Übersehen?
Nicht mit uns!

Kinder begeben sich auf die Spuren der Stolpersteine in Wetzlar

Eine eindrucksvolle und zugleich bewegende Bildungsveranstaltung fand am Dienstag, dem 7. April 2026, im Haus der Jugend in Wetzlar statt. 

Unter dem Titel

»Übersehen? Nicht mit uns! Auf den Spuren der Stolpersteine«

luden der Verein Wetzlar e.V. erinnert in Kooperation mit Juki, dem Ferienprogramm der Stadt Wetzlar, Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren – zu einer besonderen Entdeckungsreise in die Vergangenheit ein.

Mit dabei waren seitens des Vereins »Wetzlar erinnert e.V.« Andrea Grimmer, Julie Sir, Natalija Koeppl und Andrea Neischwander. Für das Jugendamt war Christin Jäger vor Ort. Gemeinsam mit den teilnehmenden Kindern näherten sie sich einem sensiblen, aber wichtigen Thema auf altersgerechte und eindrückliche Weise.

Was sind eigentlich Stolpersteine?
Zu Beginn der Veranstaltung stand die Frage im Raum: Was sind eigentlich Stolpersteine? Die Kinder erfuhren, dass es sich dabei um kleine Gedenktafeln im Boden handelt, die an Menschen erinnern, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, deportiert oder ermordet wurden. Sie lernten, dass das europaweite Projekt vom Künstler Gunter Demnig ins Leben gerufen wurde und bis heute ein bedeutender Beitrag zur Erinnerungskultur ist.

Im Anschluss begab sich die Gruppe gemeinsam auf den Weg durch Wetzlar. An verschiedenen Orten entdeckten die Kinder Stolpersteine und die Geschichten der Menschen, die einst dort lebten – Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die Opfer von Ausgrenzung, Verfolgung und Entrechtung wurden. Geschichte wurde dabei nicht als abstraktes Thema vermittelt, sondern als etwas Greifbares und Nahbares.

Erzählungen aus dem Leben der Zeitzeugin 
Ein besonders bewegender Moment des Tages war das Gespräch mit Thomas Jäckel, dem Sohn der Zeitzeugin Gisela Jäckel. Er berichtete eindrücklich aus dem Leben seiner Familie und schilderte, wie es für seine Mutter war, als Kind einer jüdischen Mutter im Deutschland der 1930er- und 1940er-Jahre aufzuwachsen. Seine persönlichen Erzählungen machten deutlich, wie tiefgreifend Ausgrenzung wirken kann – und wie wichtig es ist, die Erinnerung wachzuhalten.

FAZIT: Erinnerungsarbeit kann auch junge Menschen erreichen
Die Kinder zeigten sich während der gesamten Veranstaltung äußerst interessiert, stellten zahlreiche durchdachte Fragen und waren sichtlich berührt von den Geschichten, die sie hörten. Die Veranstaltung machte deutlich: Erinnerungsarbeit kann auch junge Menschen erreichen – wenn sie verständlich, einfühlsam und lebendig gestaltet wird.

Mit Projekten wie diesem leisten der Verein Wetzlar e.V. erinnert und seine Kooperationspartner einen wichtigen Beitrag dazu, Geschichte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und ein Bewusstsein für gesellschaftliche Verantwortung zu fördern.