WETZLAR ERINNERT e.V.
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Feierliche Eröffnung
in der historischen Klinikkapelle der Vitos-Klinik
Weilstraße 10 | D 35789 Weilmünster

Do., 3. September 2026
Beginn: 17:30 Uhr

Weilmünster
Lern- und Eerinnerungsort
Am authentischen Tatort der ehemaligen Landesheilanstalt entsteht ein Lern- und Erinnerungsort mit einer Dauerausstellung zu den nazifaschistischen Krankenmorden in Weilmünster.

Zwischen 1939 und 1945 wurden hier mehrere tausend Menschen mit psychischer Erkrankung sowie Menschen mit Behinderung entrechtet, verlegt und ermordet oder in die Tötungsanstalt Hadamar deportiert. Der Ort verbindet historische Forschung mit Bildungsarbeit und öffentlicher Auseinandersetzung und richtet den Blick ausdrücklich auch auf die Gegenwart.

Fragen nach Menschenwürde, Ausgrenzung und Verantwortung stehen im Zentrum. Das Projekt wird überwiegend ehrenamtlich realisiert und entwickelt sich zu einem Erinnerungs- und Lernort mit Strahlkraft weit über die Region hinaus.

Der Lern- und Erinnerungsort entsteht in Kooperation mit der Vitos Weil-Lahn gGmbH und der Gedenkstätte Hadamar.

Details

über das Pogramm der Eröffnungsveranstaltung und zu dem Projekt unseres Partnervereins Weilburg erinnert e.V.
Gewünschte Details durch Mausklick öffnen

  • Susanne Simmler
    Landesdirektorin des LWV Hessen
  • Vertretung
    der Vitos Holding gGmbH
  • Prof. Dr. Jan Erik Schulte
    Leiter der Gedenkstätte Hadamar
  • Mario Koschel
    Bürgermeister der Gemeinde Weilmünster
  • Esther Storto
    Geschäftsführerin der Vitos Weil-Lahn gGmbH

Weilburg erinnert e. V. hat einen Raum für den neuen Lern- und Erinnerungsort zu den NS-Krankenmorden in Weilmünster gefunden. Vitos Weil-Lahn stellt dem Verein dafür die Kapelle auf dem Klinikgelände in Weilmünster zur Verfügung. Esther Storto (Geschäftsführerin Vitos Weil-Lahn) und Axel Riedl (Technischer Leiter von Vitos Weil-Lahn am Standort Weilmünster) übergaben dazu symbolisch den Schlüssel an Markus Huth, Vorsitzender von Weilburg erinnert, und Anja Horstmann, Historikerin und Projektleiterin des Vereins.

Die Landesheil- und Pflegeanstalt Weilmünster war ein zentraler Schauplatz der NS-Euthanasieverbrechen in Hessen. Als größte Zwischenanstalt für die Tötungsanstalt Hadamar wurden mehr als 3.000 Menschen von Weilmünster nach Hadamar deportiert und dort in der Gaskammer ermordet. Zudem wurden in Weilmünster selbst rund 3.000 Menschen durch überdosierte Medikamentengaben, Misshandlungen und systematische Mangelernährung ermordet. Diese Geschichte ist bislang kaum bekannt – insbesondere in der Region. Der neue Lern- und Erinnerungsort in der historischen Klinikkapelle soll dies ändern: Ziel ist es, historische Aufklärung mit aktuellen ethischen Fragen zur Wertschätzung menschlichen Lebens zu verknüpfen.

Der geplante Übergang der Neurologie an das Kreiskrankenhaus in Weilburg und die Schließung der Vitos Klinik für Psychosomatik markieren eine Zeit tiefgreifender Veränderungen für den Klinikstandort. Vitos Weil-Lahn ist das Andenken der dort im Nationalsozialismus ermordeten Menschen ein wichtiges Anliegen. Der Lern- und Erinnerungsort, der von „Weilburg erinnert“ und Vitos in der Klinikkapelle gemeinschaftlich errichtet wird, steht daher nicht nur für historische Verantwortung, sondern auch für ein klares Bekenntnis zu gesellschaftlichen Werten in einem sich wandelnden Umfeld.

Vitos Geschäftsführerin Esther Storto betont: »Als Nachfolgegesellschaft der damaligen Institution tragen wir eine besondere Verantwortung, die Geschichte aufzuarbeiten und gleichzeitig eine Zukunft zu gestalten, in der allen Menschen eine gleichberechtigte Teilhabe ermöglicht wird.«

Auch PD Dr. med. Christoph Best, ärztlicher Direktor des Klinikums am Standort Weilmünster, ist gespannt auf den Lern- und Erinnerungsort: »Ich freue mich immer, wenn ich Schülergruppen auf unserem Klinikgelände sehe: Junge Menschen, die die Zukunft gestalten und zugleich an die Geschichte erinnern. Aktuell ist es wichtiger denn je, ganz bewusst in diese dunkle Zeit der NS-Krankenmorde zurückzublicken.«

Die Erinnerungsarbeit in Weilmünster erhält großzügige finanzielle Unterstützung: Die Deutsche Postcode Lotterie fördert die Erinnerungsarbeit zur NS-Euthanasie des Vereins Weilburg erinnert e.V. mit 100.000 €. Dank dieser Förderung kann die theaterpädagogische Arbeit fortgesetzt und eine Ausstellung zur Erinnerung an die Verbrechen auf dem Klinikgelände geschaffen werden.

Katja Diemer, Head of Charities bei der Deutschen Postcode Lotterie, erklärte: »Wir freuen uns, dass wir dank unserer zahlreichen TeilnehmerInnen dieses bedeutende Projekt unterstützen können. Zusammen mit Weilburg erinnert e. V. und allen weiteren über 2.400 Organisationen, die wir bereits gefördert haben, setzen wir uns für Mensch und Natur sowie eine bessere Welt ein – das ist unser #PostcodeEffekt. Für die Umsetzung wünschen wir viel Erfolg.«

Der Lern- und Erinnerungsort setzt auf innovative Konzepte wie »New Learning«, um insbesondere junge Menschen anzusprechen.

Neben einer modernen Ausstellung sind interaktive Workshops geplant, die Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbinden. So möchte Weilburg erinnert e.V. einen Ort schaffen, der Bildung, Begegnung und sozialen Zusammenhalt nachhaltig fördert.

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