WETZLAR ERINNERT e.V.
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Präsentation der neuen Vereinsschrift:

durch die Autoren:

Dr. Ulrich Mayer und Thomas Welling
»… ich fühle Menschen gegenüber keine Schuld …«

Über Machtanmaßung, Machtausübung und den Machtverlust des NSDAP-Kreisleiters Wilhelm Haus (*1899 | † 1955)

am Dienstag, 27. Oktober 2026
19:00 bis 21:00 Uhr

Nachbarschaftszentrum Westend
Lucie-Kurlbaum-Beyer-Platz 2 | D 35578 Wetzlar

Großer Saal | 1. OG im Haus 2

NS-Vergangenheit aufgearbeitet
Ein Stück Geschichte, das lange verborgen blieb: Die Memoiren von Wilhelm Haus offenbaren, wie er seine NS-Vergangenheit
sah. Doch unsere beiden Autoren hinterfragen sein Selbstbild kritisch.

Die Veranstaltung findet unmittelbar nach der Vereinsmitgliederversammlung im selben Raum statt.

Einzelheiten zu der Veranstaltung in den Aufklappfeldern
bitte gewünschtes per Maus-Klick öffnen

19.00 Uhr: Eröffnung und Begrüßung
durch den Vereinsvorsitzenden von Wetzlar erinnert e.V.

19.05 Uhr: Illustrierte Einführung
durch die beiden Autoren Ulrich Mayer und Thomas Welling

19.40 Uhr: Gespräch mit den Autoren
mit der Möglichkeit, Fragen zu stellen

20.10 Uhr: Verkauf des Schriftbandes
auf Wunsch mit Handsignierung durch die Autoren
Hinweis:
Vereinsmitglieder von WETZLAR ERINNERT e.V. erhalten die Schrift gratis 
Gespräche bei Getränken und Fastfood

20.30 Uhr: Ausklang
der Veranstaltung

Auf dem Titelbild der Schrift ist ein Foto der NSDAP-Kundgebung zum »Nationalen Tag der Arbeit« im Jahr 1936 auf dem Wetzlarer Domplatz zu sehen. Von 1933–39 wurden derartige Kundgebungen am 1. Mai zelebriert. Hitlers Ansprachen aus Berlin wurden reichsweit per Radio live übertragen. Das Bild ist aus dem Zeitungsbericht des Wetzlarer Anzeigers vom 2. Mai 1936. Vorne am Mikrofon steht Wilhelm Haus (damals noch stellvertretender Kreisleiter).

Die Aufschrift an der Bühnenfront »Der Kleine Führer von Wetzlar« wurde von uns in das Bild eingefügt als Anspielung auf die Rolle von Wilhelm Haus als NS-Kreisleiter in zweierlei Hinsicht:

  1. ist der Begriff »der kleinen Führer« bzw. »der kleinen Hitlers« geprägt worden in der Forschung über die Rolle der NS-Kreisleiter. Die Kreisleiter waren von großer Bedeutung für die alltägliche Herrschaftspraxis des NS-Regimes. Mit der Gemeindeordnung von 1935 wurden sie zu kommunalpolitischen Beauftragten der Partei, die bei Ernennung von Bürgermeistern und Gemeinderäten mitwirken sollten.
    »Alle Lebensbereiche zu erfassen und im nationalsozialistischen Sinne zu durchdringen«, das war die Aufgabe, die die Partei dem Kreisleiter zugedacht hatte. So steht es im Organisationshandbuch der NSDAP von 1937. Für den Durchschnittsbürger waren sie besonders präsent. »Sie waren kleine Hitler, die im Alltag als kaum kalkulierbare Exponenten der Naziherrschaft unverhofft in Erscheinung treten konnten«, beschreibt es der Historiker Proske.
    Ihre Rolle ging weit über die Partei hinaus, siehe auch Kapitel »Der kleine Führer« ab S. 34 unserer Schrift.
  2. kann man auf vielen der Bilder dieser Schrift erkennen: Der NSDAP Kreisleiter in Wetzlar, Wilhelm Haus, war körperlich nicht der größte und er litt anscheinend darunter. Die Angst vor mangelndem Respekt kompensierte er laut vieler Zeitzeugen als hysterischer Zeitgenosse, der sich mit krakeelender Stimme erhoffte, angemessen Gehör zu finden. Also einer, den man vielleicht als Psychopath bezeichnen könnte. Eben ein Führer, wenn auch ein (körperlich) zu klein geratener.
Ulrich Mayer
Prof. Dr. Ulrich Mayer

Er wurde 1941 in Wetzlar geboren. Nach seinem Abitur absolvierte er das Studium für das Lehramt an Volksschulen mit dem Wahlfach Geschichte, bevor er von 1964 bis 1969 an Schulen unterrichtete. Bis 1976 war er Pädagogischer Mitarbeiter für Didaktik der Geschichte an der Universität Gießen. Sein Studium der Geschichte, Didaktik der Geschichte, Religionswissenschaften und Politikwissenschaft schloss er 1977 mit dem M.A. ab. 1976 bis 1995 arbeitete er als Realschullehrer.

Während seiner Mitarbeit in der hessischen Lehrerfortbildung beteiligte er sich an wichtigen bildungspolitischen Initiativen und curricularen Anstößen, und 1985 wurde Mayer an der Universität Gießen mit einer Untersuchung zur Entwicklung der Geschichtsdidaktik und des Geschichtsunterrichts im Zeitraum von 1945 – 1952 beauftragt und promovierte. Von 1995 bis 2006 übte er die Professur für Didaktik der Geschichte an der Universität Kassel aus.
Mayer war langjähriger Mitherausgeber der Zeitschrift »Geschichte lernen« und mehrerer geschichtsdidaktischer Buchreihen sowie Mitherausgeber und Autor anerkannter Lehrwerke für den Geschichtsunterricht. Unter den 190 Veröffentlichungen Mayers erschien 1970 als erste Schrift die 2021 wieder aufgelegte Untersuchung »Das Eindringen des Nationalsozialismus in die Stadt Wetzlar«.

Mayer lebt in seiner Heimatstadt Wetzlar und widmet sich seit mehreren Jahren verstärkt der Erforschung lokaler und regionaler zeitgeschichtlicher Probleme.

Thomas Welling 
Thomas Welling

ist Jahrgang 1955 und kommt aus Coesfeld (NRW). Nach dem Abitur studierte er in Gießen die Fächer Anglistik und Politikwissenschaft fürs das Lehramt.

Nach dem II. Staatsexamen 1983 nahm er einen Wechsel in die gewerbliche Wirtschaft mittels einer Ausbildung zum Verlagsbuchhändler vor.
Nach der Lehre arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Kollegschulversuch beim Landesinstitut für Schule und Weiterbildung in Soest. Dort betreute er zahlreiche Veröffentlichungen, die während der Versuchsphase entstanden. Nebenberuflich war er an verschiedenen Volkshochschulen und der Dortmunder Berlitz School tätig, zog 1990 aus familiären Gründen nach Hessen, arbeitete in der Druckvorstufe und auch als Layouter.

Ab dem Jahr 2000 ergab sich ein Wechsel in die ursprünglich angestrebte Lehrtätigkeit am Gymnasium »Johanneum« in Herborn, wo er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2019 als Oberstudienrat die Fächer Englisch und Politik und Wirtschaft unterrichtete.

Im Jahr 2021 erschien seine Übersetzung der in den USA erschienenen Autobiografie des Holocaust-Überlebenden Abram Korn (Abe‘s Story) unter dem Titel »Wieder Mensch sein« im 52. Band der Mitteilungen des Wetzlarer Geschichtsvereins.

Thomas Welling lebt in Wetzlar und engagiert sich seit seiner Pensionierung u.a. im Verein Wetzlar erinnert, insbesondere für die englischsprachigen Führungen auf dem Weg der Erinnerung.

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