WETZLAR ERINNERT e.V.
Lade Veranstaltungen

Stolpersteinverlegungen in Wetzlar
3. Verlegung am Mo., 13. April 2026

Trotz des schlechten Wetters haben sich am 13.04.2026 über 100 Menschen am Anfang der Fußgängerzone der Bahnhofstraße, gegenüber dem Forum in Wetzlar versammelt. Sie möchten mit dabei sein, wenn die ersten sieben der insgesamt an diesem Tag zu verlegenden 28 neuen Stolpersteine zum Gedenken an die Opfer der Nazifaschisten in Wetzlar verlegt werden. Danach wurden weitere vier Standorte in der Innenstadt angesteuert, um die Steine in das Gehwegpflaster einzufügen.

Oberbürgermeister Manfred Wagner begrüßte neben dem Kölner Künstler Gunter Demnig alle Anwesenden und erläuterte, warum zum dritten mal in unserer Stadt Stolpersteine verlegt wurden. Außerdem begrüßte er den aus New York angereisten Jazzmusiker Ted Rosenthal, der mit seiner Frau Lesley der Steineverlegung in der Bahnhofstraße beiwohnt. Es geht um seine Familienangehörige von denen, bis auf seinen Vater Erich, alle ermordet wurden sind. Wagner begrüßt auch die Goetheschüler*innen und deren Schulleitung, die die neue Stolpersteinverlegung bei einem Gespräch vor neun Monaten mit dem OB in Gang gesetzt hatten.

Die Veranstaltung endet am Geilberg gegen 14:30 Uhr, nachdem dort die letzten beiden Steine für das Ehepaar Sauer verlegt worden sind.

Den ganzen Ablauf, Presseberichte und eine Fotostrecke von der Verlegung finden Sie in den nachfolgenden:

Detaillierter Ablaufplan der Steinverlegung:

(gewünschte Details durch Mausklick öffnen)

Zusammenkunft
Alle Gäste trafen sich um 10.00 Uhr am ersten Verlegeort,
am Ende der Bahnhofstraße / Ecke Bannstraße 1, (Fußgängerüberweg Richtung Forum) 35576 Wetzlar.
Nach einer kruzen Einführung fand dort die Verlegung der ersten sieben Stolpersteine statt:

  • Begrüßung durch Oberbürgermeister Manfred Wagner
    Redebeiträge der Tafelstifter aus der Goetheschule und des Künstlers Gunter Demnig
  • Gebet durch Rabbiner Shimon Grossberg
  • Musikbeitrag von Jörn Martens (Musikschule Wetzlar)

Verlegung von sieben Stolpersteinen für die Familien Rosenthal:

Theodor Rosenthal
*
1881 | 1938 in Frankfurt a.M.

Hertha Rosenthal (geb. Landau)
* 1888 | 1942 in der Region Lublin

Sohn: Erich Rosenthal
* 1912 | 1995 in New York

Bernhard Rosenthal
*
1883 | 1942 in der Region Lublin

Minna Rosenthal (geb. Landau)
* 1896 | 1942 in der Region Lublin

Sohn: Ernst Rosenthal
* 1923 | † 1942 in Majdanek

Tochter: Gerda Rosenthal
*
1930 | † 1942 in der Region Lublin

Stifter der Steine:
Goetheschule Wetzlar

Rede zu Beginn der 3. Stolpersteinverlegung am 13.04.2026

Es gilt das gesprochene Wort

Sehr geehrte Damen und Herren,
nach der musikalischen Einstimmung durch Herrn Jörn Martens darf ich Sie alle zur Verlegung weiterer Stolpersteine in Wetzlar willkommen heißen. Ich freue mich, dass wir diesen besonderen Moment miteinander teilen.

Gerne spreche ich einzelne Persönlichkeiten ganz besonders an:

  • Verehrte Nachfahren und Angehörige der Persönlichkeiten, für die wir heute weitere Stolpersteine verlegen, namentlich nenne ich die Angehörigen der Familien Rabow und Rosenthal. Besonders ansprechen möchte ich Herrn Ted Rosenthal, der die weiteste Anreise aus den Vereinigten Staaten hatte und den ich mit seiner Gattin herzlich begrüße.
  • Sehr geehrter Herr Deming mit dem Team der Stolperstein-Initiative,
  • liebe Mitwirkende an der heutigen Verlegung von Stolpersteinen und verehrte Patinnen und Paten für die einzelnen Steine, allen voran die Schülerinnen und Schüler der Goetheschule mit den Vertreterinnen und Vertretern der Schulleitung,
  • werte Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung und des Magistrates der Stadt Wetzlar,
  • sehr geehrte Damen und Herren, liebe Wetzlarerinnen und Wetzlarer,

wir stehen heute zusammen, um 28 weitere Stolpersteine in unserer Stadt zu verlegen.

Wir machen sichtbar, was andere unsichtbar machen wollen.

Es ist die dritte Aktion dieser Art in Wetzlar.

2009 wurden die ersten sechs Steine auch ob der Initiative von Karsten Porezag gesetzt, 2015 folgten weitere 19 Steine.

Heute führen wir diese Linie fort, schließen wir weitere Lücken – mit Ernsthaftigkeit, mit Achtung und mit der klaren Botschaft gegenüber den Menschen, die aus unserer Stadt vertrieben wurden, die ermordet wurden und die verschollen sind.

Vor Ihnen verneigen wir uns in Demut: Ihr gehört zu uns. Eure Geschichte ist ein Teil unserer Stadtgeschichte, die niemals in Vergessenheit geraten darf.

Mit den Stolpersteinen – in der Regel eingelassen vor den Wohnhäusern, in denen die Menschen vor ihrer Festnahme, Flucht oder Deportation gelebt haben – holen wir Schicksale zurück an die Orte, von denen die Menschen durch Gewalt, Verfolgung und Mord schonungslos getrennt wurden.

Wir machen Lebensgeschichten sichtbar und spürbar.

Indem wir ihre Namen verlesen, indem wir ihre Lebensgeschichten in Erinnerung rufen, indem wir innehalten, indem wir nachdenken – und uns aufgefordert fühlen, uns mit unserer Geschichte weiter zu befassen, verweigern wir dem Vergessen den Raum.

Dass wir heute zum dritten Mal Stolpersteine in unserer Stadt verlegen können, ist Ausdruck einer gewachsenen Erinnerungskultur und eines starken bürgerschaftlichen Engagements.

Dieser Weg war nicht immer fadengerade.

Sich für die Verlegung von Stolpersteinen als besondere Form des Wachhaltens der Erinnerung an jeden einzelnen Menschen zu öffnen, der in der Zeit der NS-Diktatur gedemütigt, entrechtet oder ermordet wurde, war anfänglich auch in der Stadtpolitik nicht unumstritten.

Das zeigt schon die Zahl Sechs – die Zahl der 2009 erstmalig verlegten Steine.

Damals setzte man die ausdrückliche Zustimmung der Angehörigen und Nachfahren voraus. Damit blieben die Menschen außen vor, für die keine Angehörigen ermittelt werden konnten.

In meinen Augen durfte man jedoch, in den Fällen, in denen Angehörige nicht ermittelt werden konnten, nicht unterstellen, dass sie -wären sie noch zu kontaktieren gewesen – einer Verlegung ablehnend gegenübergestanden hätten.

Mit dieser veränderten Betrachtungsweise konnten wir 2015 weitere Steine verlegen – darunter auch einen Stolperstein für ein Opfer der nationalsozialistischen Krankenmorde.

Besonders hervorheben möchte ich heute die Recherchearbeiten der Goetheschule Wetzlar über ihre früheren Schüler, so auch über  Erich und Ernst Rosenthal sowie über Hans Stern.

Aus dieser Arbeit erwuchs u.a. die Initiative, die Verlegung weiterer Stolpersteine anzuregen.

Diese Anregung haben wir gerne aufgegriffen und auch jene Fälle erneut betrachtet, in denen es bei den vorangegangenen Verlegungen nicht möglich war, einen Stein zu legen.

Heute setzen wir 28 weitere Steine.

In diese Verlegung binden wir auch Ernst Jakob Sauer und seine Ehefrau Bertha Sauer ein.

Ernst Jakob Sauer wurde am 27. März 1945, also zwei Tage vor dem Einmarsch der Amerikaner in unserer Stadt verhaftet, weil er an seinem Haus ein Schild mit der Aufschrift angebracht hatte: „Schütze mein Haus. Wir sind keine Nazis. Wir begrüßen die Befreier.“

Auf Befehl des Kreisleiters der NSDAP, Wilhelm Haus, wurde Ernst Jakob Sauer am Tag seiner Verhaftung am alten Friedhof erhängt. Sein Name, sein Mut und sein Schicksal mahnen uns.

Anrede

»Zukunft braucht Herkunft.«

So hat es Odo Marquardt ausgedrückt, der an der Justus-Liebig-Universität in Gießen Philosophie lehrte.

Mit dieser Verlegung weiterer Stolpersteine und mit Ihrer aller Unterstützung bauen Sie – bauen wir alle – mit an dem Denkmal, das Gunter Demnig seit 1992 in Deutschland und in nahezu 30 Ländern Europas mit der Verlegung von Stolpersteinen als Teil der europäischen Erinnerungskultur geschaffen hat und fortwährend – so wie heute in Wetzlar – erweitert.

Gemeinsam stiften wir Bewusstsein für unsere Herkunft – ein Bewusstsein, das für die Gestaltung unserer Zukunft unverzichtbar ist, wenn wir Artikel 1 unseres Grundgesetzes

»Die Würde des Menschen ist unantastbar« –

nicht nur bewahren, sondern nachhaltig gewährleisten wollen.

Unser Grundgesetz ist als Gegenentwurf zum Nationalsozialismus konzipiert und es gilt mehr denn je dafür einzustehen, dass die Achtung des Menschen und nicht eines bestimmten Volkes, Landes oder Weltbildes, so wie im Nationalsozialismus im Zentrum steht.

Jeder Mensch hat einen Eigenwert, den er sich gerade nicht erst durch bestimmte Leistungen oder Eigenschaften verdienen muss. Damit stellt sich das Grundgesetz gleich zu Beginn mit Artikel 1 gegen die Entmenschlichung, der vor allem jüdische Menschen, aber auch andere Minderheiten zwischen 1933 und 1945 ausgesetzt waren.

An dieser Stelle möchte ich danken:

  • Gunter Demnig, dessen künstlerische Idee der Stolpersteine der dezenteste und zugleich eindringlichste Erinnerungsort Europas geworden ist – ein Denkmal, das zu uns spricht, indem es uns innehalten lässt.
  • Rabbiner Shimon Grossberg, der gleich zu uns sprechen und an jeder Verlegestelle ein Gebet rezitieren wird und damit dem Gedenken eine geistliche und tröstliche Dimension geben wird.
  • Jörn Martens, der den Auftakt der heutigen Stolpersteinverlegung musikalisch umrahmt und dem Erinnern eine klingende Sprache schenkt.
  • allen, die uns die Vita der Persönlichkeiten vortragen, für die wir heute Steine verlegen, und deren Stimmen das Leben, die Biografien und die Würde hörbar machen.
  • all denjenigen, die Patenschaften für die Stolpersteine übernommen haben und damit Verantwortung und Verbundenheit zeigen.

Ganz besonders danke ich dem Verein »Wetzlar erinnert e.V.«, stellvertretend nenne ich Irmi und Ernst Richter, der diese und andere Aktivitäten einer gelebten Erinnerungskultur immer wieder initiiert und mit großem Engagement begleitet.

Der Verein legt zur heutigen Verlegung ein Kompendium vor, in dem die Lebensgeschichten all derer dargestellt sind, für die in ihrer Heimatstadt Wetzlar Stolpersteine als kleine Denkmäler verlegt sind.

Diese Schrift ist kostbar – für unsere Stadt, für unsere Schulen, für Familien, für alle, die fragen, wer wir sind und woher wir kommen.

Mein Dank gilt auch dem Historischen Archiv unserer Stadt, das von Anbeginn an die Verlegung der Stolpersteine fachlich begleitet hat, dem Team des Magistratsbüros der Stadt Wetzlar, ohne dessen Engagement die Verlegung von weiteren 28 Steinen am heutigen Tage nicht möglich gewesen wäre, sowie dem Team des Stadtbetriebsamtes, das die Setzung der Steine tatkräftig begleitet.

Liebe Anwesende,
die Stolpersteine sind klein an Gestalt – und groß in ihrer Wirkung.

Sie fordern uns auf, den Blick zu senken, um das Herz zu öffnen. Sie erinnern uns daran, dass Geschichte nicht anonym ist. Sie trägt Namen. Sie hatte Wohnungen, Nachbarinnen und Nachbarn, Schulwege, Hoffnungen und Träume. Indem wir diese Namen bewahren, geben wir den Menschen ein Stück ihrer Würde zurück – und wir stärken zugleich unsere eigene.

Ich wünsche mir, dass wir auch in Zukunft noch weitere Opfer der NS-Zeit aus Wetzlar und unseren Stadtteilen würdigen und ihre besondere Geschichte im Gedächtnis unserer Stadt lebendig halten können.

Denn unsere Stadtgesellschaft wächst, wenn sie erinnert. Und sie wird wehrhaft, wenn sie aus der Erinnerung handelt.

Möge jeder einzelne Stein, den wir heute verlegen, uns mahnen – zu Mitmenschlichkeit, Zivilcourage und zur Verteidigung der unantastbaren Würde eines jeden Menschen.

Ich danke Ihnen.

Verlegung von vier Stolpersteinen für die Familie Stern:

  • Heinrich Stern
    * 1876 | † 1937 in Frankfurt a.M.
  • Klara Stern (geb. Jessel)
    * 1885 | † 1941 in Kaunas Fort IX
  • Sohn: Ernst Stern
    *
    1910 | † 1989 in Frankfurt a.M.
  • Sohn Hans Stern
    *
    1919 | † 1997 in London

Beschreibung der Schicksale der Familienmitglieder durch die Stifter der Steine;

Stifter*innen der Steine:
Barbara und Hans Joachim Deiker, Wetzlarer Geschichtsverein e.V., Luisa Goldstein

Verlegung von drei Stolpersteinen für die Familie Jessel:

  • Moritz Jessel
    *
    1882 | † 1944 in Auschwitz
  • Christine Jessel (geb. Büttner)
    *
    1891 | 1966 in Erbach
  • Lore Brück (geb. Jessel)
    *
    1924 | überlebte

Beschreibung der Schicksale der Familienmitglieder durch die Stifter der Steine

Stifterinnen der Steine:
Omas gegen Rechts, Wetzlar

Verlegung von sieben Stolpersteinen für die Familie Rabow

  • Georg Rabow
    * 1891 | 1942 in Frankfurt a.M.
  • Margarethe Rabow (geb. Staaden)
    * 1895 | Ü 1990 in Wetzlar
    und den fünf Söhnen:
  • Heinrich Georg Rabow
    * 1920 | 1998 in NRW
  • Oskar Emil Rabow
    * 1922 | 1949 in Gießen
  • Walter Friedrich Rabow
    * 1923 | 2004 in Wetzlar
  • Hans Joachim Rabow
    * 1924 | verstorben
  • Ernst Ludwig Rabow
    * 1926 | verstorben

Stifter*innen der Steine: Sybille Weißschädel, Margarete Rabow, Kerstin Inga und Prof. Dr. Michael Böcher mit Jan Moritz Böcher und Nick Jari Böcher, Dagmar Beyer und Andrea Neischwander, Cornelia Sieber

Verlegung von fünf Stolpersteinen für die Familie Davidsohn:

  • Georg Davidsohn
    * 1876 | überlebte in Argentinien
  • Agnes Davidsohn (geb. Rabow)
    * 1881 | 1962 in Buenos Aires
  • Kurt Davidsohn
    * 1905 | 1987 in Buenos Aires
  • Heinz Davidsohn
    * 1912 | 2001 in Buenos Aires
  • Lotte Rosenberg (geb. Davidsohn)
    * 1912 | 2006 in Argentinien

Stifter der Steine: Wetzlarer Geschichtsverein e.V.

Verlegung von zwei Stolpersteinen für das Ehepaar Sauer:

  • Ernst Jakob Sauer
    * 1880 | † 1945 in Wetzlar
  • Bertha Sauer (geb. Walter)
    * 1884 | drangsaliert, überlebt

Tafelstifter*innen: Klaus und Sigrid Kirdorf, Irmtrude und Ernst Richter

Es gilt das gesprochene Wort

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Freundinnen und Freunde unserer Stadt,
heute haben wir 28 weitere Stolpersteine in den Straßen unserer Stadt verlegt.

Ich möchte – nachdem wir nun die letzten Steine der diesjährigen Aktion gesetzt haben – meinen tief empfundenen Dank zum Ausdruck bringen.

Dank an alle, die an der Verlegung teilgenommen haben und die sie möglich gemacht haben: den Initiativen und Vereinen, den Schulen, den städtischen Ämtern, den Archiven, den Spenderinnen und Spendern, den Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, den Familienangehörigen, allen Engagierten, die mit Geduld, Sorgfalt und Herzblut zu diesem Tag beigetragen haben.

Sie alle haben geholfen, das sichtbar zu machen, was andere unsichtbar machen wollten und wollen.

Jeder einzelne Stein ist mehr als Messing und Beton.

Er ist ein leuchtendes Erinnerungszeichen im Alltag, eine namentliche Unterbrechung der Gewohnheit, ein Innehalten auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule, zum Einkauf.

Er sagt uns: Hier lebte ein Mensch. Hier wurden Träume geträumt, hier gab es Liebe, Arbeit, Streit, Hoffnung – und auch hier begann das Unrecht, das Vertreibung, Entrechtung und Mord zur Folge hatte.

Indem wir diese Namen in den Straßen unserer Stadt verankern, verankern wir auch unsere Verantwortung für unsere Gegenwart und für das, was aus ihr für unsere Zukunft erwächst.

Die Stolpersteine sind Steine des Gedenkens – und zugleich Steine des Gewissens. Sie fordern uns heraus, Fragen zu stellen: Wer war dieser Mensch? Was hat ihm die Nachbarschaft bedeutet? Wer schaute zu, wer half, wer schwieg?

Und sie geben uns die Möglichkeit zu antworten:
mit Respekt, mit Anteilnahme, mit dem Versprechen, aus der Geschichte Verantwortung für Gegenwart und Zukunft abzuleiten.

Mein Dank gilt allen, die Recherche betrieben, Anträge geschrieben, Gespräche geführt, Genehmigungen eingeholt, Spenden gesammelt, Unterricht gestaltet, Biografien aufgeschrieben und heute mit uns die Steine verlegt haben.

Sie alle haben daran mitgewirkt, dass Erinnerung nicht abstrakt bleibt, sondern einen Ort hat – direkt vor unseren Türen.

Möge diese Reihe von 28 weiteren Steinen nicht nur ein Kapitel in der Geschichte unserer Stadt sein, sondern ein lebendiger Auftrag: für Zivilcourage, für Respekt, für das Hinsehen statt dem Wegsehen.

Mögen unsere Straßen zu Wegen der Erinnerung werden, auf denen wir lernen, einander in unserer Vielfalt zu achten.

Ich danke Ihnen von Herzen – für Ihren Einsatz, für Ihre Zeit, für Ihre Haltung.

Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass diese auf den Stolpersteinen verzeichneten Namen klingen, dass ihre Biografien erzählt werden, dass aus Erinnerung Haltung wächst.

Danke.

Anmerkungen

Der Künstler, Herr Gunter Demnig, hat die Verlegungen an den ersten drei Orten mit einem Mitarbeiter selbst durchgeführt. Da er leider nur ein Zeitfenster von 10:00 – 12:00 Uhr in Wetzlar hatte, wurden alle weiteren Stolpersteine durch Mitarbeiter des Stadtbetriebsamtes/Tiefbauamtes verlegt.

Hinweis:
Rot markierte Todesdaten bedeuten, dass diese Menschen nachweislich durch den NS-Staat ermordet worden sind.

Fotostrecke von der Verlegung am 13.04.2026

Nach oben