2026 neu aufgelegt
140 Seiten, gebunden
Ab sofort zum Kauf von 10,– € erhältlich
»… ich fühle Menschen gegenüber
keine Schuld …«
»Machtanmaßung, Machtausübung und Machtverlust des NSDAP-Kreisleiters Wilhelm Haus«
Die Darstellung reiht sich ein in die Vorhaben zur Aufarbeitung historischer Traumata der NS-Zeit, der transgenerationellen Weitergabe von Erfahrungen der Tätergeneration aus der Zeit von 1935 bis 1945. Die Kinder dieser Generation erlebten weit verbreitetes Schweigen. Die Enkelgeneration stellt sich dem langen Schatten der NS-Zeit und arbeitet die Familien- und Sozialgeschichte verstärkt auf.
Wetzlar erinnert e.V. erhielt 2024 Kenntnis von autobiografischen Aufzeichnungen des Wetzlarer NS-Kreisleiters Wilhelm Haus, die 1995 von seiner Tochter aus Sütterlin-Handschrift in allgemeinverständliche Form gebracht wurden. Wir waren erschrocken über die scham- und reuelose Darstellung des Lebens von Wilhelm Haus (1899–1955) und gewannen Ulrich Mayer und Thomas Welling als Autoren dieser Schrift, um einen wissenschaftlich korrekten historisch-kritischen Umgang mit dem Dokument zu versuchen. Diese Herausforderung haben die beiden meisterhaft bewältigt. Ein Gerichtsurteil aus dem Jahre 1948 über sein spektakulärstes Verbrechen veranlasste den ehemaligen NSDAP-Kreisleiter zu einem Verteidigungs- und Entschuldungsdokument beispielhaften Ranges: »… meine Verurteilung ist eine Rechtsbeugung, die sogar im Dritten Reich nicht übertroffen werden konnte.«
Haus teilte seinen Text in vier große Abschnitte ein: zwei ausführliche biografische Kapitel von der Kindheit bis zur Lagerhaft im April 1947 und zwei kürzere Kapitel über Gefängnishaft, Gerichtsverhandlung und Urteilsverkündung 1947/48. Entsprechend wählten unsere Autoren – Ulrich Mayer und Thomas Welling – unterschiedliche Darstellungsweisen.
Für die beiden ersten, erzählenden Teile dokumentieren die Autoren den vollständigen Text und kommentieren ihn in kritischer Art abschnittsweise. Für die eher statisch-strukturellen abschließenden Teile verwenden sie zur Erläuterung zahlreiche Ausschnitte des zeitgenössischen »Wetzlarer Anzeigers« und kommentierende Materialien aus entsprechenden Akten verschiedener Archive, vor allem des Hessischen Hauptstaatsarchivs Wiesbaden.
Damit wurde zur Aufklärung über die Person Wilhelm Haus, aber auch über die Zeit der Nazi-Herrschaft in Wetzlar ein sehr wichtiger Beitrag geleistet.
Wo können Sie den Schriftband erwerben?
- Bei unseren Führungen im Barverkauf
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Domplatz 8 | D 35578 Wetzlar
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