Wer war Lore Kristine Karline Jessel (geb. Jessel)?

  • wurde am 20.06.1924 in Frankfurt a.M. geboren. Sie war die Tochter von Moritz und Christine Jessel.
    Nach den NS-Rassegesetzen von 1935 war Ihr Vater »Jude« und ihre Mutter als deutsche Christin »Arierin«. Sie selbst galt als »Halbjüdin«. Sie hatte unter den Folgen des Nazi-Regimes zu leiden. Es war ihr nicht möglich, eine höhere Schule zu besuchen, sie musste in der Volksschule bleiben.
    In ihrem Entschädigungsantrag schildert sie am 01.10.1956 ihren Werdegang:

    »Durch die […] Verfolgung […] meines Vaters, […] war es mir nicht möglich, eine höhere Schule zu besuchen. Ich mußte weiter in der Volksschule bleiben, in der ich von dem ersten bis zum letzten Schuljahr die beste Schülerin der Klasse war. [… Mir] war es nicht möglich, nach der Schulentlassung eine höhere Lehranstalt zu besuchen. […] Nach meiner Schulentlassung und Absolvierung des Pflichtjahres im Haushalt kam ich als Hilfsarbeiterin zur Firma Ernst Leitz in Wetzlar, bei der ich mit einem Stundenlohn von 13 Reichspfennig anfing. Später wurde ich als kaufmännische Angestellte in die Verkaufsabteilung übernommen. Mein Versuch, im Jahre 1943 eine Dol­metscherschule zu besuchen um bessere Berufsaussichten zu haben, scheiterte an der Absage des Pädagogiums für fremde Sprachen von Dr. Nagel in Leipzig, […]«

    mit der Begründung, sie sei eine »Halbjüdin«.

  • Lore Jessel , später verheiratete Brück, überlebte mit ihrer Mutter den Faschismus und hatte zwei Töchter.
  • Verlegungsdatum des Stolpersteins:
    13.04.2026
  • Inschrift des Stolpersteins:

    HIER WOHNTE
    LORE BRÜCK
    GEB. JESSEL
    JG. 1924
    GEDEMÜTIGT
    ENTRECHTET
    ÜBERLEBT

  • Ihr letzter freiwilliger Wohnort in Wetzlar:
    Langgasse 44 | D 35576 Wetzlar
    Standort des Stolpersteins:
    in der Gruppe von drei Steinen:
    • der erste für ihren Vater Moritz Jessel,
    • der zweite für ihre Mutter Christine Jessel,
    Langgasse 44 | D 35576 Wetzlar
  • Paten des Stolpersteins:
    Omas gegen Rechts, Wetzlar

Angaben zum Bild:
Grafische Nachbildung des Stolpersteins © Wetzlar erinnert e.V.