Wer war Ernst Rosenthal?

  • am 22.10.1923 als Sohn von Bernhard und Minna Rosenthal geboren.
  • Im Jahr 1934 kam Ernst Rosenthal mit zehn Jahren an die Goetheschule, die damals noch Staatliches Goethe-Gymnasium mit Stein-Aufbauschule hieß. Dies ermöglichte ihm eine Ausnahmeregelung, da das »Gesetz gegen die Überfüllung deutscher Schulen und Hochschulen« seit dem 25. April 1933 nicht nur Studenten, sondern auch jüdischen Schülerinnen und Schülern den Schulbesuch sehr erschwerte.
  • Aber am 4. Januar 1937 musste Ernst als unerwünschter Schüler die Goetheschule verlassen und erlernte in Frankfurt a.M. den Beruf des Schreiners.
  • Wie dramatisch sich die Situation für die Familie Rosenthal entwickelte, zeigen verschiedene Briefe an Erich in den USA. Kurz vor der Pogromnacht schrieb seine Mutter an Ernst Cousin Erich (dem die Flucht in die USA gelungen war):

»Du weißt, dass ich so schnell wie möglich auswandern möchte, und Du bist jetzt der Einzige, der mir auf diese Weise helfen kann.

Lieber Erich, hilfe, hilfe, hilfe.«

  • Ernst Rosenthal wurde am 21. April 1942 verhaftet und über die Großmarkthalle Frankfurt a.M. in das Vernichtungslager Majdanek verschleppt und dort am 25. September 1942 im Alter von 18 Jahren ermordet.
  • Inschrift des Stolpersteins:

    HIER WOHNTE
    ERNST ROSENTHAL
    JG. 1883
    DEPORTIERT 1942
    MAIDANEK
    ERMORDET AM 25.09.1942

  • Sein letzter freiwilliger Wohnort in Wetzlar:
    Bannstraße 14 | D 35578 Wetzlar
    Standort des Stolpersteins:
    in der Gruppe von sieben Steinen:
    • der erste für seinen Onkel Theodor Rosenthal,
    • der zweite für dessen Ehefrau Hertha Rosenthal (geb. Landau),
    • der dritte für seinen Cousin Erich Rosenthal,
    • der vierte für seinen Vater Bernhard Rosenthal,
    • der fünfte für seine Frau Minna Rosenthal (geb. Streng),
    • der siebte für seine Tochter Gerda Rosenthal,
    Bahnhof/- Ecke Bannstraße 1 | D 35578 Wetzlar
  • Paten des Stolpersteins:
    Goetheschule

Angaben zum Bild:
Grafische Nachbildung des Stolpersteins © Wetzlar erinnert e.V.