder von ganz vorne los.

[ … ]

Viele Grüße und alles Gute

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Bei Nacht wird marschiert und tagsüber kommt man auch wenig zum Schlafen. Bis jetzt hat sich das Wetter ganz gut gehalten. Einige neue Pferde haben wir auch bekommen, da rollt die Sache wenigstens.

[ … ]

Herzliche Grüße und alles Gute

Fritz

Liebe Eltern!

Seit 2 Tagen sind wir nun wieder hier in unserer neuen Stellung. Wir wurden vor einigen Tagen aus der Front herausgezogen. Nach 3 Marschtagen von 120 km sind wir weiter rückwärts gegen die Partisanen eingesetzt. In Russland ist ja überall Front. Hoffentlich ist das der Anfang zum Rauskommen. Ab und zu einige 1000 Partisanen wollen wir ja gerne noch erledigen. Hier herrscht ja jetzt schon fast wieder Ruhe. Ich glaube kaum, dass man uns die 120 km wieder zurück zur Front marschieren lässt.

[ … ]

Herzliche Grüße

Fritz

Ich soll euch vielmals von A. Franz grüßen

Lieber Albert!

Deinen Brief vom 7.6. habe ich heute erhalten. Bei euch scheint es ja sehr warm zu sein. Hier ist augenblicklich das Gegenteil der Fall. Viel Regen und Wind wie im November. Der Wind ist ja ganz gut, da merkt man die Schnaken wenigstens nicht so. Ob der Krieg in diesem Jahr hier zu Ende geht? Gestern war es ein Jahr dass wir nun in Russland sind und fast dauernd im Einsatz.

[ … ]

An Rauchwaren habe ich mir einen eisernen Bestand zurückgelegt.

[ … ]

Ich bin einer von denen, die die meisten Päckchen erhalten.

[ … ]

Für heute herzliche Grüße und alles Gute

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Unseren Bunker haben wir nun auch wieder verlassen müssen. Die meiste Zeit hat es durch die Decke getropft trotz den 3 Lagen Balken und 1 Meter Erde.

Jetzt hausen wir wieder in Zelten. Die vergangene Nacht haben wir es doch wieder vorgezogen in den Häusern zu schlafen. Da seit 3 Tagen ein Sturm herrscht wie im November. Ich habe noch einen ganzen Haufen Kerzen hier liegen, ich schicke sie am besten euch. Zum Wegwerfen sind sie doch zu schade.

Sonst ist noch alles beim Alten.

Seid nun recht herzlich gegrüßt und alles Gute

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Augenblicklich liegen wir in einem Dorf 120 km hinter der Front, und werden auch wahrscheinlich einige Zeit hier liegen bleiben. Jetzt hat man wenigstens wieder Zivilisten unter sich. Milch kann man auch wieder bekommen. Hier hinten geht alles seinen Gang weiter. Wenn die Partisanen nicht wären könnte man meinen es wäre Frieden. Hoffentlich geht es mit dem Urlaub jetzt etwas schneller.

[ … ]

Herzliche Grüße und alles Gute

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Wenn die Trauben reif sind dann schreibt doch, ob sie blau oder weiß sind.

[ … ]

Viele Grüße und alles Gute

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Ich habe eine sogenannte Ruhestellung. Nur dass man sich nachts ab und zu die Partisanen vom Hals halten muss. Sonst ist es aber ganz annehmbar.

[ … ]

Bei euch wird es wohl allerhand zu tun geben. Wenn das Heu nicht langt, schafft doch die dritte Kuh ab. Für euch langen auch zwei. Was Walter L. euch erzählt hat, dass wir nach Frankreich sollen, ist hier noch nichts bekannt. Jeder hofft es, aber keiner glaubt daran. Das sind leider nur Parolen, womit einer den anderen verrückt macht. Hinterher kommt dann die große Enttäuschung. An Urlaub oder an ein Herausgezogenwerden glaube ich früher nicht, bis wir die russische Grenze hinter uns haben.

[ … ]

Sonst geht es mir noch gut was ich auch von euch hoffe.

Viele Grüße an die Kinder

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Heute nacht sind wir hier in Rostow(?) eingetroffen, wo wir wahrscheinlich morgen Nacht verladen werden. Die Division wird wahrscheinlich weiter südlich eingesetzt werden. Wie man hört in die Gegend von Orel(?). Das sind ungefähr 250 km. Gut dass wir die Strecke nicht marschieren brauchen. Bis jetzt ist noch keine Urlaubssperre. Vielleicht geht es ja weiter. In Frankreich lag die Sache anders. Die Franzosen sahen wenigstens ein, dass es keinen Zweck hatte. Aber die Russen die ja nicht weiter denken können als sie sehen, werden nie kapitulieren.

[ … ]

Sonst geht es mir noch gut was ich euch ebenfalls wünsche. Übrigens habe ich ein Päckchen mit Schokolade abgeschickt für die Kinder.

Nochmals viele Grüße und alles Gute

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Nach 28stündiger Bahnfahrt von Roslanel(?) über Briwans(?) nach Orel sind wir vorgestern ungefähr 35 km östlich von Orel in unserem neuen Bereitstellungsraum angekommen. Was nun werden soll müssen wir abwarten. An der Mittelfront scheint es diesen Sommen ruhig zu bleiben. Im Süden geht es ja ganz gut vorwärts. Aber trotzdem wird es noch lange dauern bis es einmal fertig wird. Der Urlaub geht bis jetzt noch weiter. Wenn ich Glück habe, kann ich vielleicht vor Weihnachten noch fahren. Sonst gibt es nichts Neues hier. Man merkt, dass es hier schon näher nach der Ukraine zugeht, der Boden ist pechschwarz. Nicht nur die obere Schicht, sondern metertief. Das Korn ist mannshoch. So einen Boden müsste man zu Hause haben. 200 Morgen und man wäre ein reicher Mann. Wenn das Getreide alle geerntet wird, dann gibt es zu Hause bestimmt im nächsten Jahr mehr Brot.

Viele Grüße und auf ein baldiges Wiedersehen

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Die eigentliche Offensive hat ja weiter südlich begonnen. Bei uns ist noch nichts davon zu sehen. Nur das die Russen öfters mit schwersten Panzern angreiefen. Wie man hört sollen wir jedoch in den nächsten Tagen wieder etwas nördlich 150 km in der Gegend von Schistrow(?) eingesetzt werden. So toll wie voriges Jahr wird es wohl nicht werden.

[ … ]

Viele Grüße und alles Gute

Fritz

03.08.1942 Sowjetparadies

Liebe Eltern!

[ … ]

Seit meinem letzten Brief sind wir wieder 150 km weiter nach Nordosten verlegt worden. Es hat so den Anschein als wenn es hier in der Nähe von Schistrow(?) in den nächsten Tagen losgeht. Hier ist es nicht wie in Frankreich oder sonstwo, dass die Zivilisten flüchten. Sie bleiben in ihren Hütten und wenn sie ihnen über dem Kopf zusammengeschossen werden.

[ … ]

Viele Grüße und alles Gute

Fritz

Lieber Albert!

[ … ]

Wie kommt es, dass du den Führerschein 2 machen musst? Walter (?) ist also jetzt schon ein junger Ehemann. Meinen Segen hat er. Ich glaube seine Schwiegereltern werden ihm wohl die Hosen ausgezogen haben. Was die Mädchen anbetrifft! Das Lazarett wird wohl seine Schuldigkeit tun. Bemerkbar machts sich ja schon. Wie mir Fr. Kreuter schreibt hat G. Sommer ja auch Karbid geschluckt. Als weg damit. Die größten Feger sind ja jetzt bald alle unter, wie der „rote Nachtjäger“. Aber nicht weitersagen.

Für heute viele Grüße und alles Gute

Fritz

Für die Kinder habe ich Schokolade abgeschickt

Liebe Eltern!

[ … ]

Seit gestern sind wir wieder auf dem Vormarsch. Es war nicht so einfach den Russen aus seinen Stellungen herauszuwerfen. Er verteidigt sich bis aufs Letzte. Wegen der Ernte braucht ihr euch nicht so viel Sorge zu machen. Wenn das Getreide zum großen Teil wenigstens abgeerntet wird was hier steht, dann kann sich jeder satt Brot essen. Solche Felder könnt ihr euch nicht vorstellen.

[ … ]

Viele Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Seit dem 14. geht es wieder vorwärts. Die Russen sind zäh wie Leder. So schnell wie voriges geht es nicht. Einen Kessel geht wieder seinem Ende zu. 2 Armeen sollen drin sitzen. Das ist wieder ein schöner Schlag. Marschrichtung ist Kaluga. Vielleicht kann man seine Quartierleute von vorigem Jahr wieder einmal aufsuchen.

[ … ]

Herzliche Grüße und alles Gute

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Seit einigen Tagen liegen wir nun wieder fest. Der Kessel ist zu, aber die Russen verteidigen sich zäh wie noch nie. Sie wissen dass es um die Wurst geht. Die unendlichen Wälder sind ihre Stärke. Wir liegen ca. 70 km östlich von Letis..(?).

Aufgeben trotz ihrer hohen Verluste wird er es so wenig wie wir. Wenn ihr mich im Film gesehen haben wollt, dann müsst ihr mal schreiben wo es gewesen sein soll und wann. Im Winter oder jetzt im Sommer.

[ … ]

Viele Grüße und alles Gute

Fritz

Im wesentlichen geht es in diesem Brief um Geldangelegenheiten.

Liebe Eltern!

[ … ]

Mit dem Kalender habt ihr etwas Brauchbares geschickt. Jetzt braucht man wenigstens nicht mehr zu fragen, ob Sonntag, Montag oder Dienstag ist.

[ … ]

Viele Grüße und alles Gute

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Ich habe vorläufig Rauchwaren genug. Hebt sie auf bis ich auf Urlaub komme. Vielleicht Dezember-Januar. Wir werden auch den 2. Winter hierbleiben müssen. Augenblicklich bauen wir uns Bunker für den Winter und was für Nächte. Den ganzen Winter im Erdbunker wohnen ist ja auch nicht schön. Aber das was voriges Jahr passiert ist, wird in diesem Jahr nicht vorkommen. Bunker werden deshalb gebaut, weil im Umkreis von vielen Kilometern kein Haus mehr bewohnbar ist, alles zerstört.

[ … ]

Viele Grüße und alles Gute

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Wie ich euch schon schrieb beziehen wir jetzt unsere Winterstellungen. Leider stehen keine Dörfer zur Verfügung. Da gibt es einen Haufen Arbeit. Bunker und Pferdeställe werden alle in die Erde eingegraben. Da heißt es gepickelt und geschaufelt. Wie ihr schreibt ist Hans G[ … ] [ … ] (?) nun auch tot. Wer wird es nun von unserem Jahrgang am längsten aushalten? Im allgemeinen ist es aber ziemlich ruhig hier geworden. Die Ernte ist ja zum großen Teil jetzt noch eingebracht. Hat es eigentlich Äpfel gegeben? Vergesst den Rollfilm nicht!

Viele Grüße und alles Gute

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Es fängt schon an zu frieren. Noch 4-5 Wochen und es ist wieder für ein halbes Jahr Schluß. Was die Abwehrkämpfe bei Kaluga anbetrifft, wird den Russen wohl allmählich die Lust vergehen. Bewirkt hat es ja noch nichts. Seit einigen Tagen ist es hier auffallend ruhig geworden.

[ … ]

Viele Grüße und alles Gute

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Gottseidank haben wir unsere Waldquartiere wieder verlassen und sind in einen Ort gezogen. Wenn auch die Häuser schon mitgenommen sind, so hat man doch wenigstens ein Dach über dem Kopf, und kann auch seine Kleider wieder einmal trocknen. Ich muss mich manchmal selber wundern wie man sich an das Kriegslebengewöhnt. Aus nichts macht man sich mehr was. Es fällt einem nicht schwerer als wenn man auch auf die Arbeit ginge. Der Mensch gewöhnt sich eben an Alles.

[ … ]

In den nächsten Tagen werde ich euch auch den 2. Schuh abschicken wo ihr doch sicherlich schon lange drauf wartet.

Viele Grüße und alles Gute

Fritz

Geldangelegenheiten und Bestellwünsche.

Liebe Eltern!

[ … ]

Das Wetter ist augenblicklich ganz gut wir sind eben dabei das letzte Heu zu machen. In diesem Ort sollen wir nun endgültig über Winter bleiben. Wenn nichts dazwischen kommt.

[ … ]

Auf ein baldiges Wiedersehen

Fritz

Liebe Eltern!

Für euren Brief vom 20.09. sowie für die 12 Päckchen darunter ein 2 Pfd-Päckchen allerbesten Dank. Wir bekommen jetzt seltener Post, weil wir ziemlich abgelegen liegen und da dürft ihr euch nicht wundern, wenn ich so viel auf einmal erhalte. Der Klebstoff und der Rollfilm freuen mich ganz besonders. Wenn ich mal Zeit habe, mache ich mal einige Bilder von mir alleine damit ihr auch einmal einige Bilder von mir habt. Hermann Donsbach ist nun auch noch gefallen. Ein schwerer Schlag für die Alten. Wenn es so weitergeht, bleiben ja die meisten hier. Ich möchte gern einmal die wirklichen Verluste wissen hier von Russland. Ob das stimmt was in den Zeitungen stand?? Wenn man die ungeheuer vielen Gräber sieht, dann sind 271000 zu wenig. Fast an jeder Straße und in jedem Dorf liegen welche.

[ … ]

Meinen Pullover habe ich noch. Hemden und Unterhosen noch übrig. Ein „guter“ Soldat hat eben alles doppelt.

[ … ]

Viele Grüße

Euer Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Die Trauben nehmt nur ruhig ab. Bis ich komme ist es Winter. Wie man hört soll es in Zukunft schneller gehen. Bis Weihnachten sollen alle durch sein. Hoffentlich ist es wahr. Daß es ein 10Pfd-Paket geben soll, ist auch hier bekannt geworden. Eine ganz schöne Einrichtung. Man siwht wenigstens, dass es an Nahrungsmittel in der Heimat nicht fehlt, wenn auch manche Zuteilung etwas zu knapp bemessen ist.

[ … ]

Viele Grüße und alles Gute

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Die Trauben nehmt nur ruhig ab. Bis ich komme ist es Winter. Wie man hört soll es in Zukunft schneller gehen. Bis Weihnachten sollen alle durch sein. Hoffentlich ist es wahr. Daß es ein 10Pfd-Paket geben soll, ist auch hier bekannt geworden. Eine ganz schöne Einrichtung. Man siwht wenigstens, dass es an Nahrungsmittel in der Heimat nicht fehlt, wenn auch manche Zuteilung etwas zu knapp bemessen ist.

[ … ]

Viele Grüße und alles Gute

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Pakete schickt aber keine ab, da ich noch vor Weihnachten in Urlaub komme. Es ist sogar möglich, dass ich vor Weihnachten schon wieder weg muss. Dass die Kinder sich freuen kann ich mir lebhaft vorstellen. 2 Tafeln Schokolade habe ich schon aufgehoben. Will sehen dass ich für jeden eine bekomme.

[ … ]

Vergesst ja nicht, meinen Rock kürzer machen zu lassen 3 Fingerbreit genügen.

[ … ]

Viele Grüße auf ein baldiges Wiedersehen

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Heute nacht ist der erste Schnee bei uns gefallen, und zwar ganz plötzlich. Gestern war es noch schön warm, und heute morgen lag schon einige Zentimeter Schnee. Schade dass Fr. Kreuter jetzt schon im Urlaub ist. Wenn er wenigstens noch 8 Tage gewartet hätte dann hätten wir uns wenigstens mal treffen können. Heute hat es nunnoch die restliche Winterbekleidung gegeben. Für diesen Winter ist doch etwas besser gesorgt als voriges Jahr. Sonst wüsste ich nichts zu schreiben was von Bedeutung wäre außer meinem Urlaub, und da wisst ihr ja Bescheid.

Viele Grüße und alles Gute

Fritz

Liebe Eltern!

Teile euch kurz mit, dass ich gestern nachmittag um 2 Uhr hier eingetroffen bin. In Frankfurt, hatte gute Anschluss. Hat also tadellos geklappt. Heute nachmittag um 5 fahre ich wieder von hier weiter nach Smolensk und bin morgen am 20.12. um 5 Uhr dort. Dort werde ich wieder eine Nacht bleiben. Mein Urlaubsschein ist ja abgestempelt, jetzt kann es ruhig noch ein paar Tage dauern. Meinen Kameraden von der Heimreise habe ich wieder getroffen. Meine beiden Pakete waren noch gar nichts gegen das was er zu schleppen hat. Einen ganzen Kartoffelsack voll Päckchen hat er zu transportieren. Wir werden es so einrichten, dass wir am Heiligen Abend dort eintreffen. Jetzt wo man die Schwelle zu dem verfluchten Dreckland wieder überschritten hat sieht man wieder wie schön es zu Hause war.

[ … ]

Gruß an Walter, Hans und Eberhard. Walter gratuliere ich noch nachträglich zu seinem Geburtstag.

Viele Grüße und ein recht frohes Weihnachtsfest wünscht euch

Fritz

Liebe Eltern!

Gestern den 26.12. also am 2. Weihnachtstag bin ich endlich bei meiner Batterie angekommen. Während meinem Urlaub haben sie Stellungswechsel gemacht, und sind nun in der Gegend südlich von Rhesh[ … ] .(?). Ein ziemlich heisses Pflaster. Die Russen waren hier durchgebrochen sind aber jetzt wieder in ihre alte Stellung zurückgeworfen. Im Wehrmachtsbericht war ja öfter davon die Rede. Unter anderem hatten die R. 14000 Tote und über 1000 Panzer verloren. So ein Bild der Verwüstung haben wir im ganzen Krieg nicht gesehen. Zu Weihnachten wären wir gerne hier gewesen haben aber zu lange suchen müssen. Am Heiligen Abend haben wir natürlich Halt gemacht, und haben die Nacht im Bahnhof Wladimirskoje(?) in einem Waggon zugebracht. Als ich gestern hier ankam, lagen hier 17 100gr-Päckchen und 1 2Pfd-Paket und 5 Briefe. Jetzt habe ich abends wieder zu tun. Sonst geht noch alles in bester Ordnung.

Viele Grüße

Fritz

Ausgewählte Feldpostbriefe 1943

Liebe Eltern!

Wieder hat ein neues Jahr seinen Einzug gehalten. Gottseidank haben wir wenigstens das Jahr 43 etwas ruhiger angefangen wie voriges Jahr. Das größte Glück ist ja, dass es nicht übermäßig kalt ist. Ab und zu etwas Schnee es ist zum Aushalten. Heute morgen habe ich den runden Kuchen angeschnitten. Hat tadellos geschmeckt. Den Schinken habe ich noch ganz. Es ist doch gut wenn man in der ersten Zeit etwas zuzusetzen hat. Eure Weihnachtskarte habe ich vorgestern erhalten. Besten Dank. Wenn man jetzt an den Urlaub zurückdenkt, meint man, man hätte geträumt. Weiter war es ja auch wohl nicht. Eingelebt habe ich mich schon wieder ganz gut. In den ersten Tagen ist es etwas ungewohnt nachher geht es ganz gut. Man kennt ja jeden gut. Die Fellweste tut doch gute Dienste. Sonst geht es mir noch gut was ich euch ebenfalls allen wünsche.

Viele Grüße

Fritz

Lieber Albert!

Deine Karte habe ich soeben erhalten. Meinen besten Dank. Nun bin ich schon wieder 8 Tage hier bei meinem Haufen. Zu Weihnachten habe ich es nicht mehr ganz geschafft. Es hat also doch gestimmt. Wir liegen jetzt südlich Rschew. Eine wellige (?) Gegend. Als ich am 2. Weihnachtstag hier ankam, sah es toll aus. Es ist die Ecke wo in letzter Zeit im Wehrmachtsbericht immer von die Rede war. 16 Kilometer war der Russe durchgebrochen ganz überraschend mit Panzern. Kannst du dir vorstellen was das für eine Panik gewesen ist. Wenn plötzlich so ein paar Biester weit hinter der eigentlichen Front ins Dorf gerast kommen? Er ist aber wieder in seine alten Stellungen zurückgejagt worden. 14000 Tote und über 1000 Panzer hat er zurückgelassen. Auf deutscher Seite ist auch wieder allerhand draufgegangen. Was, darf man ja nicht sagen. Eigenes Fabrikat waren nur seine Panzer. Spähwagen Pkw und Lkw alles amerikanisches Fabrikat. Oft erst halb fertig. Die russische Winterbekleidung ist saumäßig. Längst nicht mehr das wie voriges Jahr. Versuchen wird er es aber trotzdem noch öfters. Sonst ist noch alles in bester Ordnung. Übermäßig kalt ist es nicht.

Viele Grüße

Fritz

Den Brief von Walter habe ich ebenfalls erhalten. Ich meine den mit dem schönen Gedicht

Liebe Eltern!

Nach fast 8 Tagen will ich nun doch einmal etwas hören lassen. Ich hätte ja schon früher schreiben können, habe aber jeden Tag gedacht, ihr würdet doch mal schreiben. Leider ist bis jetzt noch kein Brief eingetroffen. Dass ihr nicht Schuld daran seid weiß ich ja. Es geht nun eben einmal so langsam. Was macht denn Eberhard. Walter soll doch wieder einmal schreiben. Es freut mich immer wenn ich seinen Brief lese.

[ … ]

Hier ist vielleicht halb so kalt wie voriges Jahr. Das einzige ist die kolossalen Schneestürme. Seit einigen Tagen herrscht an der Front wieder vollkommene Ruhe. Mit unseren Pferden sind wir inzwischen einige Kilometer zurück. Wenns so bliebe könnte man es aushalten bis zum Frühjahr. Sonst geht es mir noch gut was ich euch ebenfalls allen wünsche.

Herzliche Grüße und alles Gute

Fritz

Habt ihr die Bilder schon abgeschickt?

Liebe Eltern!

[ … ]

Es ist ziemlich ruhig geworden außer den gelegentlichen Angriffen, die der Russe ja immer unternimmt. Wir fühlen uns ganz wohl hier in dem Dörfchen Rusnszewo(?). Wenn man nur einmal ein Ende sähe.

Viele Grüße und alles Gute

Fritz

Liebe Eltern!

Herzlichen Dank für euren Brief vom 10. Januar den ich soeben erhalten habe. Ganz erstaunt war ich als schon heute gleich 3 Geburtstagskarten ankamen. 1 von euch und die anderen 2 von Walter Eberhard und Hans. Na ja, besser etwas zu früh als zu spät. Warum soll ich erschrecken als ich hier ankam. Tote Russen ist was alltägliches. Schrecken kann mich überhaupt nichts mehr. Man muss sich nur über manches wundern.

[ … ]

Mutter möchte ich nun noch zu ihrem Geburtstag gratulieren. Ich wünsche ihr auch in ihrem neuen Lebensjahr alles Gute und dass sie 100 Jahre alt wird.

Viele Grüße und alles Gute

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Von uns eigentlich nichts Neues zu sagen. Das Leben besteht scheinbar nur noch aus Fahren und Wacheschieben. So lange wie wir wenigstens hier sind weiß man doch wo man hingehört. Mir gefällt es hier ganz tadellos. Soweit wie man von gefallen reden kann. Die Quartiere sind gut, und ne warme Bude haben wir auch. Was will man sonst noch mehr. Die nächstgrößere Stadt in unserer Nähe ist Bjelij südöstlich von Rschew. Da wisst ihr wenigstens wo ich stecke.

Vater gratuliere ich nun noch recht herzlich zu seinem Geburtstag und wünsche ihm auch in seinem neuen Lebensjahr alles Gute.

Für heute viele Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Seit langer Zeit habe ich gestern wieder einmal Nachrichten gehört. Was man da hört ist ja gerade nicht schön. Was uns vorigen Winter passiert ist, passiert denen im Süden dieses Jahr. Nur noch in größerem Maßstab. Wer hätte das gedacht. Wie wird der Krieg überhaupt noch einmal hier ausgehen. Es gibt ein ständiges Hin und Her, ein Erobern und Wiederaufgeben und Wiedererobern bis einem der Atem ausgeht. Naja wollen mal nicht zu schwarz sehen. Vielleicht nimmt doch noch alles ein gutes Ende.

Viele Grüße und alles Gute

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Damit ihr nochmals genau wisst wo ich bin will ich es nochmals ziemlich genau beschreiben. Unsere Stellung liegt zwischen Bjely und Wilnky-Luki(?) Letzterer Ort ist ja in letzter Zeit ziemlich bekannt geworden. Augenblicklich ist es gar nicht so übermäßig kalt. Und trotzdem ist es dem Russen wieder gelungen durchzubrechen. Weiß der Teufel wo die vielen Menschen herkommen. Bin mal gespannt was Hitler dazu zu sagen hat. Auch dafür wird man wohl wieder eine Entschuldigung finden. Mit Worten lässt sich ja alles so schön machen. Schon das vierte Mal feiere ich meinen Geburtstag fern der Heimat. Hoffentlich ist es der letzte. Allmählich geht einem der Schwindel doch auf die Nerven. Es scheint wieder einen 7-jährigen Krieg zu geben.

Viele Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Ich möchte gerne einmal wissen warum ihr so auf das Geld von der M.H.

besessen seid. Lasst doch die verfluchten Kröten zum Teufel gehen.

[ … ]

Im Frieden mag das Geld ja einen ganz schönen Sinn haben. Und da ist es ganz gut wenn man nicht allzu viel davon hat. Ihr werdet das vielleicht nicht verstehen. Kommt einmal hierher, dann seht ihr was der Mensch wert ist, und das Geld noch viel weniger.

Viele Grüße und alles Gute

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Dass ich an den Geburtstag meiner Mutter denke ist doch selbstverständlich. Das hat doch mit dem Krieg nichts zu tun, und zu Wundern braucht ihr euch nicht. Wer ist in der Zwischenzeit zu Hause gefallen. Ich meine bei Stalingrad. Sollte mich wundern wenn Merkenbach verschont bliebe.

[ … ]

Wie ihr schreibt, muss bei euch ja schönes Wetter sein. So richtig zum Urlaub fahren. Aber da ist ja jetzt noch nicht dran zu denken. Wenn es nur wieder einmal so weit wäre.

[ … ]

Das liebe Eltern wäre nun alles für heute.

Herzliche Grüße und alles Gute

Euer Fritz

Lieber Albert!

[ … ]

Für W. Pfaff war es ja auch allmählich Zeit dass er geheiratet hat. Wir haben ja keine Zeit dazu uns den Spaß zu erlauben. Warum werden sich Vater und Mutter denn so aufregen. Hat ja doch keinen Zweck, wie es kommt wird es eben zutreffen. Über den Sieg besteht ja gar kein Zweifel. Wenn es auch manchmal so trübe aussieht wie z.B. jetzt bei Stalingrad. Da hat Fr. Groos ja wieder einmal „Schwein“ gehabt. Die einzigen Sorgen sind bei mir, dass es vielleicht noch einige Jahre dauern könnte, und die schönsten Jahre gehen durch den Krieg zum Teufel

[ … ]

Für heute herzliche Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Wie ich sehe, ist ja bis jetzt Gottseidank von Merkenbach noch keiner in dem Kampf um Stalingrad umgekommen. Sowas wie es dort passiert ist, gibt es bestimmt nur einmal in der Geschichte. Eine ganze Armee, also mindestens 200000 Mann.

[ … ]

Viele Grüße und alles Gute

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Bei uns liegt wieder irgend etwas in der Luft. Bin mal gespannt was wird. Minna werde ich so schnell die Pferdehaare schicken, sobald wieder ein Pferd dran glauben muss.

[ … ]

Viele Grüße und alles Gute

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Ab heute wohnen wir mit 21 Mann allein im Dorf. Die Zivilisten sind alle evakuiert. Das Elend hättet ihr wieder einmal sehen müssen. Die Tage werden ja jetzt schon wieder etwas länger. Es ist wenigstens schon hell bis 5 Uhr. Die Abende werden immer noch langweilig. Die einzige Abwechslung bringen unsere 3 Gefangenen. 2 spielen Balalaika und 1 Zither. Dann noch ne Mundharmonika dazu, das gibt die schönste Musik. So ist es auch eben wieder. Wenn es jetzt Sommer wäre würde ich euch einige Pfund Zwiebel schicken. Solange wie es friert hat es ja keinen Zweck. Tinte braucht ihr keine zu schicken. Ich mache sie mir jetzt selber.

Für heute herzliche Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Gestern und vorgestern habe ich euch 2 Päckchen abgeschickt. Beide mit Bienenhonig. Da werdet ihr nun fragen, wo bekommt der nur den Bienenhonig her. Vergangene Woche waren wir wieder einmal zur SS-Kavallerie abkommandiert. Bei unserer Nachbardivision zur Partisanenbekämpfung. Ihren Schlupfwinkel ein einsames Dorf 20 km im Wald haben wir ausgeräumt und niedergebrannt bis aufs letzte Haus. Da haben wir natürlich alle Gewehre mitgenommen. U.a. auch die 2 Bienenstöcke. 16 Partisanen wurden gleich an Ort und Stelle erschossen und drei Kommissare aufgehängt. Jetzt haben wir wenigstens wieder einmal ne Zeitlang Ruhe.

Für heute herzliche Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Wenn alles restlos eingezogen wird, können ja wieder einige Armeen aufgestellt werden, die hier so nötig gebraucht werden. So ist es ganz richtig/wichtig. Jeder soll einmal sehen was eigentlich Krieg ist, damit sie mal den Unterschied kennenlernen zwischen Front und Heimat. Gewiss, die Arbeit zu Hause will ich ja ganz gern anerkennen. Es ist bestimmt nicht leicht jeden Tag 12 Stunden und noch mehr zu arbeiten aber daheim ist daheim.

[ … ]

Viele Grüße und alles Gute

Fritz

Liebe Schwester!

[ … ]

Wenn es so ist wie du schreibst, dass du bei Berkenhoff in der Küche arbeitest hast du ja noch Glück gehabt. Bist wenigstens jeden Tag zu Hause. Die letzten 14 Tage waren bei uns gerade nicht schön. Wie ihr ja wohl inzwischen erfahren habt, ist in unserem Abschnitt die Front zurückgenommen worden. Heute sind wir endlich in unserer neuen festen Stellung angekommen. Der Rückzug war schon seit Mitte Januar vorbereitet. Ist also ganz planmäßig vor sich gegangen. Die Russen waren scheinbar ganz überrascht. In den ersten Tagen kamen sie nur ganz langsam und vorsichtig nachgestoßen. Jetzt werden sie schon etwas frecher. Sonst ist noch alles in bester Butter.

Viele Grüße und viel Glück in der Heimat wünscht dir

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Am 10. März begann dann unser planmäßiger Rückzug. Ihr werdet nun fragen, warum sind die wieder zurückgegangen. Damit den Russen die Möglichkeit genommen wurde uns abzuschneiden, da die Front einen tiefen Keil in unserem Abschnitt bildete wurde die Front zurückgenommen. Das war alles schon Wochen vorher vorbereitet. Zurückgelassen wurden nur rauchende Trümmerhaufen. Sämtliche Dörfer sind niedergebrannt worden. Vorgestern sind wir nun in unserer endgültigen neuen Stellung angelangt. Die Russen müssen ganz überrascht gewesen sein. In den ersten Tagen dauerte es ziemlich lange bis sie nachgerückt kamen. Dadurch hat sich die Sache auch im Ganzen etwas verzögert. Könnt also ganz unbesorgt sein, es ist alles wieder in bester Ordnung. Unannehmlich war nur, dass wir fast die ganze Zeit im Freien kampiert haben wo jetzt im Wald doch fast überall noch 30 cm Schnee liegt, ist das gerade nichts Schönes im Zelt zu schlafen. Wenn man müde ist schläft man auch im Schnee. Braucht nun nicht zu denken dass ich verrückt geworden bin, es ist tatsächlich so. Wenn mir früher jemand gesagt hätte, du schläfst noch einmal mitten im Winter im Zelt, ich hätte gesagt, du bist verrückt. Man hält mehr aus als man selber glaubt. Wie ihr schreibt ist der Bienenhonig schon angekommen. Das hat ja sehr schnell gegangen.

[ … ]

Viele Grüße

Euer Fritz

Lieber Walter! (sein geliebter Neffe)

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Wenn dich mein Brief erreicht, wird es bald Ostern sein und du zählst dann die Nächte die du noch zu schlafen hast bis der Osterhase kommt. Bin doch neugierig ob der Osterhase auch zu uns kommt. Aber ich glaube der Weg wird ihm zu weit sein. Wenn jetzt so viele Franzosen zu Hause sind, dann kannst du ja auch ganz schnell französisch lernen. Pass also gut auf.

Ein recht frohes Osterfest wünscht euch allen

Fritz

[ … ]

Fritz drückt seine Sorgen um die an Lungenentzündung erkrankte Mutter aus.

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Liebe Eltern!

[ … ]

Wie kommt Minna nur darauf dass wir in der Nähe von Orel seien. Ich hatte euch doch geschrieben, dass wir ca. 80-90 km von Smolensk sind. Dass wir immer dorthin wandern wo was los ist, sind wir ja gewöhnt.

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Für heute herzliche Grüße

Fritz

Liebe Mutter!

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Wie du mir schreibst geht es dir ja wieder besser. Da bin ich aber froh. Johanna schrieb mir du lägest still im Bett, da habe ich schon mit dem schlimmsten gerechnet. Vater wird jetzt schwer arbeiten müssen wo du nicht helfen kannst. Stehe aber ja nicht zu früh auf, damit du nicht einen Rückfall bekommst.

[ … ]

Heut ist Ostern und um diese Zeit werden die Kinder wahrscheinlich Ostereier suchen. Mit Urlaub ist vorläufig noch nicht zu rechnen. Bis ich komme wird es wieder Herbst.

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In deinem nächsten Brief hoffe ich zu lesen, dass du wieder voll auf den Beinen bist.

Für heute herzliche Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Lege ich noch mein E.K.II bei damit es nicht noch einmal verloren geht. Am 20. März habe ich es erhalten, aber das hatte ich euch ja schon einmal geschrieben.

[ … ]

Viele Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

Heute erhielt ich euer Paket mit dem Osterlämmchen. Es war noch einwandfrei erhalten. Meine Kameraden haben alle gestaunt weil die meisten diese Form nicht kennen. Es war aber auch wirklich wunderschön geraten. Unsere „Malka“ hat sich bald die Augen ausgeguckt.

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Es wächst alles so schnell es ist eine wahre Pracht.

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Heinrich Schermuly ist vor 8 Tagen mit seiner Batterie nach Deutschland abgerückt. Sie sollen nach Mühlhausen i.Th. kommen. Er hat mehr Glück wie wir.

Für heute herzliche Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

….

Wir sind augenblicklich noch feste am Hafer und Gerste säen. 100 Ztr. Kartoffel haben wir schon gesetzt. Wie man so hört sollen wir längere Zeit hier liegen bleiben. Aber gewöhnlich ist ja immer das Gegenteil wahr. Die Bücher (6 Stck.) habe ich neulich einmal Duchowtschina in der Frontbuchhandlung gekauft. Sind sie alle angekommen? Wie ihr schreibt hat Eberhard ja auch die Lungenentzündung. Was ist denn da nur los. Hoffentlich übersteht er sie. Wie es scheint hat man sich doch endlich dazu entschlossen eine feste Stellung aufzubauen. So wie jetzt ist die Front noch nicht aufgebaut gewesen. Bunker an Bunker und Kampfstand an Kampfstand. Alles mit Laufgräben verbunden. Die höheren Zehntausend scheinen doch allmählich selber die Hoffnung aufzugeben Russland auf die Knie zu zwingen. Das Stück was wir haben langt ja auch vollkommen. Das einzige Unangenehme ist dabei, dass wir dann wohl noch einige Jahre Krieg haben werden. So denke ich mir das wenigstens. Afrika ist ja nun auch aufgegeben. Naja wir können uns da kaum ein Urteil erlauben. Die Herren müssen das ja verantworten können.

[ … ]

Für heute herzliche Grüße

Fritz

Einliegend schicke ich euch mal die Urkunde von dem EKII

Liebe Eltern!

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Kartoffel Hafer und Gerste sind jetzt soweit alle unter. Morgen wollen wir noch 3 Morgen Buchweizen säen. Buchweizen werdet ihr wohl nicht kennen. Er wird 40-50 cm hoch, hat aber keine Ähren. Wenn er blüht ist das ganze Feld schnee-weiß. Die Körner sehen aus wie Bucheckern, nur etwas kleiner. Nun ist auch der Feldzug in Afrika beendet. Wenn das auch nicht von entscheidender Bedeutung ist, so bleibt doch immerhin die Tatsache, dass wir ihn verloren haben. Für Italien das ja seine ganzen Kolonien verloren hat, ist dies ja besonders tragisch. Aber trotzdem haben wir noch lange keinen Grund den Kopf hängen zu lassen.

Für heute herzlichste Grüße und alles Gute wünscht euch

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Ich wäre euch dankbar wenn ihr im nächsten Brief eine Tüte mit Blumensamen (bunte Wicken) beilegen würdet. Wir wollen uns nämlich einmal Blumen säen. Oder ist das jetzt schon zu spät?

Für heute herzliche Grüße und alles Gute

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Bei uns in der Bude ist heute abend wieder eine ganz ausgelassene Stimmung. Heute nachmittag ging die Parole um, deutsche Truppen seien in England gelandet. Wenn es doch nur endlich mal wahr wäre. Wenn der Tommy den Frack vollgehauen bekommt, ist auch zu Hause wieder eine ganz andere Stimmung. All die schweren Stunden vergisst man wieder.

Für heute recht herzliche Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Augenblicklich geht es bei uns hoch her. Freie Zeit gibt es überhaupt keine mehr. Von morgens 4 bis abends 8. Ein Lehrgang auf dem anderen. Nun ja auch das geht vorüber. Unsere Stellungen sind schon längst ausgebaut und werden immer noch verstärkt. Wenn wir den Russen mit einer großangelegten Offensive nicht über den Haufen rennen können, im Stellungskrieg wird er überhaupt nicht fertig. Wenn in diesem Jahr wenigstens England auf die käme, dann würde sich das Bild von ganz von selber ändern.

[ … ]

Für heute herzliche Grüße und alles Gute

Fritz

Liebe Eltern!

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Seit 8 Tagen bin ich wieder einmal zu einem Lehrgang abkommandiert. Die Entfernung zu meinem Haufen ist leider zu groß, um die Post mir selber abzuholen. Mir gefällt es eigentlich ganz gut hier. Die Verpflegung ist gut. Pfingsten haben wir sogar den ganzen Tag frei gehabt, was bei meiner Batterie bestimmt nicht der Fall gewesen wäre. Zu Pfingsten sind wir ganz gut bewirtet worden. Pro Mann 100 Zigaretten und 1 Flasche Sekt.

[ … ]

Euch für die Zukunft alles Gute wünschend, grüßt euch

Fritz

Liebe Eltern!

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Den Blumensamen habe ich gestern abend noch gesät. Hoffentlich kommen sie noch zum Blühen. Ernst Ulmer(?) ist also auch gefallen. Es kommt einer nach dem anderen dran. Die einen werden 4-5 mal verwundet und die anderen bekommen gleich so einen, dass sie nicht mehr aufstehen. Das ist Schicksal und da kann man gar nichts dran ändern.

[ … ]

Das Korn steht mannshoch trotzdem doch überhaupt nicht gedüngt worden ist. Pfingsten habe ich ganz schön verlebt. Fast den ganzen Tag geschlafen.

Für heute herzliche Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

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Wie ich sehe geht es den Kindern wieder besser. Bei euch ist ja augenblicklich immer jemand krank. Was ich da von England geschrieben habe war leider wieder einmal eine „Parole“. Aber einmal muss der Tag ja kommen. So kann es ja nicht weitergehen. Wenn man die Verluste liest, die es bei den Angriffen im Ruhrgebiet gegeben hat, und noch täglich gibt, dann stehen einem ja die Haare zu Berge. Hier bei uns ist das ja nichts Neues. Aber wenn man bedenkt, dass die schönsten Städte so aussehen sollen wie man sie in Frankreich nach dem Feldzug gesehen hat, dann kann man das fast nicht glauben. Da nützen auch all die schönen Reden nichts. Wenn das so weiter geht gibt es ja zu Hause mehr Tote als an der Front.

Hier bei uns ist vor wie nach alles ruhig. Ab und zu kleinere örtliche Angriffe damit man nicht ganz einschläft. In diesem Jahr ist ein ganz saumäßiges Wetter. Es regnet fast jeden Tag einmal.

Für heute herzliche Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Pudding hätte ich fürs erste Mal genug. Wenn ihr nochmal welchen schickt, dann aber solchen, der mit Wasser gekocht wird. Milch ist fast keine hier zu haben. Man kann ja auch den Leuten schließlich nicht das Letzte wegnehmen. Sie haben sowieso nicht viel, dann will man ihnen das bisschen schon mal lassen.

[ … ]

Minna denkt nun gleich wieder ich käme zu einem anderen Haufen. So rasch geht das ja nun doch nicht. Da kommen immer zuerst diejenigen hin die man zu gar nichts gebrauchen kann. Mit 4 Jahren „Barras“ hat man ja schließlich alle Kniffe durch. Da kann einem so leicht keiner mehr.

Herzliche Grüße und alles Gute

Fritz

Liebe Eltern!

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Im Süden hat sich ja inzwischen wieder allerhand ereignet. Da haben die Unseren wieder mal im richtigen Augenblick die Falle zuschnappen lassen. Der Russe muss ja eine Unmenge an Reserven dort bereit gestellt haben. Denkt euch nur mal wenn es wirklich zum Angriff gekommen wäre. Da hätten wir wieder ein schönes Fiasko erleben können.

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Herzliche Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

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Heute ist wieder einmal Sonntag und da denkt man ganz besonders oft an euch zu Hause. Wie schön es doch zu Hause ist wenn man sein geregeltes Leben hat. Warum können sich die Menschen nun einmal nicht einig werden. Es ist doch wahrhaftig Raum genug für alle. Aber keiner gönnt dem anderen etwas. Wo man hinsieht überall dasselbe ob hier oder zu Hause.

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Für heute herzliche Grüße und alles Gute wünscht euch

Fritz

Liebe Eltern!

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Was soll man sonst noch schreiben. Ist ja doch ein Tag wie der andere. Höchstens, dass wir gestern einmal im Varieté gewesen sind. Ja so etwas gibt es hier vorne auch. Wenn auch höchst selten aber man sieht doch dass alles getan wird um die gute Stimmung der Truppe zu erhalten. Jedenfalls hat mirs ganz gut gefallen. Dafür konnte man schon mal 10 km tippeln.

Für heute herzlichste Grüße und alles Gute wünscht euch

Fritz

Liebe Eltern!

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Wenn es irgend möglich ist dann schickt mir ein Päckchen Farbe. Dunkelblau oder grau. Möglichst dunkel ich will nämlich meine Hemden und Unterhosen färben.

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In unserem Abschnitt ist es vor wie nach ziemlich ruhig. Die Schlacht bei Orel findet ja weiter südlich statt. Da braucht ihr euch wirklich keine Gedanken zu machen.

Für heute herzliche Grüße

Fritz

Liebe Schwester!

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Wie ich sehe bist du ja nun endlich bald wieder hergestellt. Hat ja ziemlich lange gedauert. Was in Köln und in anderen großen Städten zerstört ist, ist ja nicht wieder aufzubauen. Wenigstens nicht in dem Stil wie es früher war. Dort sind unersetzliche Werte verloren gegangen. Zur Zeit ist es hier noch einigermaßen ruhig. Ich glaube es wird aber die längste Zeit ruhig gewesen sein. Allen Anzeichen nach wird auch hier bald etwas unternommen werden. Naja wollen mal abwarten. Man muss es ja doch nehmen wie es kommt. In Urlaub werde ich vielleicht Anfangs Oktober fahren.

Für heute herzliche Grüße dein Bruder

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Wegen Beschädigung nicht lesbar bzw. verständlich

[ … ]

Wie man hört(?) soll(?) ja daheim eine ziemlich schlechte(?) Stimmung herrschen. Jedenfalls in(?) den Städten. Kann man den Leuten ja auch nicht übelnehmen. Wenn die Luftangriffe der Amerikaner nicht aufhören sehe ich allmählich schwarz für den Ausgang des Krieges. Naja wollen den Mut noch nicht verlieren, vielleicht geht es doch noch gut aus.

Nochmals herzliche Grüße und alles Gute

Fritz

Liebe Eltern!

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Im vorletzten Brief habt ihr mal wegen meiner Augenkrankheit nachgefragt. Seit dem dass ich in Russland bin habe ich nicht das Geringste mehr gemerkt. Wahrscheinlich kam das von dem angestrengten Sehen auf kurze Entfernung. Wie am Zeichenbrett. Also hat Russland mir auch etwas Gutes gegeben.

Für heute herzlichste Grüße euer

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Wie ihr schreibt soll Johanna jetzt nach Gießen ins Krankenhaus. Hoffentlich verläuft die Operation gut und sie wird wieder richtig gesund.

[ … ]

Ich bin wieder bei der Einheit und fahre vor wie nach meinen 2 PS Hafermotor. Ist ja egal mit welcher Beschäftigung man den Krieg zu Ende bringt.

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Nun Schluss für heute herzliche Grüße

Fritz

Liebe Schwester!

[ … ]

Seit dem 13. scheint hier die Hölle losgelassen zu sein. Sowas habe ich bis jetzt in den 4 Jahren noch nicht erlebt. Ist ja gar nicht zu beschreiben. Der Iwan versucht mit allen Mitteln unsere Stellungen einzudrücken. Heute ist wieder seit dem 13. der erste Tag wo es etwas ruhiger ist. Immer neue Wellen griffen am 13. und 14. an. Panzer Infanterie Schlachtflieger und was so alles dazu gehört. Der Schwerpunkt scheint ja überstanden zu sein. Aus dem Wehrmachtsbericht werdet ihr schon einiges erfahren haben.

[ … ]

Viele Grüße

Fritz

Brauchst Vater und Mutter nichts davon zu erzählen was hier los ist.

Liebe Eltern!

[ … ]

Dass Vater in seinen alten Tagen noch einmal verunglückt ist, ist ja sehr bedauerlich. Jedenfalls hat er noch mal Glück gehabt. Jetzt steht Mutter wohl die Tage über oft allein im Feld. Minna muss ja schließlich den Haushalt versorgen.

[ … ]

Leider ist seit vorgestern Urlaubssperre.

[ … ]

Vater und Hanna recht gute Besserung.

Viele Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

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Wie ich sehe geht es dir ja Gottseidank wieder etwas besser. Gehirnerschütterung ist eben mal eine langweilige Sache. Mutter muss in diesem Jahr wieder allerhand plagen. Wenn Johanna wenigstens noch etwas helfen könnte. Aber ich glaube wenn sie auch könnte, sie hätte wohl nicht allzu viel Lust dazu. Jedenfalls wird die Arbeit für euch beiden alten Leute doch zu viel. Das geht nicht ewig so. Vielleicht noch einige Jahre dann müsst ihr schon das Arbeiten einstellen.

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Die Urlaubssperre ist ja wieder aufgehoben. Vielleicht komme ich Ende Oktober an die Reihe

Herzlichen Gruß

Fritz

Liebe Eltern!

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Jetzt kommen wieder die langen Nächte, und es wird nicht mehr allzu lange dauern und es geht dem 3. Winter in Russland entgegen. Hoffentlich ist es nun endlich der letzte. Der verfluchte Krieg verpfuscht einem das ganze Leben. Diese 4 Jahre und vielleicht werden es auch 5, sind nicht mehr aufzuholen. Was macht jetzt Vater und Johanna, sind sie wieder gesund?

Für heute herzlichste Grüße sendet

Fritz

Liebe Eltern!

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Damit ihr euch einmal genau ansehen könnt wo ich stecke, schreibe ich noch einmal wo wir liegen. Die Stadt Jawzewo werdet ihr wohl auf der Karte finden / ca. 80 – 100 km westlich Wjasma. Von dort 25 km nördlich liegt ….. (Ortsname leider nicht lesbar) ganz in der Nähe liegen wir. Tagsüber geht es einigermaßen. Dafür ist nachts doch mehr los. Weiß der Kuckuck wo die Russen die vielen Flieger hernehmen. Seit dem 13. geht hier allerhand vor sich, und vorläufig wird’s auch wohl nicht ruhiger werden.

[ … ]

Wie man hört soll ja auch der Amerikaner in Italien gelandet sein. Da haben wir noch einen schönen Verbündeten. Wenn es so weiter geht, dann ist der Engländer bald am Brenner. Was dann die Flieger für ein Unheil anrichten, ist gar nicht auszudenken. Gestern habe ich 2 Pakete Tabak abgeschickt. Hat keinen Wert, dass ich sie noch länger aufhebe, in den feuchten Bunkern verschimmelt er nur.

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Nochmals herzlichste Grüße auf ein baldiges Wiedersehen

Fritz

Liebe Eltern!

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Was sagt ihr nun zu Stalin(grad). Das ist ja allerhand. Ich glaube das entscheidet den Krieg. Diese verfluchten Makkaronifresser. Genau dasselbe wie im vorigen Weltkrieg. Nochmals herzlichen Dank für den Kuchen.

Viele Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Was hier los ist wisst ihr ja wohl durchs Radio.

Also nochmals herzliche Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

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Die Verpflegung ist jetzt wieder einmal ganz fabelhaft. Wie immer auf dem Rückzug, wird alles geschlachtet, was uns in die Finger läuft.

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Viele Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

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Jetzt hat sich die Lage doch schon etwas geklärt. Jedenfalls gibt es jetzt wieder mehr Post. Der eigentliche Rückzug geht ganz planmäßig vor sich. Der Russe muss jetzt auch langsam tun. In den großen Sumpfgebieten wo wir jetzt drin sind kann er wenigstens seine schweren Waffen nicht so rasch nachbringen. Du schreibst, du hättest nun schon 2mal geträumt, ich sei gefallen. Das hast du Gottseidank mal verkehrt geträumt. Träume sind Schäume. Und übrigens habe ich noch gar keine Lust dazu. Sonst ist noch alles beim Alten.

Herzliche Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

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Augenblicklich sind wir feste am Bauen und Schanzen. Jetzt heißt es Bunker bauen und nochmal bauen damit wir so schnell wie möglich unter die Erde kommen. Einen Bunker haben wir bereits fertig. Wenn wir auch so eng liegen wie die Ölsardinen, aber man ist wenigstens im Warmen und fühlt sich auch einigermaßen sicher. Wenigstens für leichtere Kaliber. Dass ich keine Pferde mehr habe, hatte ich euch doch geschrieben. Seit August bin ich Funker und Fernsprecher.

Wünsche euch weiterhin alles Gute und grüße herzlich

Fritz

Liebe Eltern!

[ … ]

Der Rückzug ist mal vorläufig zum Stillstand gekommen. Eine endgültig feste Stellung ist allerdings noch nicht bezogen. Zur Zeit liegen wir wieder mal im Freien. Tagsüber ist es ja Gottseidank noch ganz schön. Nachts ist es allerdings schon ziemlich kalt. Morgens ist es meistens leicht gefroren.

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Für heute die herzlichsten Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

Langer Brief (3 Seiten), hauptsächlich Wetter, Postbeförderungs- und häuslich-familiäre Angelegenheiten

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Hoffentlich seid ihr noch alle gesund und munter. Was mich anbelangt ist noch alles in bester Ordnung. Wäre ja auch Pech wenn man schließlich jetzt kurz vorm Urlaub feiern müsste. Jedenfalls hoffe ich Mitte Dezember zu fahren. Wenn alles klappt bin ich also Weihnachten zu Hause. Nach 3 Jahren wieder das erste Mal nen richtigen Weihnachtsbaum. 1941 haben wir von Weihnachten überhaupt nichts gehabt, in 42 im Waggon gesessen‚ und 43 wird mich ja hoffentlich für die beiden vergangenen Jahre entschädigen.

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Für heute herzlichste Grüße und alles Gute

Fritz

Liebe Eltern!

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Unsere Div. besteht seit einigen Wochen nicht mehr. Der Rückzug hat ihr den Rest noch gegeben. Nachdem sie in den 2 Jahren mindestens 6 bis 7mal durch neuen Ersatz aufgefüllt wurde hat man sie jetzt aufgelöst. Scheinbar war sie doch etwas zu sehr zusammengeschmolzen. Die Reste wurden von anderen Divisionen übernommen. Das Schönste bei der ganzen Sache ist aber nun die, dass unser Art.-Regiment doch noch einmal neu aufgestellt wird, und zwar in I. oder J.(?) in Südtirol. Wir als einzige Abt. vom Rgt. bleiben wieder hier sitzen. Da könnte man platzen vor Wut. Das ist schon das zweite Mal, dass es uns so geht. Naja vielleicht haben wir doch mal das Glück.

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Für heute herzliche Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

Heute Nachmittag um 5 bin ich endlich hier in Wolkowisk(?) (Grenzstation) angekommen. Wahrscheinlich geht es heute Nacht um 4 weiter in der alten Richtung. Soviel wir hier erfahren konnten, ist meine Einheit nicht mehr dort. Wo sie sind erfahren wir erst in O. Die 4 Kameraden die mit mir in Urlaub gefahren sind habe ich wieder hier getroffen. Ich hoffe doch dass ich Wehnachten an Ort und Stelle bin. Man kann es noch gar nicht glauben, dass die schönen Tage nun vorbei sein sollen. Naja was vorbei ist kommt nicht mehr wieder. Sonst ist noch alles in bester Ordnung.

Herzliche Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

Kann euch nun die erfreuliche Mitteilung machen, dass ich heute Abend glücklich hier bei meiner Einheit angekommen bin. Hätte ja selbst nicht gedacht, dass es so schnell ging. Die Batterie lag doch noch an ihrem alten Platz. Weihnachten werden wir allerdings wieder nicht feiern können, denn morgen marschieren wir wieder. Wohin ist noch nicht ganz bekannt. Weihnachten sind wir also wieder unterwegs, genau wie voriges und vor 2 Jahren. Naja es ist schon so viel vorübergegangen, dann geht auch das wieder vorbei. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass ich jetzt wieder ein ganzes Jahr warten muss, bis es Urlaub gibt.

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Und nun alles Gute

Euer Fritz

Weihnachtskartengruß an die Familie (Feldpoststempel 28.12.1943)

Liebe Eltern!

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Mit Weihnachten war es in diesem Jahr also mal wieder nichts. Am Heiligen Abend als bei euch der Weihnachtsbaum brannte, wurden wir verladen und sind noch in derselben Nacht in der Gegend von Witebsk eingesetzt worden. An Weihnachten werde ich ewig denken. Hoffentlich wird es auf Neujahr etwas ruhiger. War doch gut, dass ich mir den Weihnachtsbaum zu Hause noch einmal angesehen habe. Hier hatten wir ja doch keinen.

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Was Verpflegung und Bekleidung anbetrifft können wir uns nicht beklagen. Meine Fellweste werde ich bei Gelegenheit wieder nach Hause schicken. Sie ist mir nur im Weg hier. Bei uns hat jeder Filzstiefel und einen dicken Überanzug, so dass man überhaupt keinen Mantel mehr braucht.

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Wünsche euch nun noch ein recht frohes neues Jahr und grüße euch herzlichst

Euer Fritz

Ausgewählte Feldpostbriefe 1944

Liebe Eltern!

Für euren Brief vom 8.1. recht herzlichen Dank. Ebenso für die Gratulation zu meinem 25. Geburtstag. Wenn es so weiter geht, werden wir noch einmal alte Knaben beim Barras. Naja ich bins ja nicht alleine. Es geht ja schließlich allen so.

[ … ]

Augenblicklich ist es etwas ruhiger geworden. Die Ruhe kann man nach den letzten Wochen wieder einmal ganz gut gebrauchen. Lange dauert das ja sowieso nicht. Allmählich steigt der Schnee doch immer höher. 50 cm hoch liegt er schon und es schneit immer noch langsam weiter.

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Wünsche euch weiterhin alles Gute und grüßt euch herzlichst

Fritz

Liebe Eltern!

Für euren Brief vom 8.1. recht herzlichen Dank. Ebenso für die Gratulation zu meinem 25. Geburtstag. Wenn es so weiter geht, werden wir noch einmal alte Knaben beim Barras. Naja ich bins ja nicht alleine. Es geht ja schließlich allen so.

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Augenblicklich ist es etwas ruhiger geworden. Die Ruhe kann man nach den letzten Wochen wieder einmal ganz gut gebrauchen. Lange dauert das ja sowieso nicht. Allmählich steigt der Schnee doch immer höher. 50 cm hoch liegt er schon und es schneit immer noch langsam weiter.

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Wünsche euch weiterhin alles Gute und grüßt euch herzlichst

Fritz

Liebe Mutter!

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Geburtstagsgrüße

Liebe Eltern!

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Wenn auch augenblicklich die Unterkünfte ziemlich schlecht sind. Seit 14 Tagen wohnen wir nämlich in Zelten. Das werdet ihr wohl nicht glauben, dass man mitten im Winter im Zelt wohnen kann. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Wir wohnen mit 8 Mann zusammen, da könnt ihr euch das Gedränge ja vorstellen. Wie die Ölsardinen in der Büchse. Wenn Tag und Nacht durchgeheizt wird, ist es schon zum Aushalten. Wir haben schon besser, aber auch schon viel schlechter gewohnt.

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In letzter Zeit ist es hier verhältnismäßig ruhig geworden. Die schlimmsten Tage waren ja vom 20.12. bis 10.1.44.

Es ist ja gut, dass Mutter nicht körperlich krank ist

Wünsche euch auch weiterhin alles Gute und grüße euch herzlich

Euer Fritz

Lieber Vater!

Zu deinem Geburtstag am 11.2. wünscht dir alles Gute Fritz.

Mögest du diesen Tag noch oft und gesund erleben.

Herzliche Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

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Neues gibt es ja augenblicklich nicht viel hier. So das alltägliche Leben, wie es der Krieg eben mit sich bringt. Einmal scheint die Hölle losgelassen das andere Mal ist wieder alles ruhig so dass man glaubt ein böser Spuk hätte einen genarrt. Was hier vor sich geht brauche ich ja nicht zu schreiben, ihr erfahrt es ja im Radio. In den nächsten Tagen kann es möglich werden, dass ihr mal länger auf Post warten müsst.

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Mir geht’s noch gut, was ich euch allen ebenfalls wünsche. Besonders Johanna. Was macht ihr kleines Mädchen.

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Also nochmals herzliche Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

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Die Flieger sind ja eurem Schreiben nach in letzter Zeit wieder ziemlich aktiv. Da müssen die Jäger ja ganz schön hinter ihnen her gewesen sein wenn sie die Bomben im freien Feld abgeworfen haben. Allmählich scheinen sich also doch nun die Bombardierungen auf die kleineren Industriestädte auszudehnen. Da werden die „Brüder“ auch bald nun mal Wetzlar besuchen.

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Für heute herzliche Grüße

Fritz

Liebe Mutter!

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Geschwisterprobleme

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Liebe Eltern!

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Seit einiger Zeit merken nun doch auch endlich die Engländer wieder einmal was Bombenangriffe sind. Wenn wir nach 5 Jahren Krieg noch mit 1000 Flugzeugen noch nach London fliegen können dann steht es bestimmt noch nicht schlecht. In letzter Zeit fängt der Engländer ja auch an die kleineren Städte zu bombardieren. Da wird es wohl auch nicht allzu lange dauern und er wird auch Wetzlar mal einen Besuch abstatten. In Frankfurt soll es ja ganz abscheulich aussehen. Die Häuser alleine wären ja halb so schlimm, wenn nur nicht immer die vielen Frauen und Kinder dabei ums Leben kämen. Wenn es mal so weit sein sollte, dass wir auf England Fuß fassen können, dann darf aber auch auf niemand Rücksicht genommen werden. Dann sollte man mal jedem Soldaten freie Hand lassen. Sie haben uns schon ewig als Barbaren in der Welt verschrien, dann sollen sie auch mal erfahren, dass wir Barbaren sein können. Wir sind immer noch viel zu mitleidig. Einmal wird ja die Abrechnung kommen.

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Morgen früh will ich nun mal versuchen ob ich W. Scherf antreffe. Hoffentlich laufe ich nicht umsonst hin. Er freut sich bestimmt wenn ich komme.

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Für heute nun die herzlichsten Grüße und alles Gute wünscht euch

Fritz

Liebe Eltern!

Augenblicklich befinde ich mich bei W. Scherf. Heute habe ich endlich Gelegenheit gehabt ihn einmal aufzusuchen. Weit war es ja nicht. Wir liegen augenblicklich nur 10 km voneinander.

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Ich will schließen mit den besten Grüßen

Fritz

Herzlichen Gruß  Walter Scherf  (von diesem persönlich angefügt)

Liebe Eltern!

Heute ist der 29. Februar, ein Tag der alle 4 Jahre nur einmal in Erscheinung tritt. Vor 4 Jahren um diese Zeit waren wir in Baumholder auf dem Truppenübungsplatz. Wer hätte damals gedacht, dass ich heute nach so langer Zeit immer noch Soldat und dazu noch in Russland wäre.

Vor 2 Tagen war es mir nun endlich möglich für einen Tag frei zu kommen und W. Scherf einmal zu besuchen. Wie ich euch ja schon schrieb liegt er nur 10 bis 12 km von hier entfernt. Morgens um 7 bin ich losmarschiert und mittags nachdem ich 3 verschiedene Dörfer abgesucht hatte, habe ich ihn endlich gefunden. Er war natürlich ganz sprachlos als ich plötzlich vor ihm stand. Bei dieser Gelegenheit habe ich auch erfahren, dass er einen kleinen Jungen hat. Wenn ja hier eine ruhige Stellung wäre dann wäre ich eine Nacht dort geblieben. Aber bei den jetzigen Verhältnissen kann man nicht gut wagen über Nacht weg zu bleiben. Abends bin ich dann wieder zurück. Hauptsache ist ja, dass wir uns nach 4 Jahren wieder einmal gesehen haben. Was es da alles zu erzählen gibt, könnt ihr euch ja wohl denken. Vielleicht ist es ja sogar möglich dass wir uns telefonisch erreichen können.

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Wünsche euch nun weiterhin alles Gute und hoffe auf ein baldiges Wiedersehen

Fritz

Liebe Mutter!

 Zwei Seiten familiäre Angelegenheiten und Probleme

Liebe Eltern!

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„Kriegsroutine“ und Wetter

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7 Engländer sind also schon bei euch eingefangen worden. Hoffentlich hat man nicht lange Federlesens gemacht. Sofort totgeschlagen, das ist das einzig Richtige was man mit diesen Brüdern machen kann.

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Für heute nun die herzlichsten Grüße und alles Gute

Fritz

Liebe Eltern!

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Wie ihr schreibt ist Heinz Mehl auch gefallen. Also schon der 25. zu Hause. Allmählich könnte man tatsächlich sagen es sind genug. Dieses verfluchte Russland hat doch schon was(?) Menschen verschlungen. Und er wird der letzte auch in Merkenbach noch nicht gewesen sein. Bei N….l (?) ist er gefallen. Das ist gar nicht so weit von hier. Höchstens 35 km. Könnt ja mal sehen ob ihr erfahren könnt, wo er begraben liegt. Vielleicht bringt es der Zufall mit sich dass man mal dort in die Nähe kommt.

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Ich will nun schließen, wünsche euch auch fernerhin alles Gute

Euer Fritz

Liebe Eltern!

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So gefährlich wie ihr es euch vorstellt war der Besuch bei W. Scherf gar nicht. Das war ein Spaziergang. Was soll im rückwärtigen Gebiet schon viel los sein. Was hier los war brauche ich ja weiter nicht zu schreiben, ihr habt es ja im Radio gehört. Ihr habt ganz recht der genannten Div. gehöre ich an. Ihr seid ja genau orientiert über die Lage hier. Es war tatsächlich hier bei uns, wo der Graben 6mal seinen Besitzer gewechselt hat. Praktisch hat der Russe tatsächlich nichts erreicht. Die Einbruchstelle war nur 300 m breit. Aber trotzdem hat er es verstanden das Stück Graben 5 Tage lang zu halten. Einige hundert Tote hat er sich wieder einmal geholt, sonst nichts. Von denen die eingebrochen waren sind fast keine mehr zurückgekommen. Scheinbar hat er wieder einmal die Nase voll. Seit einigen Tagen ist es wieder ruhig geworden.

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Für heute herzlichste Grüße

Fritz

Osterkartengruß

Liebe Eltern!

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Ruhig war es ja auch diesmal (Ostern) hier vorne. Nur etwas eintönig. Wenn man den ganzen lieben Tag am Scherenfernrohr sitzt, wird die Zeit doch lange. Wir können immer noch zufrieden sein. In letzter Zeit ist es ausnahmsweise ruhig hier geworden. Morgens im Tagesgrauen sieht man mal einige Russen drüben rumspazieren, sonst den ganzen Tag nichts. Hoffentlich bleibt es so. Hatte ich euch eigentlich schon mitgeteilt, dass Heinrich Stein vor einiger Zeit gefallen ist. Er war sofort tot. Hat eine ganze Menge Splitter im Kopf und auch sonst im Körper gehabt. … Er fiel(?) auf dem Friedhof von Nowiki.

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Wie man in den Nachrichten hört, sind ja die Flieger wieder ganz schön am Werk. Wann wird das nun endlich einmal aufhören.

Ich will nun schließen, wünsche Vater noch recht gute Besserung und hoffe, dass wir uns bald wiedersehen. Herzlicher Gruß

Fritz

Liebe Eltern!

Heute erhielt ich nach langer Zeit endlich wieder einen Brief von Vater. Es freut mich ja so, dass ihm nun doch wieder etwas besser geht. Wenn es jetzt wärmer wird, dann ist doch wenigstens zu hoffen, dass er wieder ganz gesund wird. Hier ist augenblicklich noch alles in bester Ordnung. Nur die Post kommt sehr selten. In einigen Tagen wird auch das wieder behoben sein. Unsere einzige Bahnlinie die wir noch haben läuft teilweise so nahe an der Front entlang, dass ab und zu die Brücken durch feindliche Artillerie zerschossen werden. Und die Post jetzt bei dem Dreck auf Autos nach vorne zu bringen ist fast unmöglich. Da gehen andere Sachen die wichtiger sind ja vor.

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Sind meine Päckchen eigentlich schon angekommen. Hauptsächlich das mit dem Buch und das kleine mit der Ostmedaille? Die Urkunde dazu hatte ich ja einem Brief beigelegt.

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Für heute nun die herzlichsten Grüße und alles Gute wünscht euch allen

Fritz

Liebe Eltern!

Ich war ganz erstaunt als mich heute H. Klingelhöfer anrief und mir mitteilte, dass er ein Paket mitgebracht hätte. Ihr habt ja da einen unheimlichen Apparat geschickt. Da hat er ja alleine dran zu tragen gehabt. Jedenfalls danke ich euch bestens dafür. Ganz besonders für den Kuchen und die Äpfel. Eben habe ich den letzten Apfel gegessen. Wenn ich einmal den Geschmack habe, dann ruhe ich auch früher nicht bis alles weg ist.

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Für heute wünsche ich euch nun alles Gute auf ein baldiges Wiedersehen in der Heimat hofft

Euer Fritz

Liebe Eltern!

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Dass H. Stein gefallen ist hatte ich euch übrigens schon 2x geschrieben.

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Ich weiß nicht mehr genau ob es in der Nacht vom 8.-9. oder 9.-10. März war. In derselben Nacht konnte er allerdings nicht mehr geholt werden. Am nächsten Abend ist er geholt worden und in Witebsk begraben worden. In der Nacht habe ich nur 80-100 Meter von dort weg gesessen. Er ist auf einem Friedhof am linken Flussufer gefallen und ich war am rechten Ufer. Wenn ich es gewusst hätte wäre ich mal rüber gegangen. Ich habe es aber erst am nächsten Tag erfahren und bei Tage war es unmöglich über das Eis zu kommen, da der Russe dort nur 150 mtr wegsitzt. Schade, ich hätte ihn gern nochmal gesehen.

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Wenn wir nur den Krieg gewinnen dann wird ja wieder alles gut. Aber wenn man so sieht wie zu Hause unschuldige Frauen und Kinder zu Tausenden sterben müssen, dann kann man an der Menschheit zweifeln. Das ist doch kein Krieg mehr. Auf die Dauer können wir das nicht aushalten. Wenn wenigstens von unserer Seite aus mal irgendetwas geschehen würde. Aber nur immer große Reden. Es ist manchmal zum Verzweifeln. Wenn der Krieg wirklich gewonnen werden sollte, wir haben ja doch nichts mehr davon. Bis mal wieder alles aufgebaut ist da vergehen Jahrzehnte. So wie es war wird es ja doch nicht mehr. Naja wir wollen das Beste hoffen sonst können wir ja doch nichts tun.

Zur Zeit ist wieder mal ganz erbärmliches Wetter. Seit Tagen regnet es ununterbrochen. Dachte man der Dreck sei bald weg so geht es wieder von Neuem los.

Für heute also die herzlichsten Grüße und alles Gute wünscht euch

Fritz

Liebe Eltern!

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Über Nacht ist es Sommer geworden.

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Abends möchte man fast gar nicht schlafen gehen so schön ist es draußen. Wenn nichts dazwischen kommt fahre ich Anfangs nächsten Monat in Urlaub. In diesem Jahr habe ich nach 5 Jahren wieder einmal das Glück die Heimat einmal im Sommer zu sehen. Da wird der Urlaub also ganz besonders schön. Arbeit wird es ja geben da ich gerade im Heumachen komme. Aber das macht ja nichts. Man kann wenigstens wieder mal nach Herzenslust schwimmen gehen was ich schon lange nicht mehr konnte.

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Viel Arbeit gibt es. Von morgens früh bis abends spät Schanzen. Da geht die Zeit auch besser um. Etwas muss man ja schließlich tun.

Für heute möchte ich nun schließen und wünsche euch allen alles Gute. Herzliche Grüße

Fritz

Liebe Schwester!

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Kondolenzbrief zum Tode ihrer Tochter.

Liebe Eltern!

Heute erhielt ich euren Brief vom 9.5. und mit ihm die Nachricht, dass mein kleiner Pate unsere liebe Christel ganz plötzlich von uns gegangen ist. Es hat mich sehr erschüttert und tut mir außerordentlich leid dass es mir nicht vergönnt war sie wenigstens einmal zu sehen. Da es ganz plötzlich und unerwartet geschehen ist, ist es umso tragischer und ihr werdet wohl alle schwer betroffen sein. Ganz besonders Jhanna ist zu bedauern. Ein Unglück kommt selten allein. Wir müssen es eben nehmen wie es die Vorsehung bestimmt hat. Vielleicht ist es gut so. Wer weiß was dem Kind dadurch alles erspart wird was es sonst in seinem späteren Leben noch alles hätte mitmachen müssen. Denn allzu schöne Zeiten haben wir wohl kaum zu erwarten. Es ist nun einmal so, dass die einen gehen und die anderen kommen. Ein steter Wechsel ohne Rücksicht auf unsere eigenen Wünsche.

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Euch weiterhin alles Gute wünschend grüßt euch herzlich

Fritz

Liebe Eltern!

Will euch kurz mitteilen, dass ich soeben hier an der Grenze eingetroffen bin. Heute nachmittag um 5’25 geht es von hier weiter und werde wohl spätestens Freitag mittag bei meinem Haufen sein. Die schöne Zeit ist nun vorbei und bis zum nächsten Urlaub wird es wohl etwas länger dauern. Vielleicht brauchen wir ja auch überhaupt nie nicht mehr zu fahren. Dass der Krieg bis dahin seinem Ende zugeht. Naja hoffen wir das Beste. Sobald ich an Ort und Stelle bin, werde ich Näheres von mir hören lassen.

Bis dahin herzlichste Grüße

Euer Fritz

Liebe Eltern!

Macht euch keine Sorgen um mich ich lebe noch das ist ja die Hauptsache. Alles Nähere später.

Herzlichen Gruß

Fritz

Liebe Eltern!

Heute komme ich endlich dazu wieder einige Zeilen zu schreiben. Es ist das erste Mal dass ich wieder Gelegenheit habe einen Brief wegzubringen. Dass ich noch lebe seht ihr ja. Und sonst, geht es soweit ganz gut. Ich bin augenblicklich ungefähr nordöstlich des Städtchens Wilkomierz (1oo km östlich Kaunas). Alles weitere später wenn dann mehr Zeit ist.

Herzliche Grüße und alles Gute

Fritz

Liebe Eltern!

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Sowas wie diesmal habe ich doch noch nicht erlebt. Was los war will ich euch mal kurz der Reihe nach erzählen, wenigstens so ungefähr, soweit man es erzählen kann. Wie ich von der Grenze aus geschrieben habe war ich bereits am Freitag morgen um 3 Uhr bei meiner Einheit. Mein Paket hatte ich im Tross zurückgelassen um es keine 8 km zu schleppen. Ich war gerade 1 Stunde dort da fing der Russe an zu trommeln. Nach 3-stündigem Trommelfeuer ging er dann zum Angriff über, und brach auf der ganzen Linie mit starken Panzer- und Infanterieverbänden durch. Wir hatten nun das Glück etwas abseits seiner Hauptfeuerzone zu liegen, und hatten dann fast keine Ausfälle. Um 1 Uhr mittags war es dann soweit, dass wir fast vollkommen eingeschlossen waren und nur noch der Weg durch den Fluss übrig blieb. Ein Geschütz hatten wir noch vorher weggebracht, sonst ging alles verloren. Wir sind dann im letzten Augenblick noch durch den Fluss geschwommen und hatten dann nichts mehr als was man so anhat. Ein Glück dass ich mein Paket zurückgelassen hatte sonst wäre das auch noch weg gewesen. Ist doch gut wenn man schwimmen kann. Um 6 Uhr morgens stand der Russe schon vor dem Bahnhof Sovmosto.posje(?) wo ich 4 Stunden vorher ausgestiegen bin. Glück muss man also haben. Seit dem 23. Gings dann unaufhaltsam rückwärts. Ein Durcheinander sage ich euch, unbeschreiblich. Wir sind keinen Tag unter 30 km marschiert und immer wieder waren die verfluchten Panzer da. So sind wir dann immer wieder nach Westen und Nordwesten ausgewichen um nicht eingekesselt zu werden. 6 mal hat es gut gegangen, beim 7. Mal saßen wir dann doch im Kessel. Bei Nacht haben wir uns dann in einzelne Gruppen aufgeteilt und sind dann jedes Häufchen für sich losgegangen. Mit 3-4 Mann hat man immer mehr Aussicht ungesehen durch die feindliche Linie zu kommen als wie mit 30 wie wir waren. So sind wir dann über die litauische Grenze und haben glücklicherweise Teile unserer Stabsbatterie getroffen der wir uns dann angeschlossen haben. Wir liegen jetzt 40 km westlich Kowno(?) und werden dort neu aufgestellt. Der größte Teil meiner Kameraden die am ersten Tag übrig geblieben sind sind inzwischen wieder eingetroffen. Die meisten haben sich eben auf eigene Faust durchgeschlagen. Klingelhöfer und Lutz sind noch da. Hier in Litauen ist es doch ganz anders wie in Polen und Russland. Die Leute sind sehr freundlich, viele sprechen sogar deutsch. Eine schöne Gegend ist hier. Neu eingekleidet sind wir auch wieder. Soweit habe ich wieder alles was ich brauche. Die Front ist ja im allgemeinen wieder zum Stehen gekommen. Jetzt müssen wir mal abwarten was es weiter gibt. Hat Walter Scherf inzwischen mal geschrieben? Die 2. Batt. Seiner Abt. habe ich am 2. Tag einmal gesehen. Sonst geht es mir wieder gut was ich euch allen ebenfalls wünsche.

Für heute herzliche Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

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Geht also wieder alles soweit seinen geregelten Gang. Es ist so schön warm heute abend dass man gar nicht schlafen gehen möchte. Es ist alles so friedlich und ruhig fast wie zu Hause. Es wäre schade für das Land und auch für die Menschen hier, wenn der Russe auch hierher kommen sollte. Aber ich glaube nicht, dass es soweit kommen wird. Dörfer gibt es fast überhaupt keine die einzelnen Höfe liegen verstreut über das ganze Land. Eben läuten die Glocken im benachbarten Städtchen Feierabend. Es wird einem ganz komisch wenn man wieder einmal Glocken hört.

Für heute …[ … ]

Fritz

Liebe Eltern!

Heute erhielt ich eure 3 Briefe vom 30.6. 11.7. u. 12.7. es waren wohl lange aufregende Wochen für euch. Von nun ab wird es ja wieder anders. Wir liegen hier auf einem litauischen Bauernhof und werden wieder neu aufgestellt. In meinem gestrigen Brief habe ich euch mal kurz geschrieben wie es uns so ungefähr ergangen ist. In allen Einzelheiten kann man ja sowas gar nicht schildern. Es ist gut, dass man manches so schnell wieder vergisst. Jedenfalls möchte ich das nicht noch einmal erleben. Wenn wir auch alles verloren haben, jedenfalls ich lebe noch und das ist ja schließlich die Hauptsache. Bis wir wieder zum Einsatz kommen, wird wohl noch einige Zeit vergehen. Hier ist es im Vergleich zu Russland wunderschön. Kirschen, Stachelbeeren und Johannisbeeren gibt es in rauhen Mengen. Von dem was ich im gestrigen Brief geschrieben habe, braucht ihr nicht allzuviel zu erzählen. Ihr wisst ja das es verboten ist, dies alles im einzelnen zu schreiben. Wir hatten Glück dass wir gerade an der engsten Stelle des Kessels bei Witebsk lagen, und konnten so noch nach Süden auswichen, sonst wären wir auch in Witebsk geblieben. Hoffentlich ist W. Scherf früh genug von dort weggekommen. Sonst geht es mir wieder gut. Hier würde ich es schon noch eine Weile aushalten.

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Familienangelegenheiten

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Ich hoffe dass euch dieser Brief noch alle gesund antrifft sowie er mich verlässt. Diesmal hat man mir die Urlaubsgedanken schnell aus dem Kopf getrieben. Herzliche Grüße

Fritz

Liebe Schwester!

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Dass ihr das schlimmste zu Hause befürchtet habt glaube ich gerne. Wenn es auch manchmal fast um ein Haar schiefgegangen wäre, aber immer sind wir in letzter Minute noch aus den Fingern entwischt. Dass das nicht immer leicht ist kannst du dir wohl denken. Gerade dann wenn man sich nur nach Sonne und Sternen orientieren muss da wir ja oft den Anschluss an irgendeine Einheit verloren hatten. Dass wir jetzt nicht allzuweit der deutschen Grenze liegen und neu zusammengestellt werden ist für mich die beste Erholung.

Für heute herzliche Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

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Er freut sich, dass die Post wieder regelmäßig geht.

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Herzliche Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

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Seit dem 25. sind wir nun wieder im Einsatz, und zwar 40 km nördlich Wilkomierz. Die schönen Zeiten sind also wieder vorüber. Es geht im alten Sinne weiter. Ganz zum Stehen ist die bis jetzt noch nicht (gekommen) aber in nächster Zeit wird es wohl ein endgültiger Halt geben. Am ersten Tage unseres Rückzuges hätte wohl keiner daran gedacht, dass diese ganze Sache solche Ausmaße annehmen würde. Hoffentlich gelingt es den Russen von den Grenzen fern zu halten, denn das Elend wäre kaum zu beschreiben. Sonst geht es mir noch gut, was ich allen ebenfalls von Herzen wünsche.

Herzliche Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

Will euch nur kurz mitteilen, dass es mir soweit noch ganz gut geht. Ich hoffe in den nächsten Tagen wieder etwas mehr und ausführlicher schreiben zu können.

Bis dahin herzliche Grüße

Fritz

(Anm. der Übertragenden: Seine Hoffnung hat sich erfüllt…)

Liebe Eltern!

Will euch nur kurz mitteilen, dass es mir soweit noch ganz gut geht. Ich hoffe in den nächsten Tagen wieder etwas mehr und ausführlicher schreiben zu können.

Bis dahin herzliche Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

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Wie man hört soll der Russe schon über Kauen weg bis Pillwisken(?), dort wo wir vor 14 Tagen neu zusammengestellt wurden. Mit der Ostfront sieht es ja gerade nicht so gut aus. Von Pillwisken(?) sind es nämlich nur noch 4o km von der ostpreußischen Grenze entfernt. Solange wie der Russe noch nicht in Deutschland ist brauchen wir immer die Hoffnung noch nicht aufzugeben. Irgendetwas muss ja doch geschehen. Zur Zeit liegen wir nördlich Kauen. Es geht zwar langsam aber ständig zurück. Wenn es tatsächlich gelingt den Feind hier aufzuhalten dann bricht er eben rechts und links wieder durch und wir damit gezwungen uns kampflos abzusetzen. Es ist tatsächlich schade für Litauen, dass es uns verloren geht. An Essen fehlt es jetzt in keiner Weise. Schweine gibt es hier in rauen Mengen. Eier und Speck kann man überall in jedem Hof haben.

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Ich glaube in diesem Jahr geht der Krieg noch zu Ende. In Urlaub werden wir wohl nicht mehr zu fahren brauchen. Einmal muss es doch ein Ende geben. Wie weit seid ihr eigentlich mit der Feldarbeit? Das Korn ist doch bestimmt schon reif und lange ab. Hat W. Scherf eigentlich wieder geschrieben. Hoffentlich hat er Glück gehabt, und ist noch mit heiler Haut davongekommen. Das Wetter ist in diesem Jahr besonders heiß. Wenn man da tagsüber marschieren muss ist es eine Qual. Jetzt geht es allerdings schon besser. Hier sind doch wenigstens wieder anständige und feste Straßen. Sonst wüsste ich für heute nichts weiter.

Wünsche euch allen weiterhin alles Gute ganz besonders Vater dass er bald vollständig gesund wird und grüße herzlichst

Fritz

Liebe Eltern!

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Vergessen habe ich euch nicht, nur die Zeit reicht meistens nicht. Seit einigen Tagen geht es hier in unserem Abschnitt, (zwischen Kauen und Riga) besonders heiß zu. Eben habe ich gerade wieder mal den Wehrmachtsbericht aufgenommen. Im Bereich unserer Armee wurden gestern über 60 Panzer abgeschossen. Davon 30 ganz in unserer Nähe durch Sturmgeschütze und 3 durch unsere Batterie. Mit 6 Stck. versuchten sie unsere Feuerstellung zu überrennen. Nachdem 2 in Brand und 1 bewegungsunfähig geschossen war zogen die anderen es doch vor zu verschwinden. Leider ist bei einem darauf folgenden Stoßtrupp unser Chef gefallen.

Gestern abend kam endlich Verstärkung durch Panzer. Da lacht einem das Herz im Leib, wenn es wieder vorwärts geht. Ein Gegenangriff heute Nacht wurde in 4 Std. 15 km vorgetragen. Der Russe läuft also genau noch wie in 41. Wenn nur die nötigen Waffen und Menschen da wären. Hoffentlich wird der Westen noch zu unseren Gunsten entschieden.

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Wünsche euch allen alles Gute herzlichste Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

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Erich Schaaf ist also in Urlaub. Dass es sowas auch noch gibt. Ich dachte der Urlaub sei überall gesperrt. Noch 14 Tage und 5 Jahre Krieg sind voll. Hoffentlich ist das 6. Nun endlich das letzte. Es wird allmählich Zeit, dass man wieder mal unter vernünftige Menschen kommt. Mit den Jahren wird man ja blöde beim Militär. Bin doch mal gespannt wie sich der totale Kriegseinsatz jetzt auswirkt. Sonst noch alles in bester Ordnung. Hoffe dass euch der Brief bei bester Gesundheit antrifft, wie er mich verlässt.

…. viele Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

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Walter Scherf hat also auch wieder geschrieben. Das freut mich ganz besonders. Die übrigen die bis jetzt noch nicht geschrieben haben, werden auch wohl nicht mehr schreiben. Die meisten sind wohl in Gefangenschaft geraten. Das hätte alles nicht passieren brauchen. Wenn die Truppen die man jetzt nach Litauen schickt, damals als Reserven in Russland gestanden hätten, ständen wir jetzt noch bei Witebsk. Wie man hört sollen diese Truppen uns schon früher zugeteilt gewesen sein. Haben aber nie ihren Bestimmungsort erreicht. Warum, wissen die Götter. Irgendetwas hat auf jeden Fall nicht gestimmt. Gewiss man hatte sehr viele Truppen weggezogen aber diese Schweinerei hätte nicht passieren dürfen. Ein Glück, dass jetzt kurz vor der Grenze die Front wenigstens zum Stehen gekommen ist. Seit 2 Tagen ist es auffällig ruhig hier. Das es bald wieder losgeht darüber besteht ja gar kein Zweifel. Jetzt heißt es selbstverständlich Tag und Nacht schanzen. Wenn nur das Gelände etwas günstiger wäre. Alles eben, und doch kann man kaum 200 mtr sehen. Das ganze Land ist nämlich mit Büschen und kleinen Wäldchen bedeckt. So schnell wird der Russe nicht nachgeben. Zumal jetzt wo er kurz vor der Grenze steht. Das Essen ist jetzt so gut wie selten. Was glaubt ihr nur was hier für Schweine und Kälber im Gelände herumlaufen. Enten und Gänse sind kaum zu zählen. Auf jedem Hof so 20-25 Stck. Was wollten die Leute machen. Mitnehmen konnten sie das Viehzeug nicht, also mussten sie es schon laufen lassen.

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Bis jetzt hat mich das Glück noch nicht verlassen, und das Schicksal im Vergleich zu manchem anderen noch schonend behandelt. Hoffen wir, dass es weiterhin so bleibt. Man braucht nur einmal Pech zu haben, und schon ist es vorbei. Das Schicksal verfährt manchmal komisch. Mancher der jahrelang in vorderster Linie sitzt dem tuts nichts und ein anderer geht zum ersten Mal vor und schon erwischt es ihn. Das ist eben Schicksal. Wie mancher ist jetzt bei dem Rückzug wieder gefallen oder in Gefangenschaft geraten, der noch nie einen Schützengraben geschweige denn einen Russen gesehen hat. Direkt im Graben sind nämlich nur ein geringer Prozentsatz eingesetzt.

Für heute wünsche ich euch allen alles Gute und grüße herzlichst

Liebe Eltern!

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Augenblicklich habe einige ruhige Tage hinter mir da ich seit 4 Tagen krank bin. Krank kann man eigentlich gar nicht sagen. Zu dem unheimlichen Karfunkel den ich schon 8 Tage im Genick habe ist nun noch Nesselfieber dazu gekommen. Das Fieber an sich ist ja auch weiter nicht schlimm, man könnte sich am liebsten den ganzen Tag jucken und kratzen. Es schlimmer wie 100 Flöhe im Mund. Nun bekomme ich jeden Tag eine Spritze und Tabletten dagegen. Noch einige Tage dann wird es wieder gut sein. Der Karfunkel hat in den ersten Tagen viel Unannehmlichkeiten bereitet. An Schlafen war überhaupt nicht mehr zu denken. Gestern ist es aufgegangen, und jetzt geht es wieder besser. Es ist ein Ding wie ein Gänseei. So ungefähr wie ich ihn damals auf dem Schulterblatt hatte. Sonst geht es mir im Allgemeinen noch gut.

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Wünsche euch allen eine recht gute Nacht, und weiterhin alles Gute. Herzliche Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

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Dass W. Scherf geschrieben hat weiß ich ja nun. Ich werde ihm heute mal schreiben. Aber hat ja auch wieder keinen Zweck ich weiß ja seine Nr. nicht. Schreibt mir doch mal seine Feldpostnr. Wenn Walter ja vorläufig nicht in Einsatz kommt, kann er sich ja freuen. Wie habt ihr euch das eigentlich gedacht von wegen vorläufig nicht eingesetzt werden. Gewiss man hätte noch einige Wochen Erholung gebrauchen können aber wer soll denn die Sache hier machen. So viel Soldaten haben wir gar nicht um alle übrigen die den Rückmarsch mitgemacht haben in Ruhe zu schicken. Jedermann wird unbedingt gebraucht. Wir wollen ja gerne auf jede Ruhe und Urlaub verzichten wenn nur der Krieg bald ein gutes Ende nimmt.

Über das Attentat auf den Führer sind wir in groben Zügen unterrichtet worden. Genaueres erfährt man ja nicht da wir leider kein Radio mehr besitzen. Wer alles gehenkt oder erschossen wurde und überhaupt daran beteiligt war weiß ich nicht. Die näheren Umstände was überhaupt da geplant war ist mir auch unbekannt. Ist ja auch egal. Hauptsache ist ja, dass die ganze Sache vereitelt wurde. Der ganze Rückzug der Mittelfront ist ja alles darauf zurückzuführen. Wenn die Einheiten uns alle vor Witebsk erreicht hätten, die uns zugeteilt waren, stünden wir heute vielleicht noch dort. So sitzen wir 40 km von der Grenze weg.

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Wieviel Korn wird diesmal wieder verloren gehen. Sämtlich Höfe im Frontgebiet stehen leer. Das Vieh ist zum Teil zurückgeschafft. Die Schweine laufen zum Teil noch in der Gegend herum. Milch haben wir jetzt so viel wir haben wollen. Wir haben uns 8 Kühe eingefangen. Die werden nun jeden Tag 2mal gemolken. Da kommen wir schon zu unserer Sache. Futter gibt es ja genug hier. Das restliche Korn und Weizen der noch steht wird auch jetzt abgemacht. Da haben wir ja nichts mit zu tun. Ab gestern bin ich wieder gesund. Das Nesselfieber ist nachdem ich 3 Spritzen von je 10 ccm bekommen habe auch wieder vorbei und der Karfunkel ist auch so weit heil.

Ich will nun schließen, wünsche euch allen weiterhin alles Gute und hoffe dass der Brief euch bei bester Gesundheit antrifft. Herzliche Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

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Wie Mutter schreibt ist Onkel Hermann ganz plötzlich gestorben. 57 Jahre ist noch kein Alter. Wie nötig wäre er wohl noch zu Hause zu gebrauchen gewesen. Es ist eben so bestimmt gewesen und da lässt sich nichts dran ändern.

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Hoffe dass ihr noch alle gesund seid und grüße vielmals.

Fritz

Liebe Eltern!

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Eben habe ich gerade mal mein Funkgerät eingeschaltet und mal die Nachrichten abgehört. Der Engländer hat ja die Ardennen schon durchstoßen. Wenn das so weitergeht dann steht er ja bald am Rhein. Ich glaube, der Krieg ist entschieden, da helfen auch alle großen Reden nichts. Die längste Zeit hat der Krieg auf jeden Fall gedauert. Dass man in Frankreich nun so rasch zurückgeht hätte ich nun doch nicht gedacht. Sonst geht es mir soweit noch gut was ich euch ebenfalls wünsche.

Herzlichen Gruß

Fritz

Liebe Eltern!

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Ihr wisst ja, manchmal weiß man aus lauter Langeweile nicht was man alles machen soll, und das andere Mal so wie es die letzten Tage war vor lauter Arbeit nicht wohin. Die meiste Arbeit ist jetzt geschafft. Wir sind wieder unter der Erde, und das ist schon was wert.

Was den Karfunkel und das Nesselfieber anbetrifft, ist soweit wieder alles in Ordnung. Ganz geheilt ist er ja noch nicht, aber er macht keine Beschwerden mehr. So leicht ist das krankfeiern hier nun doch nicht. Zu Hause ja da hätte man deswegen schon mal 8 oder 14 Tage schon mal krankfeiern könnte. Beim Militär muss man entweder Fieber haben, oder gleich den ganzen Kopf unterm Arm, sonst ist man nicht krank. Ich kann euch sagen es war ein Mords-Karfunkel. So lange das Ding in der Entwicklung ist hat man was auszustehen. Gegen das Fieber habe ich 3x je 10 ccm Spritze bekommen, und da hat es von selber wieder nachgelassen um später ganz zu verschwinden. Ist schon möglich, dass dadurch eine größere Krankheit verhindert wurde. So leicht knickt man nun doch nicht zusammen. Man ist schon was gewöhnt. Gewiss später wird wohl noch manches Übel auftreten wo man heute noch nichts von spürt. Ganz spurlos gehen die 5 Jahre Krieg an keinem vorüber.

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Augenblicklich bin ich wieder mal für 6 Tage auf vorgesch. B.Stelle (vorgeschobene Beobachtungsstelle). Wir sind zu 4. Und haben es soweit ganz gemütlich eingerichtet. Verpflegt werden wir von der Infanterie und zwar ganz tadellos. Tagsüber wechseln wir uns am Scherenfernrohr ab und sonst haben wir solange es so ruhig bleibt nichts zu tun. Tagsüber sieht man noch nicht mal nen Sperling viel weniger einen Russen. Sein Menschenmaterial geht auch allmählich zur Neige. Er muss seine ganze Front auflösen um im Süden die Offensive zu stärken. An einer Stelle hat er nichts und an der anderen wirft er alles in den Kampf. Die Gefangenen die bis jetzt hier eingebracht wurden waren meistens Kirgisen und sonstige Asiaten, ein Zeichen, dass es gar nicht so gut um seine Menschen bestellt ist.

Für heute nun Schluss. Euch alles Gute wünschend grüßt euch

Fritz

Liebe Eltern!

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Wie kommt ihr eigentlich jetzt darauf dass der Russe in Kauen, der Hauptstadt Litauens sei. Dort ist er doch schon 4 Wochen. Habt ihr das nicht früher gewusst. Kauen wurde doch Anfangs August bei den großen Absetzbewegungen geräumt.

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Im Westen muss es ja unheimlich schnell rückwärts gehen. Wenn man sich die Karte betrachtet kann man das gar nicht verstehen. Ob von unserer Seite ein bestimmter Zweck verfolgt wird? Wenn es auch dort gerade nicht so gut für uns steht, so brauchen wir die Hoffnung doch noch nicht aufzugeben. Entweder muss in aller Kürze von unserer Seite etwas geschehen, oder es geht alles schief. Das kann ich mir gar nicht vorstellen. Jetzt stehen wir genau wie 1918 ganz allein da. Finnland, Rumänien und Bulgarien haben uns ja verlassen. Hoffen wir das Beste, dass der Krieg doch noch ein siegreiches Ende nimmt.

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Ich will nun schließen, in der Hoffnung auf ein gesundes Wiedersehen grüßt euch herzlichst

Fritz

Liebe Eltern!

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Jetzt scheint man ja die letzten noch aus der Heimat herauszuziehen. Was nicht Soldat wird muss wohl arbeiten. Wer hätte gedacht dass der Westwall ja noch einmal in Aktion treten würde. Hoffentlich hat man nicht sämtliche Geschütze und sonstige Einrichtungen nach dem Atlantikwall geschafft. Zum Besten sieht es ja gerade nicht im Westen aus. Ob noch ein Wunder geschieht?

Für heute herzlichste Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

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Finanzielle Angelegenheiten

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Dann werden also daheim jetzt auch schon Deckungslöcher und Gräben ausgehoben. Naja ganz so schlimm wie es aussieht wird es wohl noch nicht sein. Ich glaube noch gar nicht, dass der Krieg so schnell zu Ende ist. Wir werden noch manche Überraschung erleben. Wollen mal abwarten. Ändern können wir ja doch nichts.

Ich will nun schließen wünsche euch alles Gute und grüßt euch herzlichst

Fritz

Liebe Eltern!

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Augenblicklich befinden wir uns dicht an der ostpreußischen Grenze. Von Raseinen bis hierher in die Nähe von Tauroggen hat uns die letzte russische Offensive zurückgedrängt. Nach anfangs heftigen Kämpfen in der jetzigen Stellung ist es jetzt ruhiger geworden. Über die Einzelheiten will ich nicht weiter schreiben. Es waren jedenfalls wieder harte Tage. Dafür geht es mir jetzt ganz gut. Essen gibt es wieder in Hülle und Fülle. Gestern habe ich zum ersten Mal wieder ostpreußischen Boden betreten. Es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Hier Holzhäuser und dort alles feste Steinhäuser. Das Herz tut einem weh wenn man sieht was alles dort zurückgeblieben ist. Ganze Herden schönes schwarz-weißes Vieh laufen herrenlos herum.

Ich glaube der Krieg geht langsam aber sicher seinem Ende entgegen. Unsere Luftwaffe scheint gar nicht mehr zu existieren. Man sieht jedenfalls nicht mehr davon.

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Also liebe Eltern herzlichste Grüße und alles Gute

Fritz

Liebe Eltern!

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Hier bei uns gibt es augenblicklich nichts von Bedeutung. Seit der Angriff zum Stocken gekommen ist, ist hier weiter alles ruhig. Wir liegen bei dem Städtchen Tauroggen unweit der deutschen Grenze. Jedesmal wenn ich nach vorne gehe, führt der Weg ein kleines Stück durch Ostpreußen. Wer hätte je gedacht dass wir uns noch einmal auf deutschem Boden unserer Haut wehren müssten.

Jaja die Zeiten ändern sich. Wer weiß welche Überraschungen uns das Schicksal noch bringt. Die englische und amerikanische Luftwaffe machen euch zu Hause ja allerhand zu schaffen. Ob es durch unsere neuen Waffen, wovon ja so viel erzählt wird, noch einmal möglich sein wird die Luftherrschaft zu erlangen wollen wir abwarten.

Lange kann es ja unmöglich so weitergehen. Was Flieger anrichten können habe ich wieder einmal in den vergangenen 14 Tagen erlebt. Wenn zum Trommeln der feindlichen Artillerie auch noch die Schlachtflieger kommen, und schütten die Bomben nur so sackweise aus dann meint man die Welt ginge unter. Ich habe bis jetzt alle Phasen des Krieges gut überstanden, und hoffe auch weiterhin Glück in dieser Beziehung zu haben.

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Nun hätte ich noch eine Bitte. Ich habe mein Sturmabzeichen und mein Verw.Abz. verloren. Wenn ihr gelegentlich nach Herborn kommt, nehmt doch die Urkunde mit und besorgt mir neue. Also denkt auch dran.

Sonst gibt es im Augenblick nichts von Bedeutung.

Für heute die herzlichsten Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

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Wir liegen jetzt südlich Tilsit am Ufer der Memel. Also in Ostpreußen. Augenblicklich ist es hier verhältnismäßig ruhig. Man könnte oft weinen um jeden Fußbreit deutschen Bodens der aufgegeben werden muss. Die schönen Höfe, die man sonst nirgends findet sind leer und verlassen. Das Vieh ist ja zum größten Teil weg. Aber trotzdem laufen auf jeder Weide noch überall Kälber und Kühe umher. Junge Schweine, Hühner und Gänse sind noch massenhaft da. Es ist oft ne Schande wie das Vieh verkommt und zu Hause ist man hinter jedem Kälbchen her wie ein Windhund. Die schönsten Möbel, alles ist zurückgeblieben. Sonst ist bei mir noch alles in bester Ordnung. Das Essen ist den Verhältnissen entsprechend gut. Hoffen wir, dass es dem Russen nicht gelingt noch weiter in Ostpreußen vorzustoßen.

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Wünsche euch auch weiterhin alles Gute und grüße euch herzlichst

Fritz

Liebe Eltern!

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Mit der Feldarbeit seid ihr ja soweit ich sehen kann ziemlich fertig. Es hat euch in diesem Jahr wohl schwerer gefallen wie je zuvor. Hoffentlich ist es uns allen im nächsten Jahr vergönnt gemeinschaftlich unser Feld wieder zu bestellen. Wie ihr schreibt richten die feindlichen Bomber allerhand Schaden bei euch an. Dass es für euch ziemlich aufregende Tage gibt kann ich mir lebhaft denken. Es ist tatsächlich so, dass man sich solchen Sachen gegenüber von einer gewissen Gleichgültigkeit beherrschen lassen muss um die Nerven zu behalten. Ändern können wir an den Tatsachen ja doch nichts.

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Wir liegen zur Zeit auf einem größeren Gut in Ostpreußen unweit der Grenze und warten der Dinge die da kommen. Überraschungen wird es wohl im Westen ebenso wie im Osten noch geben. Hoffentlich gelingt es auch weiterhin den Ansturm der Bolschewisten aufzuhalten. Es wäre schade um jedes Haus was verloren geht.

Für heute alles Gute und herzlichste Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

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Bin augenblicklich wieder auf V-B. (vorgeschobener Beobachter) und sitze am Ufer der Memel. Tagsüber im Garten, nachts gehen wir in ein Haus. Es ist alles ruhig als wenn kein Krieg mehr wäre. Unangenehm sind allerdings die russischen Nachtbomber wenn sie auch fast nichts treffen, aber unangenehm sind die Bomben doch. Unser Häuschen wackelt manchmal in allen Ecken. Trotzdem schlafen wir doch gut. Sonst geht es mir noch gut was ich von euch ebenfalls hoffe.

Für heute die herzlichsten Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

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Wenn ich gesund bleibe dann kann es sonst schon mal kommen wie es will. Dass nach diesem Krieg noch manches zum Ausbruch kommen wird ist ja klar. Im allgemeinen scheinen ja unsere Fronten fast überall zum Stillstand gekommen sein. Wir wollen nicht hoffen, dass die Angriffe der Feinde in Zukunft erfolgreich sind. Ob wir noch die Kraft besitzen auch noch einmal zur Offensive überzugehen? In der Verteidigung können wir ja nie den Krieg gewinnen.

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Für heute die herzlichsten Grüße

Fritz

Ihr Lieben in der Heimat!

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Hier gibt es im Augenblick nichts besonderes außer einigen kleinen Angriffen alles ruhig. Die Memel ist doch nicht so leicht zu überwinden und unsere Stellungen sind auch nicht die schlechtesten. Hier in Ostpreußen ist ja unheimlich geschafft worden. Ein Stellungssystem, wie es wohl noch nie da war.

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Nun Schluss für heute, wünsche euch allen alles Gute und herzlichste Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

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Über den Verbleib von Adolf Franz wird sich von mir aus wohl kaum etwas ermitteln lassen. Es war ja damals so, dass Teile unserer Div. bei Witebsk mit eingeschlossen waren und wohl größtenteils in Gefangenschaft geraten sind. Und zwar war es der Teil der nach Norden ausgewichen ist. Wir dagegen sind nach Süden abgebogen und sind dadurch wenigstens aus dem Hauptkessel von Witebsk herausgekommen. Später wurde ja unsere Division aufgelöst und neu umgruppiert. Was die alten Kompanien jetzt für Nummern haben kann ich nicht feststellen. Da sind damals ganze Kompanien verschwunden, wo niemand etwas von erfahren hat. Vermisst!

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Neulich habe ich sogar 4 Nächte in einem richtigen Bett sogar mit Federdecke geschlafen. Man fühlt sich dann bald wie daheim. Wenn einem das verdammte Schießen nicht immer wieder an den Krieg erinnern würde, wäre es noch gar nicht so schlecht hier.

Wünsche euch weiterhin alles Gute und grüße herzlichst

Euer Fritz

Liebe Eltern!

Heute erhielt ich euer Paket mit Kuchen, Schinken und Äpfel. Hierfür danke ich euch herzlichst. Mit dem Sturmabzeichen ist euch allerdings ein Irrtum unterlaufen. Es sollte kein Infanteriesturmabzeichen sein, sondern ein allgemeines. Naja das konntet ihr ja nicht wissen. Der Verkäufer hätte das allerdings merken müssen. Die Feuersteine kann ich sehr gut gebrauchen. So gut wie dieses Mal haben mir die Äpfel lange nicht mehr geschmeckt. Waren das nicht Äpfel von dem großen Baum auf der Wiese?

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Im vorigen Brief wolltet ihr doch wissen ob Lütz noch bei mir ist. Er ist schon einige Monate von uns weg. Er hat es wieder mal geschafft. Hier vorne ist die Luft scheinbar zu eisenhaltig für ihn.

Für heute alles Gute und herzlichste Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

Heute will ich euch schnell noch einige Zeilen aus Königsberg senden. Unser Schiff ist bis jetzt noch nicht eingetroffen, und so müssen wir eben warten. Von mir aus könnte es noch einige Tage ausbleiben. Wir haben jetzt ganz in der Nähe von Königsberg Quartier bezogen und liegen in einer Gastwirtschaft. Das erste Mal seit 1940 dass wir wieder unter deutschen Zivilisten sind. Hier würden wir uns noch einige Zeit wohlfühlen. Vielleicht dauert es ja noch einige Tage bis wir abrücken. So lange wir hier liegen werde ich wenn möglich jeden Tag schreiben. Bin doch mal neugierig wie die Fahrt auf der Ostsee verläuft. Sonst ist noch alles in bester Ordnung.

Nun Schluss für heute herzlichen Gruß

Fritz

Gruß an Walter Hans und Eberhard

Liebe Eltern!

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Am 27.11. sind wir hier angekommen. Da unser Schiff erst am 25. In Königsberg eintraf, hatten wir wenigstens Gelegenheit noch 3 volle Tage dort zu verbringen. Zum ersten Mal seit Jahren wieder in Privatquartier. Am 26. Wurden wir dann eingeschifft und erreichten am 27. abends unseren Bestimmungsort. Königsberg ist immerhin wenn auch zum Teil zerstört, doch eine ganz schöne Stadt. M. (vermutlich Memel) dagegen ist ja durch die früheren Kämpfe vollkommen zerstört. Die Überfahrt war herrlich. Besonders in den mondhellen Nächten. Ich habe fast die ganze Nacht auf Deck gestanden. Der helle Mondschein die weißen Wellenkämme und rechts und links die Schatten der Torpedoboote und Zerstörer. Einfach herrlich sage ich euch. Für mich war dies ein besonderes Erlebnis und etwas vollkommen Neues da ich ja zum ersten Mal auf einem großen Schiff gefahren bin. Es war schon ein ganz netter Brocken (7500 to).

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Der Winter scheint ja spät einzusetzen. So lange es nicht friert heißt es immer feste Wasser schöpfen. Die Gräben und Bunker stehen jeden Morgen unter Wasser. Da hat man seine Arbeit, dass sie einigermaßen bewohnbar bleiben. Aber sonst ist es auszuhalten.

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Nun will ich schließen nochmals alles Gute

Euer Fritz

Liebe Eltern!

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Über euren Brief vom 6. muss ich doch mal lachen. Die beiden Kästchen Zigarren wollt ihr also bis zu meiner Hochzeit aufheben. Na dann hebt sie mal auf. Wie kommt ihr nur auf den Gedanken? Zum Heiraten gehören ja bekanntlich 2. Und um die 2. zu finden, muss man ja auch Zeit haben. Sowas macht man ja nicht von heute auf morgen. Das kann man wohl, aber meistens ist es auch danach. Walter Scherf hat sich also doch wieder gemeldet. Das freut mich, dass er doch mal Glück gehabt hat. Das letzte Mal schrieb er von Goldag(?). Seitdem nicht mehr. Morgen muss ich ihm doch gleich wieder mal schreiben.

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Ich will nun schließen, in der Hoffnung dass euch der Brief bei bester Gesundheit antrifft grüßt euch herzlichst

Euer Fritz

Von diesem Brief ist nur die letzte Seite vorhanden. Thematisch knüpft er an den vorangegangenen Brief vom 06.10. an und ist vermutlich an Walter adressiert.

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Damit ihr nun nicht auf falsche Gedanken kommt, dass ich vielleicht in absehbarer Zeit an Heiraten denke da denke ich überhaupt noch nicht dran. Ich habe hier nur mal kurz meine Meinung geschrieben über das Kapitel gute Partien. Weil du das in deinem Brief erwähnt hast. In den ersten Jahren nach dem Krieg habe ich anderes zu tun. Und was ich mir vorgenommen habe wird auch durchgeführt. Ich bin ja schließlich kein Schuljunge mehr, und man muss ja auch an spätere Zeiten denken.

Also nochmals herzliche Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

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Weihnachten rückt nun immer näher, und die Entscheidung in diesem Krieg ist immer noch nicht gefallen. 5 Jahre waren es nun am 1.12. wo ich beim Militär bin. Wer hätte das jemals gedacht. Und wer weiß ob nicht auch das 6. Jahr noch voll wird.

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Ihr schreibt in eurem Brief könntet den Kanonendonner der Front deutlich hören. Das dürfte wohl ein Irrtum sein. Auf 200 km hört man das nicht und wenn das Wetter noch so klar ist. Vielleicht auf 50 oder 60 km. Ist wohl Flak die ihr hört.

Ich will nun schließen, wünsche euch nochmals alles Gute

Fritz

Liebe Eltern!

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Inzwischen werden ja wieder einige (Briefe) eingetrudelt sein, und eure Sorgen haben sich wieder als unbegründet erwiesen. Ich glaube überhaupt ihr macht euch viel unnötige Gedanken. Ich bin nun einmal von zu Hause fort wie viele andere auch, da nützt auch alles Weinen nichts. Es ist nun einmal Krieg und da müssen wir uns eben abfinden.

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Leider kann ich diesem Jahre den fast ohne Ausnahme immer geholten Weihnachtsbaum nicht heimholen. Zu Weihnachten zu Hause zu sein ist mir unmöglich. Hoffentlich ist es uns 1945 vergönnt wieder einmal Weihnachten alle zusammen zu feiern.

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Will nun schließen, nochmals alles Gute und herzlichste Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

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Die feindlichen Flieger sind ja eurem Schreiben nach jetzt so schlimm wie noch nie. Wenn die Biester doch alle wie sie kommen vom Himmel fielen. Ihr daheim werdet wohl noch manches über euch ergehen lassen müssen.

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Weihnachten werden wir auch hier feiern so gut es eben die Umstände erlauben. Ein Bäumchen wird sich wohl auftreiben lassen. Wir sind ja doch in Deutschland. Zu Hause wäre es freilich schöner gewesen.

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Herzlichen Gruß

Euer Fritz

Liebe Eltern!

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Wie ihr in eurem letzten Brief schreibt ist Lütz beim letzten Fliegerangriff doch zu Schaden gekommen. Er fährt daraufhin morgen früh in Urlaub. Er kam heute vom Festland herüber und hat mich mal aufgesucht. Es wäre mir lieb wenn ihr ihm kein Paket mitgeben würdet. Erstens brauche ich es nicht unbedingt, und zweitens hat er jetzt mit sich selber genug zu tun.

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Herzlichste Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

Heute am 2. Weihnachtsfeiertag möchte ich es doch nicht versäumen euch einige Zeilen zu schreiben. Nun ist auch das schöne Weihnachtsfest auf das man sich schon Wochen im Voraus gefreut hat bald vorüber. Ich muss sagen wir haben uns tatsächlich nicht umsonst gefreut. Die Geschenke haben alle Erwartungen weit übertroffen. Viel hatten wir ja nach all den Rückschlägen in letzter Zeit nicht erhofft. Es hat tatsächlich alles gegeben was wir uns nur wünschen konnten. Zigaretten, Tabak, Schnaps Plätzchen Kuchen und was sonst noch alles. Man muss tatsächlich staunen wo das Zeug alles her kommt.

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Das Schönste war jedenfalls, dass wir wenigstens bis jetzt Ruhe gehabt haben, und somit Zeit uns dieser herrlichen Sachen zu erfreuen. Es ist das erste Mal, dass wir seit wir in Russland sind Zeit gefunden haben, einigermaßen Weihnachten zu feiern. Ein wunderschönes Bäumchen haben wir hier. Wir sind zu dritt hier auf B.St. und es ist mir so lieber als wenn ich hinten gewesen wäre. So kann man die Feiertage wenigstens in Ruhe verleben.

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Am Heiligabend haben wir hier zusammen gesessen, und haben uns von zu Hause unterhalten. Jeder war in Gedanken zu Hause so wie ihr bestimmt auch alle an uns gedacht habt.

Herzlichste Grüße und alles Gute

Fritz

Liebe Eltern!

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Wenn ich auch in diesem Jahr den Weihnachtsbaum nicht holen konnte, so habt ihr euch doch hoffentlich sonstwie einen besorgt. Wenn er auch nicht so schön ist wie sonst Hauptsache es ist ein Bäumchen auf dem Tisch. Weihnachten ohne Weihnachtsbaum ist doch kein Weihnachten. Bei euch sein konnte ich ja diesmal wieder nicht, aber in Gedanken war ich doch bei euch zu Hause. Weil ihr ohne uns seid braucht ihr doch nicht traurig zu sein, denn der Krieg geht auch mal zu Ende, und dann kommen Albert und ich wieder nach Hause. Nur Geduld, ewig kann es ja nicht dauern.

Im Westen geht es ja im Augenblick wieder vorwärts. Das hätte sich der Amerikaner wohl auch nicht träumen lassen. Der Kriegsgott hat eben seine Launen. Hoffentlich kommt der Angriff nicht so schnell zum Stocken.

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Euch alles Gute

Euer Fritz

Ausgewählte Feldpostbriefe 1945

Der letzte Feldpostbrief von Fritz Donsbach ist datiert auf den 06.01.1945. (Spärliche) Informationen zu seinem Schicksal bis Kriegsende und danach können aus seinen Schreiben während seiner Gefangenschaft und aus Briefen seiner Kameraden, die diese ihm nach seiner Heimkehr geschrieben haben, entnommen werden. Ein Großteil dieser Briefe ist unsererseits noch zu übertragen und zu interpretieren.

Exemplarisch haben wir vier Schreiben/Briefe übertragen, aus denen grundlegende Informationen hervorgehen, und dem Dokument für das Jahr 1945 zugeordnet.

Ursula Fokken

Liebe Schwester!

Heute erhielt ich deine Weihnachtskarte wofür ich dir herzlichst danke. Hoffentlich war es dir möglich Weihnachten so angenehm zu verleben wie ich. Gewiss, zu Hause wäre es schöner gewesen, und ich glaube wenn der Urlaub so weitergelaufen wäre wie vorigen Sommer dass ich dann auf Weihnachten bei euch gewesen wäre. Den Verhältnissen entsprechend habe ich das diesjährige Weihnachtsfest in aller Ruhe verlebt. Wir hatten somit wenigstens Zeit uns in aller Ruhe der Sachen zu erfreuen die es gegeben hat. Höchstens dass ich etwas einsam war. So in aller Ruhe ist manchmal schöner als wenn alles drunter und drüber geht. Bei unserer Sylvesterfeier ging es allerdings etwas lebhafter zu. Wir haben durchgefeiert bis nächsten Morgen um 5. Unser „Alter“ hatte sich aber auch alle Mühe gegeben den Abend so schön zu gestalten wie es eben möglich war. Nun schreiben wir schon 1945 und was das neue Jahr uns bringen wird müssen wir abwarten. Hoffentlich recht viel Gutes und Schönes. Dass es den lang ersehnten Frieden bringt glaube ich noch nicht ganz. Hoffen wir das Beste. Einmal muss es ja zu Ende sein. Hoffentlich bleibt uns allen noch so viel Zeit wenigstens ein Teil des Versäumten nachzuholen. Über die Feiertage ist es nun ruhig geblieben und hoffentlich bleibt es auch weiterhin so. Zur Zeit ist ja im ganzen Osten nicht viel los.

Viel unangenehmer ist wohl das Wetter hier. Wie zuhause im April. Friert es mal einige Tage und man denkt es bliebe nun endlich trocken taut es schon wieder am nächsten und regnet was vom Himmel will. Die letzten 3 Tage war unser Bunker mit einer Tropfsteinhöhle kaum zu vergleichen. Wasser von oben und Wasser von unten. Abends muss man seine Klamotten aufhängen sonst schwimmen sie den nächsten Morgen im Wasser. Heute hat es nun endlich aufgehört mit regnen und allmählich wird es wieder trocken. Waren die Flieger über Weihnachten und Neujahr auch wieder da? Gießen scheint ja schwer mitgenommen zu sein. Sonst geht es mir noch gut, was ich dir ebenfalls auch weiterhin von Herzen wünsche.

Wie geht es denn nun zu Hause? Habt ihr ab und zu nochmal Streit? Ich weiß ja nicht wie es in letzter Zeit ist, aber ich meine wenn ihr doch beide etwas mehr Verständnis füreinander aufbrächtet so dürfte das doch gar nicht vorkommen. Ich will dir durchaus keine Vorwürfe machen aber wir sind doch nun auch nicht alle gleich geartet doch Geschwister und ihr beide müsstet doch eigentlich zusammen auskommen können. Wenn ihr was zusammen habt so macht es doch in vernünftigem Ton aus und dann ist doch alles gut. Streitigkeiten gibt es überall und werden sich auch nie vermeiden lassen. Aber man kann sie doch in erträglichen Grenzen halten. Also nichts für ungut, ich freue mich wenn du bald wieder etwas von dir hören lässt und wünsche dir weiterhin alles Gute.

Herzlichen Gruß dein Bruder

Fritz

Liebe Eltern!

Heute erhielt ich die beiden Weihnachtspäckchen sowie euren Brief vom 17.12. wofür ich euch herzlichst danke. Hätte euch ja gerne im neuen Jahr schon früher geschrieben. Aber leider war es vor lauter Regen nicht möglich. Nachdem es in der Neujahrswoche ziemlich kalt war taute es am 2. plötzlich und es fing auch gleich an zu regnen was herunter wollte. Unser Bunker war die letzten 3 Tage die reinste Tropfsteinhöhle. Wenn das Wasser von oben läuft und von unten fußhoch über den Fußboden steigt da kann man ja nicht schreiben. Heute hat es nun aufgehört und da will ich doch schnell den Brief und die Päckchen beantworten. Dass die Päckchen etwas später eingetroffen sind ist ja weiter nicht schlimm, denn auf Weihnachten hatten wir ja auch welche. Ich habe nicht eher aufgehört mit Essen bis eins leer war so gut haben sie geschmeckt. Dem Kuchen ging es nicht viel besser. Sylvester haben wir gemeinschaftlich gefeiert und ich muss sagen unser Chef hat sich alle Mühe gegeben die Feier so schön wie möglich zu gestalten. Nach der Rede des Führers haben wir alle Aussichten im Kriege noch alte Männer zu werden. Ganz so schlimm wird es wohl nicht werden. Einmal muss der Krieg ja doch zu Ende sein. Sonst geht es mir noch gut, was ich euch allen ebenfalls von Herzen wünsche.

Herzlichste Grüße

Fritz

Liebe Eltern!

Euren Brief vom 20.12. habe ich heute erhalten. Endlich habt ihr also einmal Nachricht von mir erhalten. Nun seid ihr ja wohl wieder etwas ruhiger. Hoffentlich habt ihr über Weihnachten etwas Ruhe vor den Fliegern gehabt und konntet das Weihnachtsfest so angenehm erleben wie ich. Wenn ich hätte auf Urlaub kommen können wäre wohl für alle schöner gewesen. Wäre der Urlaub so weiter gelaufen wie im vorigen Sommer, dann wäre es vielleicht der Fall gewesen. Ich bin jedenfalls froh, dass ich Weihnachten, wenn auch etwas einsam aber doch in aller Ruhe feiern konnte. So in aller Ruhe ist manchmal schöner als wenn alles drunter und drüber geht wie man es von früher in Erinnerung hat. Dass wir es die beiden Festtage so ruhig hatten, haben wir ja eigentlich unserem „Freund“ von drüben zu verdanken der uns so schön in Ruhe gelassen hat. Zum Dank dafür wurden dann auch Punkt 12 Uhr des neuen Jahres einige Dutzend Granaten mit den besten Wünschen hinübergeschossen. Wir sind doch undankbare Menschen. Das Jahr 1945 liegt noch verschleiert vor uns was es uns bringt müssen wir abwarten. Hoffentlich recht viel Gutes und Schönes. Über Nacht ist nun wieder Frost gekommen und es ist auch gut so. Auf Regen folgt Sonnenschein, und so wird es auch mit diesem Krieg mal werden. Wie ihr schreibt ist F. Kreuter über Weihnachten zu Hause gewesen. Ich gönne es ihm von Herzen. Hoffentlich hat er mir wenigstens jetzt einmal geschrieben. Er hat nämlich lange nichts von sich hören lassen. 3 oder 4 Briefe die ich zuletzt geschrieben habe sind unbeantwortet geblieben. Mir geht es soweit noch gut, was ich euch allen ebenfalls von Herzen wünsche. Gießen muss ja schwer mitgenommen sein wenn es 400 Tote dort gegeben hat. Klingelhöfer ist seit einiger Zeit nicht mehr im Brückenkopf. Er ist zurück zum Tross in die Nähe von Königsberg. Kring aus Burbach ist noch hier bei mir. Ich will nun schließen, wünsche euch nochmals alles Gute und viele Grüße,

Fritz

Ausgewählte Briefe aus der Zeit der Gefangenschaft bis 1949

Liebe Eltern!

Meinen herzlichsten Dank für eure Karte vom 8.2.46. Dass es euch noch allen gutgeht, freut mich ganz besonders. Was macht Vater und Mutter? Geht Albert arbeiten und was.

Auf eure Anfrage nach Adolf muss ich euch leider mitteilen, dass seine Eltern vergeblich auf Post warten. Er ist am 20.4.45 gefallen. Und zwar in der Nähe von Pillau. Genaueres kann ich euch jetzt nicht schreiben. Später wenn ich wieder bei euch bin werdet ihr ja alles erfahren. Was mich anbetrifft, werde ich die Gefangenschaft schon hinter mich bringen. Macht euch also keine Sorgen  herzlichste Grüße Fritz

Mir geht es gut, wünsche euch allen dasselbe.

Liebe Eltern!

Meinen herzlichsten Dank für eure Karte

Heute bin ich zum ersten Mal in der Lage ein Lebenszeichen von mir zu geben. Seit dem 19. April bin ich in russischer Gefangenschaft und bin bis jetzt noch gesund. Ich hoffe doch, dass ihr alles gut überstanden habt und es euch den Verhältnissen entsprechend gut geht. Macht euch keine Sorgen, auf Regen folgt Sonnenschein. Ich werde doch einmal nach Hause kommen und möchte euch alle gesund antreffen. Die schwerste Zeit ist hinter uns. Viel kann ich leider nicht schreiben. Hoffentlich erreicht euch die Karte recht bald dass ihr wenigstens wißt dass ich doch noch lebe. Für Rückantwort bitte anhängende Karte benutzen! Alles alles Gute und ein frohes Weihnachtsfest wünscht euch Fritz

Ist Albert zu Hause und was macht der jüngste Fischbach?

Liebe Eltern!

Meinen herzlichsten Dank für eure Karte vom 3.11. Heute ist Sonntag und da ich bis zum Arbeitsbeginn noch einige Stunden Zeit habe will ich schnell die Karte schreiben. Auch das Schreiben von Mutter vom 17.11. habe ich erhalten wofür ich ihr ganz besonders danke. Gesundheitlich geht es mir noch gut und ich hoffe auch diesen Winter der nun schon halb rum ist gesundheitlich gut zu überstehen. Wie geht es euch? Habt ihr in diesem Jahr auch schlachten können. Wie man hört soll es fast kein Heizmaterial geben und der Winter sehr kalt sein. Sind schon welche aus Russland zurück und wer? Schreibt doch bitte einmal wie das Leben im allgemeinen in der Heimat verläuft. Wie sind die Löhne und die Preise? Ich wollte schon immer einmal fragen wann ihr die letzte Post aus dem Felde von mir erhalten habt. Habt ihr die Briefe aus dem Lazarett noch bekommen. Am 25.2. 45 wurde ich noch einmal verwundet und lag bis anfangs April im Lazarett. 17 Splitter im Kopf Beine und linke Hand. Ist aber alles wieder in bester Ordnung. Bin bis zum heutigen Tage nicht mehr krank gewesen. Nochmals alles Gute und herzlichste Grüße wünscht euch Fritz

Gruß an W. Scherf.

Korrespondenz mit Kameraden nach dem Krieg 1950

Lieber Fritz!

Tausend Dank für deinen Kartengruß den ich vor kurzem erhielt. Gott sei Dank dass du nun auch endlich daheim bist. Hoffentlich hast du gesundheitlich so einigermaßen alles überstanden und dich auch wieder so einigermaßen eingelebt. Übrigens sei dein Wunsch auch der meinige und hoffentlich kreuzen sich unsere Wege recht bald. Übrigens will ich Sonntag (d.h. wenn nichts dazwischen kommt) zu Heinrich Klingelhöfer. Leider kann ich die keine Auskunft geben über Edwin Lange und Hans Raub. Adam Scheidemantel, den ich Anfangs 1948 mal aufsuchte, sagte mir damals Edwin sei sehr wahrscheinlich übergelaufen. Du hättest noch auf Befehl vom Alten das kaputte Funkgerät holen müssen. Stimmt das Fritz? Ich hoffe ja dass du mir mal darüber ausführlich berichtest. Ich will nun in kurzen Zügen berichten wie es mir ergangen ist und was ich noch von anderen Kameraden weiß.

Der Sanka brachte mich zum Verbandplatz 258. Div. Alles unbekannte Gesichter. Traf nur noch einen Inf.Uffz. aus unserer Div. Der war an beiden Armen verwundet. Gegen Mittag wurden wir operiert. Nach 2 Tagen ging es weiter nach Pillau. Dort haben wir erst 2 Tage in der Krankensammelstelle gelegen. Sollte verschifft werden, konnte kein Schiff wegen hohem Seegang beladen werden. Sind dann in einen Laz.Zug verbracht worden. (Dort standen ungefähr 10 Stück. Sie konnten ja nicht fahren da der Landweg ja schon unterbrochen war) Nach ungefähr 8 Tagen sind wir dann endlich auf ein Schiff gekommen das hat uns bis Danzig-Neufahrwasser gebracht. Dort ausgeladen, in große Lagerschuppen geführt und warten. Tolle Zustände da. Tausende von Flüchtlingen und Verwundete. Nach 3 Tagen dann mit Zug bis Gotenhafen gebracht. Dort ausgeladen und wieder erst 2 Tage in die Baracken. Dann ging es endlich auf das Schiff. 17 000 BRT. »Potsdam« Fährt heute soviel ich neulich mal gelesen habe unter englischer Flagge.

Es waren so im ganzen 5-6000 Verwundete und ebensoviele Flüchtlinge auf dem Pott. Die Fahrt nach Kopenhagen ging glatt vonstatten. Vom Schiff ging es wieder in einen Laz.Zug. In Flensburg wurden wir ausgeladen, das war der 14. März. Dort wurde ich nun endlich geröntgt und sie stellten einen kompl. Knochenschussbruch fest. Jetzt jede Einzelheit zu schildern würde zu lange dauern. Jedenfalls wurde die Sache auf einmal sehr gefährlich 40 Grad Fieber usw. Kam sofort dann in eine chirurg. Abt. Nach der 3. Operation sagte der Arzt endlich: »So das wäre geschafft, der Arm ist gerettet er braucht nicht mehr ab. Da aber das Handgelenk vereitert war, musste das Handgelenk herausgenommen werden. Bleibt also im Gelenk steif. Wenn Sie Glück haben dann können Sie greifen.« Wurde dann noch 2x an kleineren Abszessen operiert und am 11.11.45 mit Laz. Zug in am. Zone verlegt. Habe es dann so gedreht, dass ich nach Marburg kam. Von dort kam ich nochmal nach Kassel und bin dort am 5.3.46 entlassen worden. Heute kann ich die Finger soweit bewegen, dass ich schreiben kann. Links konnte ich es auch schon mal so einigermaßen. Die Festsetzung der Rente ist nun wieder ein Kapitel für sich. Bei mir hat es bloss 2 Jahre gedauert bis der Rentenbescheid da war. 40% arbeitsufähig und 10 DM Rente monatlich. Zimmermann war ich von Beruf und was ich mit einer fast steifen rechten Hand machen kann, kannst du dir denken. Habe heute einen Schwerbeschädigtenplatz in einem Sägewerk. Zur Zeit ja auch arbeitslos. Nebenbei bemerkt bin ich seit Sept. 47 verheiratet und habe einen 13 Monate alten Jungen.

Mit Künzel stehe ich auch im Briefwechsel. Der schrieb mir dass Heinz Hesse auch aus Gefangenschaft gekommen ist. Ist heute bei der Werkspolizei in Sömmerda. (Heinz als Polizist!!) Erwin Kastner schrieb mir neulich auch nachdem er aus Gefangenschaft entlassen wurde. (Edith ist auch Mutter geworden) Scheidemantel schreibt auch ab und zu mal und noch verschiedene (E. Pfeil, Sander, u.a.m.) So, für heute mag es genügen. Warte nun auf deinen Bericht darauf bin ich gespannt. Sei nun sowie deine Angehörigen recht herzlichst gegrüßt Lo(?).

Danksagung

Wir danken Birgit Kunz (eine der zwei Töchter von Friedrich Wilhelm Donsbach), dass sie uns die gesammelten Feldpostbriefe von Fritz an seine Familie zum Studium überlassen hat. Ebenso die zahlreichen Bilder, die Ihr Vater aus dem Krieg nach Hause schickte.

Wir danken außerdem Ursula und Heiko Fokken, dass sie die Vielzahl der Briefe gesichtet, gelesen und wesentliche Auszüge Donsbachs Korrespondenz mit seiner Familie digital erfassten. Darüber hinaus die Bilder digitalisierten und letztlich ein Bewegungsprofil des Wehrmachtssoldaten Donsbach erarbeiteten, welches sich aus den Ortsangaben seiner Briefe ergab.

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Waldemar Lesser Umschlag für Feldpostbriefe VS
Feldpostbriefe heimischer Soldaten – Übersicht
Donsbach Juli 1941 gefangene Rotarmisten
Bilder von der Ostfront
Waldemar Lesser Umschlag für Feldpostbriefe RS
Feldpostbriefe Waldemar Lesser
Adolf Hammer Feldpostbriefe Geburtstagskarte an den Vater 1944
Feldpostbriefe Adolf Hammer
Donsbach Februar 1942 Patroullie Jagd auf Partisanen
Unternehmen «Barbarossa«
Unternehmen Barbarossa Fritz Donsbach Bewegungsprofil 1941-1949
Bewegungsprofil des Soldaten Donsbach
Die Blockade Leningrads
Blockade Leningrads