Wer war Georg Rabow?
- Georg Rabow wurde am 30. September 1891 in Berent (Westpreußische Kreisstadt bis 1945) geboren.
Er war Kaufmann, zunächst Volontär im »Warenhaus Frankfurt«. 1920 kaufte er das Haus Lahnstraße 34 und eröffnete dort ein Zigarren-Geschäft. Am 21.05.1920 heiratete er die Schneiderin Margarethe Staaden (30.04.1895), evangelisch, aus Wetzlar und hatte mit ihr fünf Söhne:
• Heinrich Georg (* 08.10.1920),
• Oskar Emil (* 26.03.1922),
• Walter Friedrich (* 04.05.1923),
• Hans Joachim (* 04.11.1924) und
• Ernst Ludwig (* 15.12.1926). - Am 10. 11. 1938 wurde Georg Rabow in das Wetzlarer Polizeigewahrsam eingeliefert. Er wurde noch am gleichen Tage in das Gerichtsgefängnis überführt, um am Folgetag von dort über die Jahrhunderthalle in Frankfurt mit tausenden anderen jüdischen Männern in das KZ Buchenwald eingeliefert zu werden.
Seit dem Ersten Weltkrieg schwer kriegsbeschädigt und an Tuberkulose erkrankt, hatte Georg Rabow nach den Strapazen der KZ-Haft mit einer Verschlimmerung seines Leidens zu kämpfen.
Infolge einer Beinverletzung musste er 1942 stationär behandelt werden, doch das Wetzlarer Krankenhaus weigerte sich, Rabow aufzunehmen, sodass er in das jüdische Krankenhaus nach Frankfurt fahren musste. Nach einiger Zeit berichtete er telefonisch seiner Frau in Wetzlar, es gehe ihm besser, und er werde sicher bald nach Hause kommen.
Einem seinerzeit unbestätigten Gerücht zufolge soll ein SS-Arzt in diesem jüdischen Krankenhaus bestimmte Personen bezeichnet haben, die einer »besonderen Behandlung« zuzuführen seien. Wenige Tage nach dem zuversichtlichen Telefonanruf in Wetzlar wurde der Familie mitgeteilt, dass Georg Rabow am 5. Mai 1942 verstorben sei.
Einer formlosen Trauerzeremonie im Krematorium in Frankfurt a.M. – seine beiden ältesten Söhne waren anwesend –, folgte die Einäscherung. Eine Grabstätte wurde den Angehörigen nicht genannt. - Inschrift des Stolpersteins:
HIER WOHNTE
GEORG RABOW
JG. 1891
GEDEMÜTIGT
ENTRECHTET
TOT 5. MÄRZ 1942
FRANKFURT / MAIN - Sein letzter freiwilliger Wohnort in Wetzlar:
Lahnstraße 34 | D 35578 Wetzlar
Standort des Stolpersteins:
in der Gruppe von sieben Steinen: - • der zweite für seine Ehefrau Agnes Rwabow (geb. Davidsohn),
• der dritte für seinen Sohn Heinrich Georg Rabow,
• der vierte für seinen Sohn Oskar Emil Rabow,
• der fünfte für seinen Sohn Walter Friedrich Rabow,
• der sechste für seinen Sohn Hans Joachim Rabow und
• der siebte für seinen Sohn Ernst Ludwig Rabow,
Lahnstraße 34 | D 35578 Wetzlar - Paten des Stolpersteins:
Cornelia Sieber
Angaben zum Bild:
Grafische Nachbildung des Stolpersteins © Wetzlar erinnert e.V.