Wetzlar erinnert stellt Anzeige wegen Sachbeschädigung

Unbekannte beschädigen Tafeln zwischen Stadion und Bachweide

Es geht um die Beschädigung von Schilderhalterungen, die im Rahmen unseres Projektes »Gedenktafeln zu Ereignissen der NS-Zeit in Wetzlar« am Lahnufer an der Bachweide, Höhe des Aufgangs zum Lahnsteg für Fußgänger und Radfahrer im Juli 2023 errichtet wurden (Tafel Nr. 16 zum Ochsenfest der Nazis 1933), sowie an der Gabelung des Rad-und Fußweges auf der anderen, der Stadionseite auf der Lahninsel (Tafel Nr. 12) zum Zwangsarbeiterlager der Fa. Ernst Leitz GmbH), die im März 2023 aufgestellt wurden.

Das Projekt dieser »Gedenktafeln zu Ereignissen der NS-Zeit in Wetzlar« gibt es seit dem 02.05.2018, seitdem wurden bis heute 18 derartige Tafeln errichtet. Es sollen einmal bis zu 25 Exemplare sein. Mit den Tafeln verfolgen wir das Ziel, vorbeigehende Passanten darauf aufmerksam zu machen, dass an dieser Stelle etwas geschah, was mit den NS-Verbrechen vor 74 bis 90 Jahren in Zusammenhang steht. Die QR-Codes auf den Tafeln führen zu entsprechenden Hintergrundinformationsseiten im Netz.

Bisher waren diese Tafel von Attacken verschont geblieben. Nach der Errichtung des Flüchtling-Camps auf der Lahninsel gab es einige Mails an den Verein, die in zynischer Form eine Verbindung herstellen wollten zwischen dem Zwangsarbeiterlager der Ernst Leitz GmbH und dem aktuellen Camp auf der anderen Lahnseite. Leider haben wir den Anwürfen keine Beachtung geschenkt und diese Mails gelöscht.

Bürgermeister Dr. Andreas Viertelhausen, der als Vors. des landwirtschaftlichen Vereins einer der Tafelstifter für das Ochsenfest ist, hat uns am 18. März in einer Mail erstmalig auf die Beschädigung der Tafel am Lahnsteg aufmerksam gemacht.

Die Tafeln stehen zumeist auf städtischem Grund, sind Eigentum von WETZLAR ERINNERT e.V. und können auf Grundlage eines Gestattungsvertrags mit der Stadt Wetzlar nach vorhergehenden Abstimmungen mit dem Betriebsamt der Stadt errichtet werden.

Tafel 12

Standort an der Gabelung der Fuß- und Radwege über den Lahnsteg und am Lahnufer hinter dem Stadion
Hier wurde die Doppeltafel um 90 Grad verdreht, so dass der Pfeil jeweils in Richtung des Flüchtlingscamps auf der Bachweide zeigt. Hierzu wurde der Erdboden rund um das Fundament (wahrscheinlich mit einem Spaten) vom umgebenden Erdreich getrennt, und der Pfosten anschließend gedreht.

Tafel 16 verdreht

vvv

Tafel 16

Standort auf der Bachweide am Lahnstegaufgang
Hier wurde das Schild bzw. der Pfosten in Richtung Fluss gedrückt, so dass die Doppeltafel stark geneigt in der Landschaft steht.

Wir haben die Firma, die die Schilder errichtete, die Fa. Stempelspirale aus Linden gebeten, beide Doppelschilder wieder in die ursprüngliche Lage herzurichten. Die Schilder selbst sind unbeschädigt. Die Schadenshöhe bzw. die Reparaturkosten sind uns bisher unbekannt.